Für Freizeitskipper wird die Passage des Nord-Ostsee-Kanals ab dem kommenden Jahr günstiger: Ab dem 1. Januar 2027 entfällt die bislang erhobene Befahrensabgabe für Sport- und Freizeitfahrzeuge.

Rund 10.000 Sportboote nutzen den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) jedes Jahr. Die knapp 100 Kilometer lange künstliche Wasserstraße zwischen Brunsbüttel und Kiel verkürzt den Weg zwischen Nord- und Ostsee gegenüber der Route um Dänemark um rund 450 Kilometer.
Bislang müssen Sportbootfahrer für die Kanalpassage eine Befahrensabgabe entrichten. Damit ist ab dem Jahreswechsel Schluss. Je nach Bootslänge sparen Skipper damit zwischen 12 und 43 Euro pro Durchfahrt. Das Bundesministerium für Verkehr begründet die Abschaffung auch mit dem Verwaltungsaufwand: Das Verfahren sei inzwischen aufwendig und teuer, während die daraus erzielten Einnahmen vergleichsweise gering seien.
„Wir wollen Bürokratie dort abbauen, wo sie den Menschen keinen Mehrwert bringt“, erklärte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Freizeitskipper müssten künftig keine Abgabe mehr zahlen, gleichzeitig könne die Verwaltung auf das aufwendige Verfahren verzichten.

Die Abschaffung der NOK-Gebühr ist Teil eines größeren Pakets zum Bürokratieabbau in der Seeschifffahrt. Die am 14. September 2026 in Kraft getretene Verordnung enthält insgesamt acht Vereinfachungen.
Eine weitere Änderung betrifft die Besetzung von Schiffen unter deutscher Flagge. Bisher durften nur EU-Bürger als Kapitäne und Offiziere eingesetzt werden. Nun können unter bestimmten Voraussetzungen künftig auch qualifizierte Seeleute aus Drittstaaten deutsche Schiffe führen. Voraussetzung ist unter anderem, dass sie in der Europäischen Union ausgebildet wurden oder der Reeder zusätzliche Ausbildungs- beziehungsweise Berufseinstiegsplätze auf seinen Schiffen schafft.
Steffen Bilger erklärt dazu: „Unsere maritime Wirtschaft braucht qualifizierte Fachkräfte. Deshalb müssen wir unnötige Hürden abbauen und zugleich dafür sorgen, dass mehr Menschen in die Seeschifffahrt einsteigen können. Die neuen Regeln verbinden beides: Sie geben den Reedereien mehr Möglichkeiten bei der Besetzung ihrer Schiffe und schaffen gleichzeitig zusätzliche Chancen für Ausbildung und Berufseinstieg. So stärken wir den Standort Deutschland und sichern Fachkräfte für die Zukunft.“

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