Knarrblog: LeLiLa in Nöten – Was ihr wohl durch den Kopf gegangen ist?

Vom Messias gerettet

Meine Güte. Die arme LeLiLa. Da liegt sie Jahre lang auf dem geruhsamen Liegeplatz am Duisburger Baggersee und nun wird sie auf der fiesen Schlei, einem der brutalsten deutschen Seereviere, hin und her geworfen. Da dachten wir, ein schönes Plätzchen für die alte Dame gefunden zu haben, und nun muss sie mit den Elementen kämpfen.

Lelila, Varianta

Der überschwemmte Steg in Schleswig. © Digger Hamburg

Die Leinen zerren an ihren Plastik-Verbänden. Die Wellen steigen ins Achterschiff ein. Muss man Mitleid mit ihr haben? Es ruckelt und zuckelt so heftig. Das muss doch nerven. Da leidet man mit. Wenn es nicht immer so schwierig wäre, in den Kopf eines Schiffes zu gucken.

Wo ist der überhaupt? Am Bug? Irgendwo in der Bilge nahe dem Kielschwein? Da wo die Seele einlaminiert ist? Schwer zu sagen.

Jedenfalls könnte es ja auch sein, dass sie das mag? Endlich mal wieder ein paar Wellen spüren. Wieder gefordert werden. Die Muskeln anspannen. Zeigen, dass sie noch tanzen kann auf den Wellen. Dass sie kein oranger “Eimer” ist, wie sie Kollege Digger sie so liebevoll zu nennen pflegt.

Varianta

Christian schwimmt nach der Rettungsaktion zurück. © Digger Hamburg

Klar, das Nachbarschiff liegt etwas ruhiger mit seinem tieferen Kiel. Pah. Aber da ist eben vielleicht auch nicht so viel Leben drin.

Nun ja, etwas zu ausdrucksstark war der Tanz dann doch. Oder waren die Leinen rott? Jedenfalls wollte sich die Gute irgendwann offenbar ihrer Fesseln entledigen. Nur gut, dass Christian von Renz Yachting ein Auge drauf hatte. Er striff sich den Neo über, stattete ihr einen Besuch ab und zog die Zügel wieder an. Danke Christian! Wie der Messias schritt er über das Wasser zurück.

Varianta

Der Messias läuft über das Wasser. © Digger Hamburg

Das Schlimmste schien vorbei. Wenn da nicht diese Digger Kiste nebenan liegen würde. Sie machte es der alten Lady nach und wollte ihr Zaumzeug abstreifen. Schubberte so lange mit der Leine am Heckkorb, bis sie fast durch war.

Nicht gut, wenn sie sich losgemacht hätte. Das Schmusen mit Lelia wäre doch sehr ungestüm ausgefallen. Aber es ist ja noch alles gut gegangen.

Nun werden wir mal nach dem Rechten sehen. Freitag soll das Wetter wieder besser werden. Der Wind dreht nach West, wo er hier oben im Norden auch hingehört, das Wasser strömt wieder aus der Schlei, der Steg sollte wieder sichtbar werden, und dann liegt LeLiLa wieder wie in Abrahams Schoß.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://northsails.com/sailing/de/

Ein Kommentar „Knarrblog: LeLiLa in Nöten – Was ihr wohl durch den Kopf gegangen ist?“

  1. avatar digger.hamburg sagt:

    Ha ha ha.
    Carsten – nun ist LeLiLa wieder ein Eimer. Ganz ruhig.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *