12.000 Euro Zukunftspreis für Wellenenergie-Wandler von 49er Bronze-Gewinner Jan Peckolt

Erfolgreich trotz Medaille


Die Pressemitteilung:

Der deutsche Atomausstieg ist beschlossen, doch der Energiebedarf bleibt hoch. Wind- und Solarenergie gehört die Zukunft, aber wird das ausreichen? Strom könnte auch aus Meereswellen gewonnen werden, und zwar kostengünstig. Dafür sieht Dipl.-Ing. oec. Jan Peckolt (30), Olympia-Medaillengewinner 2008 im Segeln, realistische Chancen.

Jan und Hannes (hinten) Peckolt gingen acht Jahre lang bei ihrem Segelprojekt Seite an Seite durchs Leben. © Marina Könitzer

Mehr noch: Nach Abschluss seiner Sportkarriere entwickelte der Wirtschaftsingenieur dazu in seiner Diplomarbeit ein innovatives System, das Forschung und Industrie hellhörig macht. Es eignet sich speziell für die Kopplung mit Offshore-Windparks. Am Dienstag (11. Oktober) erhielt er dafür in Essen den RWE-Zukunftspreis 2011.

Den Startschuss für die Weiterentwicklung des Systems unter dem Projektnamen NEMOS (Nutzung des Energiepotenzials von Meereswellen in Offshore-Windparks zur Stromerzeugung) hat der Initiator schon gegeben (www.nemos.org).

Von 75 Studienabschlussarbeiten hatte die Jury unter Vorsitz von Ingo Alphéus, Leiter der RWE Effizienz GmbH, die fünf besten fürs Finale auserkoren, deren Einsender in der Essener Philharmonie die mit Spannung erwartete Preisverleihung miterlebten. Das System zur energetischen Nutzung von Meereswellen überzeugte als durchdachtes, schlüssiges Konzept, das einfach, aber wirksam und nah an einer Umsetzung sei, hieß es in der Laudatio des Juryvorsitzenden.

Vom RWE-Personalleiter Hans-Dieter Rüter erhielt Peckolt in Anwesenheit von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft die Auszeichnung als erster Sieger. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert. „Für das NEMOS-Projekt ist es sowohl eine großartige Bestätigung als auch ein weiterer Ansporn, das Projekt mit Schwung voran zu treiben“, so der stolze Gewinner.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm. „In diesem Jahrzehnt werden allein in Europa bis zu 7000 Offshore-Windkraftanlagen installiert. Auf den dafür vorgesehenen Wasserflächen existiert ein erhebliches Energiepotenzial durch Meereswellen.“ sagt Prof. Bettar O. el Moctar, geschäftsführender Direktor am Institut für Schiffstechnik, Meerestechnik und Transportsysteme der Universität Duisburg-Essen.

2008 Bronze-Medaille im 49er, seit acht Jahren die einzige Olympia-Segelmedaille für Deutschland. © Peckolt

Ingenieur Jan Peckolt, der mit diesen Elementen bestens vertraut ist, will beide Energieformen koppeln: „Setzt der Wind aus, so laufen die Wellen noch lange nach. Bei einer kombinierten Nutzung käme es zu einem gleichmäßigeren Gesamtenergieertrag.“ Die Schwankungen könnten laut einer an einem amerikanischen Standort durchgeführten Studie um etwa 20 % reduziert werden. Gemeinsam genutzte Seekabel wären besser ausgelastet, wodurch Kosten gespart würden.

Nach dem erfolgreichen Olympia-Projekt erforschte Peckolt zum Ende seines Studiums an der TU Hamburg-Harburg am Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) in Duisburg die Physik von Wellenkraftwerken. Er entwickelte Methoden, mit denen der Wirkungsgrad gegenüber heutigen Anlagen erheblich gesteigert werden kann. Basierend auf den Forschungsergebnissen konzipierte er ein Gesamtsystem, mit dem seine Erkenntnisse möglichst kostengünstig umgesetzt werden können.

Die NEMOS-Anlage besteht aus einem länglichen Auftriebskörper, der mit drei Seilen zum Meeresgrund verspannt ist. Er wird durch Wellen zur Bewegung angeregt und überträgt mechanische Energie per Seil an einen Generator, der geschützt vor Seewasser am Turm einer Windkraftanlage positioniert ist.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „12.000 Euro Zukunftspreis für Wellenenergie-Wandler von 49er Bronze-Gewinner Jan Peckolt“

  1. avatar Manfred sagt:

    Das ist ne richtig gute Idee. Besonders das anbinden der Technologie an den Fuß der WKA. Alles bereits vorhanden. Bei FVW´s oder Strukturberechnungen kommen wir gerne mit in s Boot.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 23 Daumen runter 0

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