Kanada SailGP: Spanien riskiert alles und verhindert knapp den genialste SailGP-Move der Saison

Wer wagt, gewinnt

Auch der SailGP in Halifax ist trotz leichteren Winds nicht ohne Crashes ausgekommen. Die Spanier schrammen mit einem haarsträubenden Start aber nur knapp am nächsten großen Drama vorbei. Und ihr Risiko lohnt sich – auch wenn sie nur mit Glück das vielleicht genialste Manöver der SailGP-Geschichte der Kiwis verhindern.

Die Mini-Lücke zwischen AUS und FRA, in die sich ESP von Luv reindrücken will

Da bleibt einem das Herz stehen. Aus dem Hintergrund kommt Spanien. Die werden doch nicht in diese Lücke zwischen Frankreich und Australien stechen wollen? Sie ist kaum eineinhalb Bootslängen groß. Aber genau da will Diego Botin hin. Er rast fliegend von Luv auf Quentin Delapierre und die gerade erst nach dem Crash in Auckland wieder genesene Manon Audinet zu, und es scheint den nächsten großen Unfall zu geben.


(Direkter Video-Link)

Aber nichts da. Das Manöver scheint perfekt getimt, die Lücke schließt sich nicht, weil Frankreich zu langsam ist. Die Spanier haben das antizipiert – oder vielleicht einfach nur Glück gehabt. Die Jury hat jedenfalls keine Einwände. Botin gewinnt das Rennen und legt damit den Grundstein für den späteren Sieg.

SailGP Halifax
…ESP sticht mit Speed in die Lücke…
SailGP Halifax
…und legt einen perfekten Start hin.

Er sorgt damit auch für den sportlichen Höhepunkt bei diesem siebten von 13 SailGPs im kanadischen Halifax. 12.000 Zuschauer auf den Tribünen hält es kaum auf den Sitzen. Dabei ist Russell Coutts nach seinem Rundumschlag gegen zunehmende Kritik der Medien am gefährlichen Rennformat eingeknickt und hat Druck aus dem Kessel genommen, indem er dem Split in zwei Gruppen zustimmte.

Das sorgte zwar sportlich für Irritationen, da die Gruppengrößen naturgemäß nicht gleich sein können bei 13 Teams und das Ergebnis der Gesamttabelle dadurch verfälscht wird. Aber der seitlich einsetzende Wind machte den Rennkurs so schmal, dass ein Start mit voller Flotte wohl wegen der kurzen Strecke zur ersten Tonne zwangsläufig zu Chaos geführt hätte.

Allerdings hätte der fehlende Wind am ersten Tag beim Slow-Motion-Segeln im Low-Rider-Modus keine Probleme bereitet. Deshalb wird am zweiten Tag das große 27,5-Meter-Segel gestellt, und prompt kommt es zum ersten Crash, der zum Ausfall der Briten führt.

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