SR-Revierreport: Abwechslung in der Nordadria. Von Triest bis Lignano Sabbiadoro

Zwischen den Welten

Die Region Friaul-Julisch Venetien bietet Seglern eine nahezu perfekte Infrastruktur. Verträumte Fischerdörfer und ruhige Lagunen wechseln sich mit pompösen Bauten und mondänen Marina-Ressorts ab. Wir haben uns vor Ort genauer umgesehen.

Muggia liegt gleich gegenüber von Triest, wurde aber durch die Republik Venedig geprägt anstatt durch die Habsburger. Bild: Kai Köckeritz

Der Duft von Jasmin weht in der ersten warmen Nacht des Jahres über die Promenade von Triest. Wir schlendern durch die angenehme Frühsommernacht an der Adria entlang. Mit Triest und der nördlichen Adria verband ich bis dahin nicht unbedingt ein erstklassiges Segelrevier. Doch im Verlauf der Reise durch die Region Friaul-Julisch Venetien sollte ich eines Besseren belehrt werden.

Leise Stimmen und kaum wahrnehmbares Meeresrauschen bilden die akustische Untermalung der Szenerie. Auf der 200 Meter langen in die Adria reichenden „Molo Audace“ sitzen kleine Gruppen zusammen und genießen den lauen Abend. Flankiert von prächtigen Palazzi aus dem späten 19. Jahrhundert thront die Piazza dell’Unità d’Italia direkt hinter der historischen Mole an der Adria. Als einer der größten Platz Italiens öffnet er sich direkt zum Meer hin. Das majestätische Antlitz des Platzes stammt aus der Habsburger Zeit Triests. Bis zum Ende des ersten Weltkriegs gehörte Triest als wichtiger Seezugang zur Adria zu der Donaumonarchie. Als italienische Soldaten 1918 an der Piazza am Meer anlandeten, ließ Triest mehr als 500 Jahre unter den Habsburgern hinter sich – zumindest formell.

Bilder aus Triest

Noch heute fühlt man sich in Triest zwischen den Welten, erklärt uns Luca Corbella, Präsident der Marina San Giusto im Stadtzentrum Triests. 219 Liegeplätze bietet seine Marina an. Am meisten freue er sich natürlich über Megayachten, gesteht er ein. Im Herzen bleibe er jedoch Segler. Direkt in der Marina befindet sich das Restaurant „Pier“. Laut Luca das einzige Restaurant Triests, in dem die Gäste direkt am Meer sitzen können. Auf der großen Dachterrasse mit der Bar „Pier The Roof“ lässt sich stilecht bei einem Sundowner der Sonnenuntergang genießen.

Triest und der Kaffee

Durch den kulturellen Einfluss der Habsburger gelangte auch die Kaffeehaus-Tradition nach Triest. Auf unserem nächtlichen Spaziergang durch die Straßen der Stadt kommen wir an zahlreichen, teils über hundert Jahre, alten Cafés vorbei. Gleich an der großen Piazza liegt das Caffè degli Specchi, eröffnet 1838. Doch es geht noch älter

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Kai Köckeritz

Leidenschaftlicher Fahrtensegler und Chefredakteur des Magazins segeln. Er ist viel in Holland unterwegs, aber auch in den Revieren des Südens. Lange Schläge sind eher seins als kurze Up&Downs auf der Regattabahn.

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