Kieler Woche Seebahn

Das Sommermärchen geht weiter

Gute Stimmung, schnelles Boot gute Crew... © C.Kemmling

Am ersten Tag glaubten noch viele an Glück. “Hochwürden”, unsere neue Dehler 35, lag um Sekunden-Bruchteile vorne beim ersten Rennen der Deutschen Seesegel Meisterschaft vor Kiel. Aber heute nach einem zweiten und zwei weiteren ersten Plätzen wächst die Erkenntnis, dass das Schiff nicht so richtig langsam sein kann. Man darf das natürlich nicht so laut sagen, weil unsere seglerische Leistung damit unterbewertet würde. Eigentlich will man ja einen chancenlosen Kahn ganz nach vorne puschen. Dann kann man den Erfolg am besten genießen.

Aber ich befürchte, “Hochwürden” – wer um Gottes Willen hat sich diesen Namen ausgedacht? – ist bei dem erneut wenigen Wind am zweiten Tag des Kiel Cups mit einem ansehnlichen Grundspeed ausgestattet. Dabei ist es nicht hinderlich, dass Starbootsegler Philipp Rotermund am Lenker einen guten Job macht. Gute Starts sind die Regel. Und wenn es einmal nicht passt, dann schießt der Wettfahrtleiter per Gesamtrückruf das Feld zurück.

Oder wir wenden uns schnell frei. Vor uns drehen die Gegner im richtigen Moment aus dem Weg. Der Wind kippt dorthin, wohin man ihn haben möchte. Die Konkurrenz schaltet sich gegenseitig aus. Manchmal läuft es einfach. Auch wenn es objektiv im Schatten von Kiel Leuchtturm quälend langsam voran geht, ist das der Stimmung nicht abträglich.

Aber das mag an Frauke liegen, der neuen Frau im zusammengewürfelten Team. Die Gespräche erreichen ein deutlich höheres Niveau – es geht jetzt um Sinn und Unsinn von High Heels an Bord – und die Arbeit auf dem Vorschiff hat weiter an Qualität gewonnen. Dabei kann sogar eine Meuterei verhindert werden, als North-Mann-Matschi die Hälfte der Crew bei einer besonders harten Flauten-Kreuz eisenhart unter Deck schickt. Offiziell will er das Gewicht im Zentrum der Yacht zentrieren, um bei fieser Stampf-Welle das Auf und Ab des Bootes zu minimieren. Vermutlich war aber nur begeistert vom Schnitt seiner Fock und er wollte freie Sicht.

Es fehlen nur noch zwei Rennen für den Abschluss der Meisterschaft. Unser Vorsprung vor Platz zwei beträgt gute 14 Punkte. Dabei ist unser zweiter Platz in zweiten Rennen durchaus mit Zweifeln behaftet. So soll die Dufour 40 P “Chaos” berechnet mit gute einer Viertelstunde Vorsprung gewonnen haben, während wir mit gutem Abstand als first ship home die Linie querten. Der Sieg ist für “Chaos” eine beachtliche Leistungssteigerung nach den Rängen 18/15/23. Gut zehn Minuten soll das Team vor uns im Ziel gewesen sein. Na ja…Vielleicht klärt sich das Rätsel ja noch auf.

Carsten Kemmling
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