Knarrblog: Schweden Urlaub Teil I. Mit Skateboard in die Schären

Durchatmen, runterschlucken, lächeln...

Segeln in den Schwedischen Schären bei der Insel Kälkerön. © SegelReporter

Ist ja irgendwie Betrug. Jahr für Jahr hangeln wir uns beim Sommer-Familientörn immer etwas weiter nach Norden Richtung sagenumwobenes Segelparadies schwedischen Schären. Diesmal nehmen wir das Auto.

Die Haudegen behaupten immer, dass es sich lohnt trotz begrenzter Zeit dort hinzusegeln. Sie reißen jedes Jahr erst zwei, drei Tage am Stück ab, um aus deutschen Gewässern nach Schweden zu kommen, und urlauben dort auf eigenem Kiel.

Besprechung mit dem Navigator. Wie funktioniert das neue iPad Navionics? © SegelReporter

Wollten wir auch. Vergangenes Jahr hätte es fast geklappt. Aber dann kosteten vier Tage Anholt Zeit (war so schön), zwei Regentage in Göteborg Stimmung (war so nass) und eine Sturmnacht am Felsen Nerven (war abenteuerlich). Das richtige Schären-Feeling konnte noch nicht aufkommen.

Also Betrug. Das Schiff eines Freundes liegt schon dort oben. Mitten im Schärengarten bei Mollösund. Mit dem Auto hin, und einfach draufsteigen. Ohne Meilen-Klopperei. Ist es noch dasselbe? Kann man die Schären überhaupt genießen ohne die Entbehrungen einer anstrengende Seefahrt?

Blinder Passagier. Skateboard in der Backskiste. © SegelReporter

Muss ja mit diesem Schiff. Eine Lotus 40. Die Familie hatte vorher durchaus interessiert nachgefragt, womit wir in diesem Jahr segeln. Als es 40 Fußer hieß war sie beruhigt bezüglich des Komfort-Themas.

Ist ja nicht falsch. Aber die Lotus ist eben kein 40er, wie man ihn aus dem Standard-Plastik-Wohnklobau kennt. Eher ein Zahnstocher, schmal, lang, keine Stehhöhe, und eben kein Klo. Dafür neues Rigg, neue Segel, viel Spaß für Papi. Mir geht das Herz auf, als wir vor der Feile stehen.

Felsen-Liegeplatz vor der Schäre um die Ecke. So musses sein. © SegelReporter

Die Jungs haben immerhin eine eigene kleine Achterkoje hinter dem Cockpit. Dennoch Zwergenaustand. Der Große (15) will vorne schlafen. “Nö”. “Warum nicht?” “Weil dort die Eltern schlafen.” Was das denn für ein Argument sei. “Mann, weil wir auch schon mal kuscheln.” “Und dafür braucht man Platz?” “Boah Junge nerv nicht. Wir haben die Macht.” “Ja toll, jetzt gehen dir die Argumente aus.” “Verdammt…” Durchatmen, Ur-Ommm vorsagen, lächeln…

Der Kleine (12) hat ein anderes Problem. Wir haben gerade Sachen wieder ins Auto geräumt, weil der Platz spärlich ist, aber er will unbedingt sein Longboard mitnehmen. Man könnte, es sei logisch, dass es auf den Felsen mit einem Skateboard eher schwierig würde. Das kann nur ein Witz sein.

Imbiss im schmalen Cockpit vor der Schäre. © SegelReporter

Die Diskussion schien relativ schnell erledigt. Aber kaum sind wir auf See, für den kurzen Abstecher hinter ein paar Felsen, mache ich die Backskiste auf, um den Anker zu klarieren, und dieses Holzbrett mit Rollen springt mir entgegen. Durchatmen, runterschlucken, lächeln…Familienurlaub.

Denn die Sonne scheint. Hier versteckt er sich also dieser güldene, runde Heizstrahler, der sich so lange schon von der Heimat fern hält. Ein Schwede auf der Schäre sagt, es sei der schönste Tag in dieser Saison, und so fühlen wir uns vom Glück geküsst. Mal sehen, was noch kommt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Knarrblog: Schweden Urlaub Teil I. Mit Skateboard in die Schären“

  1. avatar CDR sagt:

    Endlich geht es wieder los – lass´ ja nicht nach!

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  2. avatar Manfred sagt:

    Mann-o-mann,
    selbst schon im zweiten Jahr ohne Dickschiff unterwegs, äääh garnicht unterwegs, da bin ich froh, lieber Carsten, bei Dir an Bord steigen zu dürfen. Schreib einfach weiter so. Dann habe ich auch Segel-Urlaub…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

  3. avatar Marie sagt:

    Hallo ihr Lieben,
    wenn euch das interessiert, dann schaut doch mal hier:
    http://www.leihdirwas.de/Windsurfen-mit-einem-Skateboard/?pId=LWBIPWVNQ5VS

    Bei Kai könnt ihr euch das Board ausleihen und bei Bedarf gibt er sogar Unterricht…

    Liebe Grüße,
    Marie

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