Deutsche Meisterschaft im Match Race vom 2.-5. Oktober Wannsee/Berlin

Endlich wieder Duell Boot gegen Boot

Den Gegner im Nacken bzw. am Heck © PYC/Sander

Den Gegner im Nacken bzw. am Heck © PYC/Sander

Die Rennen des America’s Cup vor San Fransisco waren das Höchste der
(Segel-) Gefühle, jetzt geht es auch hierzulande im Matchracemodus weiter: Bei der DM im Match-Race, die vom 2. bis 5. Oktober auf dem Wannsee in Berlin stattfindet. Dort treffen die besten deutschen Matchracer aufeinander und ermitteln ihre Meister. Gesegelt wird auf extrem sportlichen, wendigen und schnellen Drei-Mann Trapezyachten vom Typ Streamline. Der erste Startschuss fällt am Mittwoch, 2.10 um 11 Uhr, Sonnabend, 5. Oktober, finden die letzten Wettfahrten statt.

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Teilnehmer der Match Race DM 2013

Felix Oehme (Hamburg / Lübeck, NRV / LYC) – Gesetzt bei der Deutschen Meisterschaft an Nr. 1 – 2012 Deutscher Vize Meister Match Race – Aktuell Nr. 47 der ISAF Weltrangliste – Beste Platzierung ISAF Weltrangliste Nr. 37 (Dez 2012)

Lars Hückstaedt (PSV, Plön) – Gesetzt bei der Deutschen Meisterschaft an Nr. 2 – Aktuell Nr. 77 der ISAF Weltrangliste – Beste Platzierung ISAF Weltrangliste Nr. 63 (Jun 2013)

Jens Hartwig (PYC, Berlin) – Gesetzt bei der Deutschen Meisterschaft an Nr. 3 – Aktuell Nr. 72 der ISAF Weltrangliste

Sven-Erik Horsch (NRV, Hamburg) – Gesetzt bei der Deutschen Meisterschaft an Nr. 4 – 2012 Deutscher Meister Match Race und Beneteau 25 – Aktuell Nr. 100 der ISAF Weltrangliste – Beste Platzierung ISAF Weltrangliste Nr. 43 (Mai 2007)

Stefan Meister (YCBG, Berlin) – Gesetzt bei der Deutschen Meisterschaft an Nr. 5 – 2010 Deutscher Meister Match Race – Teilnehmer Olympiade Sydney im 470er mit Frank Thieme – Aktuell Nr. 154 der ISAF Weltrangliste – Beste Platzierung ISAF Weltrangliste Nr. 21 (Jul 2005)

Peter Knauft (SCR, Berlin, ISAF 396) Carsten Kemmling (DYC, Düsseldorf, ISAF 405, Deutscher Meister Match Race 2006) Trung Huynh (ASV, Hamburg, ISAF 448) Fabian Gernhardt (PSV, Plön) Philipp Kadelbach (VSaW, Berlin) Bernardo Lichtenberg Low-Beer (Duisburg, ISAF 1270)

 

Olympiasegler Robert Stanjek erklärt das Match Race … und sagt, warum es so spannend ist

Am Ziel: Robert Stanjek vor dem Olympischen Feuer bei den Spielen 2012

Robert Stanjek

Als Match Race bezeichnet man ein Rennen zwischen zwei identischen Booten, also das Duell Schiff gegen Schiff, bei dem es am Ende einen Gewinner und einen Verlierer gibt. Die Regeln für Match Racing unterscheiden sich in einigen Punkten von denen für „normale“ Wettfahrten. Dadurch wird erreicht, dass enge und z.T. auch aggressive Kämpfe auf dem Wasser zustande kommen. Auch leichte Berührungen zwischen den Booten sind keine Seltenheit!  
Ein weiterer Unterschied ist auch, dass die Schiedsrichter beim Match Racing auf dem Wasser mitfahren, also direkt vor Ort sind und auch dort über die Protestsituation entscheiden. Hat man gegen eine Regel verstoßen, bekommt man einen Strafkringel. Den ersten Strafkringel muss man jedoch nicht direkt ausführen, sondern kann sich ihn auch bis zur Ziellinie aufheben. Bekommt man jedoch einen zweiten, muss man diesen Kringel sofort ausführen!
In die Startlinie eintauchen Anders als im Fleet Race, wo alle beim Startschuss gemeinsam über eine Startlinie fahren, tauchen die beiden Gegner im Match Race vor dem Start von Luv in die Startlinie ein. Einer von links und der andere von rechts.
Dann beginnt das Katz und Maus Spiel, die sogenannte Vorstartphase, in dem sich die Schiffe hintereinander setzen, wenden, halsen, blockieren, kreiseln, abstellen, eben alles tun, um den Gegner unter Kontrolle zu bekommen. Diese dauert ungefähr fünf Minuten – erst dann geht es wirklich los. Ziel ist nicht, unbedingt bei “Null” zu starten, sondern vor dem Gegner liegend die Startlinie zu überqueren.
Der Kurs ist in der Regel Start, Kreuz, Vorwind, Kreuz, Vorwind, Ziel. Da es nur ein angreifendes Boot gibt, wird sehr direkt und kompromisslos verteidigt. Hierfür segeln die zwei Boote nicht immer den schnellsten oder kürzesten Weg, denn sie müssen ja lediglich als erster über die Ziellinie gehen. Die Tonnen werden im Match Race rechts rum gerundet. Ein Rennen dauert meist nicht länger als 20 Minuten, oft liegt der Kurs zuschauerfreundlich nah am Ufer.
Fazit: Match Racing ist bei zwei gleich schnellen Booten und Teams ein unglaublich spannender Wettkampf – nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Segler 😉

Viele namhafte internationale Profisegler schätzen das Match Racing

Sören Woitack (als Bowman mit an Bord der “The Spirit of Europe” bei Tim Kröger im Nord Stream Race 2013)

Magnus Woxén. Profisegler aus Schweden, 3 x Volvo Ocean Race gesegelt

Tommaso Chieffi. Italienischer Profisegler, der schon mehrere Weltmeister und Europameistertitel besitzt, Italien bei den Olympischen Spielen vertrat und den Americas Cup mitsegelte

(Die Videos wurden im Vorfeld des Starts zum Nord Stream Race 2013 in Flensburg aufgenommen).

Kleines 1×1 des Match Race

Blaue Flagge: vier Minuten vor dem Start mit Hupton.
Die Kontrahenten segeln innerhalb der nächsten zwei Minuten aus gegenüberliegenden Richtungen in die Startzone hinein. Ein Boot hat eine gelbe Flagge am Heck, das andere eine blaue. Das Duell bis zum Startschuss gehört zur eigentlichen Kunst beim Match Race. Ziel ist, sich eine vorteilhafte Position für den Start zu erarbeiten. Dabei wird gern versucht, den Rivalen unter Beachtung der Vorfahrtsregeln zum Frühstart zu zwingen! Dieser müsste dann hinter die Startlinie zurück und der andere könnte mit Vorsprung ins Rennen gehen. Wer korrekt gestartet ist, dessen farbig passende Flagge wird auf dem Startschiff angezeigt.

Proteste werden auf dem Wasser angemeldet und gleich von der Jury entschieden: Die Segler können Proteste durch das Hochhalten einer gelb-rot gestreiften Flagge direkt den Schiedsrichtern auf dem Wasser anzeigen!
Darauf können die Schiedsrichter dann mit der blauen oder gelben Flagge antworten: Bei Blau muss das Boot mit der blauen Flagge am Heck einen Strafkringel absolvieren, bei Gelb das Boot mit der gelben Flagge am Heck.
Flagge Grün: Es liegt kein Protestgrund vor.
Flagge Schwarz: Das betroffene Boot ist nach dem dritten Penalty im Vorstart sofort vom Rennen disqualifiziert.
Flagge Rot: Das betroffene Boot muss sofort seinen Strafkringel absolvieren.

Strafkringel müssen normalerweise nicht sofort, sondern können zu jeder Zeit des Rennens (aber vor der Ziellinie) ausgeführt werden. Wenn beide Gegner jeweils eine Strafe kassiert haben, dann müssen die Strafkringel nicht absolviert werden, sie gleichen sich aus. Die Anzahl der noch auszuführenden Strafkringel werden den Crews mit blauen bzw. gelben Bällen an einer Stange auf dem Schiedsrichterboot deutlich angezeigt. Kommt für ein Boot eine zweite Strafe hinzu, muss der entsprechende Strafkringel sofort ausgeführt werden. Erhält ein Boot eine dritte Bestrafung, zeigen die Schiedsrichter sofort die schwarze Flagge. Das Boot ist disqualifiziert und hat das Rennen verloren.

Zwei grundsätzliche Vorfahrtsregeln sind im Match Race zu beachten: Das Boot mit dem Wind von rechts (Steuerbord) hat Vorfahrt, das gegnerische Boot muss sich freihalten. Im Zweibootslängenkreis von einer Wendeboje hat das innen liegende Boot Vorfahrt und darf zuerst wenden. Die Duelle verlaufen in der Regel auf engstem Raum. Über Sieg oder Niederlage entscheiden daher häufig nur ein paar Bootslängen.

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