Vor der Küste von Cannes war die Sensation nach 90 Seemeilen noch möglich. Clara Witthinrich und Oli Schmidt-Rybandt lagen im WM-Feld der 11 Sun Fast 30 auf Platz 5, knapp vor den Australiern, die am Ende Silber holten. Dann verliefen einige Stunden „so mittel“, wie sie sagen.
„Wer uns auf dem Tracker verfolgt hat, hat gesehen: Wir fahren sehr langsam“, erzählt das Duo zur Halbzeit von Bord. Der Wind war vollkommen eingeschlafen. Am Ende der langen, harten Kreuz von Marseille zur Wendemarke bei der Île Sainte-Marguerite vor Cannes erlebten sie den absoluten Stillstand. Dort, wo die drei führenden Boote am Donnerstagmorgen auf der rechten Seite noch einigermaßen zügig den Wendepunkt ansteuern konnten, musste das deutsche Team nervenaufreibende Minuten überstehen.

Schlimm sei nicht gewesen, dass der Wind ausblieb, sagt Schmidt-Rybandt, sondern dass die anderen Boote mehr Wind hatten. Dabei habe das Routing-Programm durchaus die rechte Kreuzseite favorisiert. Witthinrich räumt ein, den richtigen Zeitpunkt für die Wende verpasst zu haben. Das Ergebnis war brutal: Während sie selbst mit schlagenden Segeln auf der Stelle lagen, konnten sie vor der schönen Côte d’Azur-Kulisse beobachten, wie die Kollegen immer weiter davonzogen.

Die Australier überholten und zogen deutlich davon, mit dem ehemaligen Malizia-Ocean-Race-Co-Skipper Christopher Pratt im Schlepptau. Auch der America’s-Cup- und Volvo-Ocean-Race-Veteran Simeon Tienpont schaffte den Absprung, obwohl er ebenfalls in unmittelbarer Nähe auf der rechten Seite kreuzte. Die Niederländer verpassten am Ende als Fünfte Bronze um nur eine Minute.

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