Wal-Kollision: Wie Kito de Pavant seine Yacht verlor – Dramatisches Video

Wal überfahren

Bei den Mirabaud Sailing Video Awards ist noch einmal das unglaubliche Erlebnis von Kito de Pavant bei der Vendée Globe präsent geworden. Das prämierte Video zeigt einen neuen Blickwinkel.

Die Rettung von Kito de Pavant  im März 2017 bei den Crozet-Inseln im Southern Ocean gehört zu den dramatischen Momenten des Segeljahres. Zuerst hatte es viele Mutmaßungen gegeben, wie der Kiel-Abriss zustande gekommen ist. Aber dann ergaben die Auswertung der Aufnahmen von Bord der IMOCA “Bastide-Otio”, dass de Pavant tatsächlich mit einem Pottwal kollidiert ist.

Pottwal Kollision

Der Pottwal schwimmt nach der Kollision achteraus.

Bisher war von einem UFO die Rede, einem Unidentified Floating Object, also einem unbekannten Hindernis im Wasser. Aber eine Kamera hat aufgezeichnet, wie unmittelbar nach der Kollision ein dunkler Wal-Köper aus dem Wasser taucht.

Der Skipper selbst bemerkte den Grund für den Crash nicht. Er kommt erst nach dem Aufprall aus der Kajüte und späht ins Wasser. Da ist der Wal aber schon verschwunden. Die neuen im Film verarbeiteten Aufnahmen zeigen noch einmal aus anderem Blickwinkel das Ereignis, das de Pavant zum Verlassen seiner Yacht zwang.

Kito de Pavant kann es nicht fassen. In der Nacht ist er mit seiner havarierten `Groupe Bel´ im portugiesischen Cascais angekommen... © Ricardo Pinto | Groupe Bel

Kito de Pavant ist Kummer gewohnt. © Ricardo Pinto | Groupe Bel

31 Tage war er auf See und wurde dann im Southern Ocean von dem 110 Meter langen Versorger “Marion Dufresne” gerettet, der sich zufällig in der Nähe befand. Der Bruch der Kielaufhängung hatte auch zur Beschädigung eines großen Bereiches des Rumpfes geführt, und der Wassereinbruch konnte nicht gestoppt werden.

Das Erlebnis macht noch einmal bewusst, welche Gefahren für die immer schneller werdenden Yachten besonders in den schwer zugänglichen Wasserwüsten dieser Erde bestehen. Zurzeit rast gerade Francois Gabart in diesem Seegebiet um die Welt. Nicht auszudenken, was passiert, wenn er mit über 30 Knoten auf solch ein Hindernis trifft.

Das erste Video nach dem Vorfall:

Kito de Pavant zeigt die Schäden am Kiel:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Wal-Kollision: Wie Kito de Pavant seine Yacht verlor – Dramatisches Video“

  1. avatar Borgfels sagt:

    Auch hier der dezente Hinweis, dass der Wal schon lange vor dem Regattasegler auf den Weltmeeren unterwegs war/ist und der Segler genauso fuer den Wal eine Gefahr/Risiko darstellt. So dramatisch der Incident fuer Kito war, so dramatisch war er mit Sicherheit auch fuer den Wal!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 0

  2. avatar prospero sagt:

    Oha!
    Veröffentlicht am 14.3.2017.
    Das Wal-Video ging schon vor einem halben Jahr durch die Netzwelt.

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

  3. avatar Fabian Ritter sagt:

    Hello, I am writing to you in my role as ship strike data coordinator at the International Whaling Commission IWC. This is an interesting video and a rare account of a whale struck by a vessel caught on video. Although not 100% sure, I would argue that the whale hit was a baleen whale rather than a sperm whale.

    With this I would like to invite you to enter the available data on this incident into the IWC global ship strike data base via this link: http://iwc.int/ship-strikes

    Background information: The IWC has developed a standardized global database to report collisions between vessels and whales. The database is open for anyone to submit data and includes information on the whales (e.g., species, size, observed injuries, etc.) and on the vessels. The objectives of the database are accurate estimates of mortality and injuries, to help detect trends over time, to allow better modeling of risk factors (e.g., vessel type, speed, size), and to identify high risk or unsuspected problem areas. The data base provides an on-going facility for collecting new information. Most importantly, it relies on scientists and mariners providing information. Therefore, any report of a ship strike is important.
    We are generally looking for new records and invite anyone with information regarding collision cases or evidence of animals with clear sign of ship strike to compile the online database.
    Please be reassured that all data will only be used for scientific purposes with the final aim to develop mitigation measures for ship strikes

    Thank you very much for your cooperation. Please do not hesitate to contact us in case you have any questions.
    Best greetings,
    Fabian

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