Reise: Die 10 schönsten Ankerbuchten der Balearen

Eine schöner als die andere

Nur wenige Reviere im Mittelmeer haben noch Inseln, die so mit Buchten gesegnet sind wie die der Balearen. Zehn der schönsten, die immer einen Besuch lohnen, werden hier vorgestellt.

© Shutterstock / D.Bond

Die Balearen sind ein Revier, in dem man nie einen Hafen oder eine Marina anlaufen muss, denn auf jeder Insel bieten sich so viele Buchten an, dass man jede Nacht in einer anderen verbringen könnte. Trotzdem blieben am Ende so viele übrig, dass sie für zehn weitere Törns reichen würden. Leider haben sie alle den Nachteil, dass man in kaum einer rundum geschützt liegt. Will man die Nacht in einer der Calas an den Westküsten verbringen, muss man auf den Tramuntana achten, aber auch auf den Llebeig, der meist eine Front ankündigt, die aus West heranzieht. Auf den Calas im Südosten und im Süden der Inseln lastet schwer die Bedrohung durch den Xaloc und im Norden von Menorca kann einem der aus dem Rhonetal fauchende Mestral den Törnplan vermiesen.

Deshalb ist es ratsam, erst den Wetterbericht zu befragen und dann zu entscheiden, ob man seinen Törn im oder gegen den Uhrzeigersinn segelt. Denn eines ist sicher: Nur wer die Verhältnisse optimal nutzt, wird die Calas von ihrer schönsten Seite kennenlernen. Sicher nicht ideal dafür sind die Sommer­monate, denn da staut es sich in den Balearen an allen Ecken und Enden. Glücklich, wer eine schöne Woche im Mai nutzen oder sich ab Ende September eine Segelwoche gönnen kann. Dann sollte er die Calas der Balearen von ihrer schönsten Seite erleben.

Puerto del Espalmador – „Karibik des Mittelmeeres?“

Puerto del Espalmador – In dieser Bucht findet man noch das gewisse Flair der „Karibik des Mittelmeeres“ © Carl Victor

Ibizas Buchten waren einst berühmt, doch heute traut man sich selbst Portinatx oder die Cala Binirras nicht mehr anzubieten, so sehr haben sie schon unter dem Bootstourismus gelitten. Erst ein Stück weiter südlich – von der Partyinsel nur durch eine oft ruppig zu befahrende Passage getrennt – wird eine Bucht den Anforderungen noch gerecht. Zwar liegen im Puerto del Espalmador auch schon Moorings aus (die man unbedingt im Voraus buchen sollte) doch an seinen Ufern findet man noch einen Rest jenes Flairs, das der Bucht einst den Beinamen „Karibik des Mittelmeeres“ eingebracht hatte. Heute würde Espalmador diesem Attribut nicht mehr gerecht, gäbe es nicht diese sich wie ein Finger nordwärts erstreckende Landzunge der Formentera-Insel. Gleich hinter dem Pas de S’Espalmador ziehen sich die Buchten von Los Trocados und Seis Isletes hinunter bis nach La Savina. Vor ihren weißen Stränden ankert man in türkisblauem Wasser und meist ist es hier so einsam, dass man sich den Nachbarn aussuchen kann. Sicher liegt man hier aber nur, solange der Wind aus dem östlichen Quadranten über die Landzunge fächert. Frischt er (als Vorbote eines Tiefs?) aus Südwest auf oder faucht er gar als Tramuntana gegen diesen Teil der Küste, sollte man sich schleunigst in den Schutz östlich der Landzunge flüchten. Dort liegt man, vor Playa de Levante und in der Cala Pujols, vor nicht weniger schönen Stränden und dabei nicht minder gut geschützt.

Puerto de Cabrera – „Ein Naturparkerlebnis“

Puerto de Cabrera – Die Moorings müssen unbedingt reserviert werden © Carl Victor

Bei meinem ersten Besuch auf Cabrera, herrschte hier noch das Faustrecht. Geankert wurde irgendwie irgendwo. Als abends ein Gewittersturm über die Bucht fegte, hielt kaum einer der Anker den Böen stand. Viele Schiffe gingen auf Drift, einige strandeten sogar. Das Chaos war perfekt! Heute ist Ankern im Puerto de Cabrera verboten. Dafür liegen Bojen aus, die aber nur jene benutzen dürfen, die sie reserviert haben. In dieser Naturbucht liegt man nun nicht nur sicher, sondern auch inmitten einer Idylle. Wer sie genießen möchte, sollte hinauf zum Kastell steigen, wer mehr vom Naturpark sehen möchte, muss sich erst ihre Tier- und Pflanzenwelt erwandern. Tagsüber dürfen Segler durch die 19 Inseln bummeln und dabei die in den Buchten ausliegenden Bojen benutzen. Fast immer leer sind die Strände. Die Blaue Grotte soll um die Mittagszeit in ihrem schönsten Blau erstrahlen. Abends muss man aber wieder zurück an seine Boje im Puerto de Cabrera. An eine von nur fünfzig, die im Sommer für maximal zwei Nächte gebucht werden können. Abends liegt die Bucht so friedlich da, dass niemand das Martyrium erahnen kann, das einst französische Kriegsgefangene auf der „Ziegeninsel“ erdulden mussten. Die „Grand Nation“ hatte sie vergessen, die Spanier ließen sie verhungern, verdursten oder erschossen sie bei ihren Versuchen dieser Hölle zu entrinnen. Fünf Jahre später konnten sie nur mehr ein Viertel von ihnen in die Freiheit entlassen. Die Gebeine der anderen vermodern auf dieser zwar kleinen, aber so schönen Inselgruppe des Archipels.

Cala de la Calobra – „Mallorcas wilde Küste“

Cala de la Calobra – Ankern vor einer traum­haften Felskulisse © Carl Victor

Die Cala de la Calobra ist der Höhepunkt an Mallorcas wilder Nordwestküste. Dort, wo der Torrent de Pareis ins Meer durchgebrochen ist, ankert man vor steil aufragenden Felswänden auf mehr oder weniger unbescheidenen Wassertiefen. Doch Mallorcas wohl schönste Bucht hat auch einen Nachteil: Sie ist nach Nordwest weit offen. Also genau nach jener Richtung, aus der der Tramuntana mit voller Wucht gegen die Küste prallt. Rar sind daher die Tage, an denen die Verhältnisse so gut sind, dass man hier die Nacht verbringen kann. Dabei wird es hier erst so richtig schön, wenn die Horden, die tagsüber den kleinen Strand bevölkert haben, zurück zu ihren Bussen streben. Nun lohnt es sich erst, mit dem Dingi an Land zu fahren. Ein Fußmarsch zum Torrent de Pareis bietet sich an, der Versuch, einen Teil seiner Schlucht zu erklimmen, rundet den Segeltag ab. Ein friedlicher Morgen verleitet zu einem Spaziergang durch den in die Felsen gehauenen Tunnel. Dabei kann man sich auf ein Frühstück vor einer einzigartigen Felskulisse einstimmen. Wenn die ersten Busse eintreffen und sich deren Inhalt durch den Tunnel zum Strand ergießt, ist es an der Zeit, den Anker zu lichten. Diese Cala (die im Katalanischen „sa“ Calobra heißt) sollte man bei jedem Mallorca-Törn einplanen. Passen die Verhältnisse mal nicht, ist es nach Sóller, dem sichersten (und einzigen!) Hafen an der Nordwestküste, nicht weit.

Cala Barcas – „Die viel zu schöne“

Cala Barcas – Im Sommer hoffnungslos überfüllt, in Vor- und Nachsaison lässt die Bucht ihren Charme spielen © Carl Victor

In jenem Küstenverlauf, in den auch die Cala Barcas einschneidet, reiht sich Bucht an Bucht. So nahe liegen hier die Calas beieinander, dass mancher sich vom Plotter zu den markanten Kliffs der Einfahrt leiten lassen muss, um nicht die falsche anzusteuern. Die der Barcas ist rein, so wie die gesamte Bucht auch. Doch sollte man sich nicht von den vor Anker liegenden Katamaranen verleiten lassen, bis in dieses zauberhafte helltürkise Wasser im inneren Teil der Bucht vorzudringen. Besser man ankert mit einem Kielboot gleich nach der Einfahrt und nahe jenem markanten Bogen, von dem manche so spektakulär ins glasklare Wasser springen. Hier ist es tief genug, der Anker kann sich auch überall in feinsten Sand eingraben. Doch die Barcas ist keine Cala für jede Jahreszeit. Dazu ist sie viel zu schön und deshalb in den Sommermonaten auch hoffnungslos überfüllt. Im Mai aber und auch im September kann sie hingegen all ihren Charme ausspielen. Dann schillert tagsüber das glasklare Wasser in allen Schattierungen von Türkis, bevor es abends von der sinkenden Sonne rot eingefärbt wird. Dann steht in einer der schönsten Buchten des angeblich so lauten und überlaufenen Mallorca einem gemütlichen Sundowner nichts mehr im Weg.

Cala Ferrara – „Nur eine der Calas fantasticas“

Cala Ferrara – In dieser Bucht liegt man eigentlich immer gut geschützt © Carl Victor

Vor wenigen Jahren noch, hatte es in diesem Bereich von Mallorcas Südostküste für mich nur eine Bucht gegeben: Die Cala Mondragó! Sie war so schön, so naturbelassen. Ihr Wasser war so klar und der Ankergrund so gut, dass ich dieser nach Ost offenen Bucht sogar den Schwell verzieh, von dem ich auf ihrem Ankerplatz hin und wieder durchgerollt wurde. Doch dann zivilisierte man ihr die Ufer und stahl ihr damit viel von ihrem Charme. Seitdem ziehe ich die Cala Ferrara vor. Genauer gesagt: dieses Dreigestirn aus Cala Ferrara, Serena und der Cala Esmeralda. Deren Ufer sind zwar verbaut, doch irgendwie merkt man davon nicht viel, wenn man in einer von ihnen vor Anker liegt. Außer man hat vor, abends mal auswärts essen zu gehen. Zudem haben diese Dreifingerbuchten den Vorteil, zwischen West und Nord in die Küste einzuschneiden. Deshalb liegt man hier, egal woher der Wind auch weht, in zumindest einer der drei Calas immer gut geschützt. Eines haben die drei allen anderen Buchten voraus: Wenn es an Bord mal zu ruhig werden sollte, findet die Crew hier sicher einen heißen Schuppen, der sie daran erinnert, dass sie in den Gewässern der Ballermann-Insel Mallorca segelt.

Cala Morell – „Sonnenuntergänge inklusive“

Cala Morell – An der Einfahrt ist am meisten Platz, aber man liegt auch sehr ungeschützt © Carl Victor

Wer im Sommer nach Menorca kommt, wird nicht das Gefühl haben, dass die Cala Morell versucht, sich in den exklusiven Club der schönsten Calas hinein zu drängen. Man muss sich die Bucht mit vielen kleinen Booten teilen. Zum Schwojen ist kein Platz, man braucht eine Landleine. Um sie ausbringen zu können, muss man den Anker, statt auf jenen schmalen Streifen Sand, auf einen mit Fels und Gras durchsetzten Grund fallen lassen. Erst nahe der Einfahrt ist mehr Platz, aber da liegt man halt nach Nord sehr offen. Ihren einstigen Reiz gewinnt die Bucht wieder zurück, wenn die Bewohner der Ferienvillen abgereist sind. Dann kann es in der Cala Morell sogar richtig einsam werden, Besucheryachten finden hier auch wieder Liegeplätze und man kann wieder ungestört entlang des Höhenzuges um die Bucht wandern. Am besten zusammen mit der sinkenden Sonne, die erst den surreal geformten Felsen, der statt eines Leuchtturms die Einfahrt markiert, zum Glühen bringt, bevor sie beginnt, ihn in ein magisches Licht zu hüllen. Mit etwas Glück hat das Restaurant noch geöffnet, und wenn nicht, kann ein Dinner an Bord inmitten einer solchen Umgebung auch seinen Reiz haben.

Cala Pregonda – „die Betende“

Cala Pregonda – Die wohl schönste und Größte Ankerbucht Menorcas © Carl Victor

Was Cala de la Calobra für Mallorca, ist die Pregonda für Menorca: Die schönste der an schönen Calas so überreichen Insel. Liegt man in ihr vor Anker, scheint das Boot auf dem klaren Wasser zu schweben. Beschützt wird es dabei von zwei vorgelagerten Felsen. Jenem hoch aufragenden verdankt die Bucht ihren Namen: Pregonda – die Betende. Doch man muss schon von Picassos und Dalis Werken geschult sein, um in dieser von der Natur geformten Skulptur betende Hände zu erkennen. Seitlich davon baut sich s’Excull Llarg auf. Der trutzige Felsen stellt sich schützend zwischen die vor Anker liegenden Schiffe und den Gregal. Einer hier vor Anker liegenden Yacht sollte dieser Nordoster nicht gefährlich werden können. Der Mestral hingegen schon. Steht der voll gegen die Küste, baut sich in der Pregonda ein Schwell auf, der ein Verweilen unmöglich macht. Doch meist liegt man in diesem Traum von einer Bucht ganz friedlich vor Anker. Der Badebetrieb hält sich selbst im Sommer in Grenzen und nachts ist man oft allein mit seinem Schiff. Menorca heißt zwar „die Kleine“, doch ihre Calas sind groß und die Pregonda ist für viele die größte. Obwohl: Es gibt schon noch einige, die versuchen ihr diesen Platz an der Spitze streitig zu machen.

Cala Covas – „Grabhöhlen und Hippies“

Cala Covas – Die Höhlen wurden schon vor 3.000 Jahren in den Kalkstein gehauen © Carl Victor

Eine davon ist die Cala Covas. Tief schneidet sie in Menorcas Südküste ein. Leider nicht tief genug, um all die Yachten aufzunehmen zu können, die hier einen Liegeplatz suchen. Nur wer bereit ist, sich römisch-katholisch zwischen die anderen Schiffe zu quetschen und Heckleinen zu den Felsen am Ende der Bucht auszubringen, hat hier eine Chance. So zu liegen ist nicht jedermanns Sache. Schon gar nicht jener, die vor dem Törn von einsamen Calas geträumt hatten. Doch der Aufwand lohnt sich! Denn nun liegt man inmitten himmelhoch aufragender Felswände, in die Menorcas Ureinwohner vor nun schon 3.000 Jahren erste Höhlen in deren Kalkstein getrieben haben, um darin ihre Toten zu bestatten. Wiederentdeckt haben, vor nun schon fast sechzig Jahren, diese Höhlen die Hippies für sich. Die brachten Leben in die alten Buden! Nun loderten nachts wieder Lagerfeuer hoch über der Bucht, an denen der Geist von Woodstock heraufbeschworen wurde. Anfangs nur mit viel Gitarren, später mit noch mehr blauem Dunst. Das war den eher konservativen Menorquinern nun doch zu viel. Irgendwann reichte es! Seitdem sind die Höhlen verrammelt, heute ist die Bucht wieder clean. Nur: Schöner war’s damals schon!

Cala Macarella – „Wunder in Türkis“

Cala Macarella – In der gesamten Bucht perfekter Ankergrund aus Sand © Carl Victor

Wer die Cala Macarella ansteuert, vor dem Bug das türkisblaue Meer, hinter dem blendend weißen Sandstrand die tiefgrünen Föhrenwälder, der wird verstehen, warum die Menorquiner voller Stolz von ihrer Insel als „La Isla verde y azul!“ („Die grüne und blaue Insel“) schwärmen. Beim Einlaufen schwebt man über immer heller werdendes Türkis. Egal wo der Anker fällt, er gräbt sich immer in weiß durch das Wasser schimmernden Sand. Wandert man über die Klippen entlang der Bucht, scheinen tief darunter die vor Anker liegenden Schiffe auf dem in der Sonne gleißenden Wasser zu schweben. Die Kliffs zu beiden Seiten suggerieren zwar Sicherheit, doch die ist trügerisch. Sicher darf man sich in der Cala Macarella nur bei ablandigem Wind fühlen. Beginnt der Migjorn zu fächern, wird es schnell unruhig und zeigt gar der Xaloc was in ihm steckt, kann sich keine Yacht mehr in dieser perfekten Bucht halten. Tagsüber muss man sich mit viel Badebetrieb abfinden, doch abends wird es hier sehr still. Nachts stört dann nur das Gezirpe der Zikaden, wenn man im Cockpit dem langen Atem des Meeres lauscht und sich dabei eingestehen muss, dass die Macarella wahrlich eine Konkurrenz für die beliebte Bucht Pregonda auf der Nordseite der Insel ist.

Cala en Turqueta – „Menorcas türkische Bucht“

Cala en Turqueta – Man könnte die Bucht auch als „türkise Bucht“ bezeichnen © Carl Victor

So türkis schimmert hier das Wasser durch die Föhrenwälder, dass ich „Cala Turqueta“ lange mit „türkise Bucht“ übersetzt habe. Doch der Name bedeutet „türkische Bucht“ und soll daran erinnern, dass hier einst türkische Piraten gelandet waren. Die waren oft und immer ungebeten gekommen. Deshalb lässt sich auch nicht mehr sagen, ob es jene waren, die einst Ciutadella gebrandschatzt und Menorcas Bischofsstadt dem Erdboden gleichgemacht hatten. Wo einst blutrünstige Kerle über den Strand gestapft waren, räkeln sich heute Touristen im weißem Sand der „türkischen Bucht“ und kosten das ruhigere Leben auf Mallorcas kleiner Schwester in vollen Zügen aus. Segler plagen oft andere Sorgen, denn nicht immer findet sich in dieser reizenden Badebucht gleich ein Ankerplatz und wenn, lässt sich eine Landleine oft nicht vermeiden. Erst gegen Abend verabschieden sich viele Boote und streben den Fleischtöpfen in den Häfen zu. Wer bleibt, kann hier eine Nacht wie fernab der Zivilisation erleben, und das in einem der am meisten überlaufenen Reviere des Mittelmeeres. Geduld zahlt sich in dieser wunderschönen Bucht also durchaus aus. 

© Shutterstock / Peter Hermes Furian

INFO

Revier: Es wäre das ideale Familienrevier, würden nicht Tramuntana und Xaloc (Schirokko) und an der Nordküste von Menorca der Mestral die Idylle stören.
Seekarten: Delius Klasing Seekarten Satz 9: „Balearen / Mallorca – Ibiza – Menorca“. Auf spanischen Seekarten werden Namen mal in Spanisch (Kastellan) dann wieder in Catala angegeben.
Nautische Literatur: Martin Muth: „Portbook Mallorca–Ibiza–Formentera–Menorca“.
Wind & Wetter: Im Sommer meist bestes Mittelmeerwetter mit thermischen Winden, aber auch längeren Flautenperioden. An Menorcas Nordküste kann der Mestral auch mal stürmisch wehen. Der Xaloc (Schirokko) ist mehr ein Wind der Vor- und Nachsaison. Dann kann auch der Tramuntana Sturmstärke erreichen und der Mestral jedes Segeln unmöglich machen.
Wetterberichte: www.windfinder.de oder der über https://seaman.wetterwelt.de herunter geladene „Seaman“-Wetterbericht.
Leuchtfeuer & Seezeichen: Das Revier ist bestens betonnt und befeuert. Einige der Calas sollte man aber nachts nur mit größter Vorsicht ansteuern.
Gezeiten & Strom: Der Tidenhub ist mit 0,2 – 0,3 Metern gering. Läuft Strom an den Kaps, muss man mit ruppigem Seegang rechnen.
Navigation: Terrestrisch. Ein Plotter ist oft eine wichtige Hilfe beim Aufspüren der Calas.
Beste Zeit: Ab Ende April bis Mai und September bis Anfang Oktober.
Anreise: Palma de Mallorca und auch die anderen Inseln der Balearen werden von vielen europäischen Flughäfen direkt angeflogen.
Einreise- und Zoll: EU- und Schengen Land.
Reisepapiere: Personalausweis.
Sprache: Auf den Inseln werden Dialekte des Katalanischen und Spanisch gesprochen. Englisch wird überall gut verstanden.
Kleidung: Leichte Baumwollkleidung für den Landgang. An Bord könnte ein Pullover gefragt sein, das Ölzeug nur in der Vor- und Nachsaison.
Sicherheit: Die Balearen gelten als sicheres Reiseziel. Trotzdem sollte man keine Wertsachen an Bord lassen und – besonders in Palma –gut auf seine Geldbörse achten.
Reiseführer: Thomas Schröder: „Mallorca“, „Ibiza & Formentera“, Robert Zsolnay: „Menorca“. Alle im Michael Müller Verlag.

Permit für Cabrera: Um im Puerto de Cabrera eine Mooringboje aufnehmen zu dürfen, benötigt man ein Permit. Das kann man sich im Internet unter www.balearsnatura.com besorgen. Im Segelführer wird detailliert erklärt, wie man vorzugehen hat. Im Juli und August kann man für maximal zwei, im Juni und September für sieben Nächte reservieren. Der Zeitpunkt der Reservierung muss eingehalten werden. Die Bojen und Moorings werden täglich kontrolliert, ob das Permit vorhanden ist. Das geschieht mit Registriernummer und/oder dem Bootsnamen. Wer mit einem Charterboot unterwegs ist, kann sich dieses Permit von der Charterfirma besorgen lassen. Zu beachten ist, dass im gesamten Naturschutzbereich das Fischen und Ankern verboten ist! In einigen Buchten liegen aber Bojen aus, die tagsüber genutzt werden dürfen.

Windverhältnisse

Mestral / Mistral: Auf diesen aus dem Rhonetal fauchenden Wind ist besonders an der Nordküste Menorcas zu achten. Selbst im Sommer kann er Seglern dort unfreiwillige Hafentage bescheren. In der Vor- und Nachsaison kann man von ihm auch an der Nordküste Mallorcas eingeweht werden.

Tramuntana: Dieser Wind „kommt über die Berge“ (gemeint sind die Pyrenäen), bevor er auf die Nordwestküste von Mallorca triff. Im Sommer lässt sich mit ihm gut segeln – wenn man nicht gerade versucht gegen ihn anzugehen. In der Vor- und Nachsaison kann er auch an der Westküste Ibizas und im Norden Menorcas Sturmstärke erreichen.

Xaloc / Schirokko: Dieser feuchtschwüle Wind aus SE kann einem mit seinem Schwell sämtliche Calas an den Süd- und Südostküsten aller Balearen-Inseln vermiesen. Gefährlich werden kann er, wenn er Sturmstärke erreicht. Das schafft er jedoch meist nur in der Vor- und Nachsaison.

Llevant: Er kann stürmisch aus Ost blasen und dabei – vor allem in der Vor- und Nachsaison – für ein wenig erfreuliches Wetter sorgen.

Llebeig: Wind aus S bis SW und aufziehende Zirrusbewölkung sind meist Vorboten einer sich von Westen nähernden Front. Meist hält sich das Ungemach in Grenzen, doch immer wieder brütet er auch schwere und schwerste Stürme aus. Besonders gefährdet sind die Westküsten Ibizas und Mallorcas, aber auch die Calas im Süden von Menorca bekommen ihren Teil ab.

Gregal: An der Rückseite eines nach Ost abziehenden Tiefs, sorgt dieser Nordostwind meist für gutes Segelwetter.

Sommergewitter: Besonders über Mallorca und Menorca können sich an heißen Sommertagen Gewitter ausbilden. Für Segler sind sie deshalb so gefährlich, weil in ihnen der Wind um bis zu 180° umspringen und in Böen Sturmstärke erreichen kann.

Thermik: Ein ausgedehntes Hoch oder flache Druckverteilung bescheren den Balearen im Sommer oft lange Flauten Perioden. Die über der Insel aufsteigende heiße Luft sorgt für eine auflandige Brise, mit der sich ab Mittag gut segeln lässt.

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