Ab 21. März im Kino: Gewinnt Thor Heyerdahls “Kon Tiki” einen Oscar?

Balsa Floß reloaded

Die abenteuerliche archäologische Expedition über 8.000 km auf einem Segel-Floß aus Balsa-Hölzern gewann als Doku bereits 1952 einen Oscar. Der aktuelle norwegische Spielfilm ist als bester ausländischer Film erneut nominiert.

Kon tiki, Oscar

Originalgetreuer Nachbau der ersten Kon-Tiki © nordisk

Jeder, der heute auf einem schwimmenden Untersatz mit Segel oben drauf unterwegs ist, hat irgendwann in seinem Leben schon mal von „Kon Tiki“ gehört oder gelesen. Denn die sagenhafte Expedition des norwegischen Archäologen Thor Heyerdahl und seiner Mitstreiter Hermann Watzinger, Torstein Raaby, Knut Haugland, Bengt Danielsson und Erik Hesselberg  ist längst Legende: Sie segelten und trieben 1947 auf einem selbst gebauten Floß aus Balsa-Hölzern (Schiff und Expedition wurden nach dem Inka-Gott Qun Tiksi Wiraqucha benannt) verblüffende 8.000 km über den Pazifik.

Mit dieser Forschungsreise wollten sie eine Theorie des Archäologen Heyerdahl beweisen: Polynesien wurde auf eben solchen archaischen Flößen von Südamerika aus besiedelt.

Kon tiki, Oscar

Vor allem unter Wasser lauerte Gefahr für die Expedition. Ob mit einem Walhai, der sich den Buckel kratzen will… © nordisk

Die Kon Tiki-Expedition war nahezu ausschließlich ohne „moderne“ Hilfsmittel unterwegs, lediglich ein Funkgerät war an Bord, mit dem wenige Kontakte zur Außenwelt aufgenommen wurden..

Die norwegische Kon-Tiki-Crew bestand aus ehemaligen Geheimagenten, traumatisierten Kriegsveteranen, unverbesserlichen Optimisten und ziemlich egomanischen Wissenschaftlern – eine wilde Mischung, die sich schließlich in den Weiten des Ozeans auch in emotional ausgetragenen Konflikten entlud.

Oscar, die Zweite!

Bengt Danielsson drehte damals mit einer Super-Acht-Kamera das Geschehen an Bord der Kon Tiki und konnte mit dem Material und später hinzugefügten Sequenzen in enger Zusammenarbeit mit Thor Heyerdahl einen Dokumentarfilm schneiden, der in dieser Kategorie 1952 den Oskar gewann.

Kon-Tiki, Oscar

… oder einem Weißen Hai, dem Nichtschwimmer heyerdahl offenbar von seiner meuternden Crew zum Fraß vorgeworfen wird © nordisk

Das wollen die beiden norwegischen Regisseure Joachim Rønning & Espen Sandberg mit ihrem 2012 entstandenen Werk „Kon Tiki“ an diesem Wochenende möglichst wiederholen – wenn auch in der Kategorie „bester ausländischer Film“.

Ihr aufwändig gedrehtes Meisterwerk wirkt wie eine Remineszenz an das hollywoodeske Abenteuer-Genre: Faszinierende Naturaufnahmen stehen im Mittelpunkt, knorrige Typen sorgen fürs Heldentum, ein wenig Liebesgesülze für den Damenanteil im Kinopublikum.

Doch der teuerste, jemals in Norwegen produzierte Film legt dennoch Wert auf höchstmögliche Nähe zur Realität: Das bereits vor 15 Jahren entstandene Drehbuch wurde als einziges von Thor Heyerdahl kurz vor seinem Tod (2002) für gut genug befunden.

Ab 21. März ist das Werk in deutschen Kinos zu bewundern; am kommenden Sonntag wird sich entscheiden, ob es bei den Oscar-Verleihungen nach 62 Jahren wieder heißen wird: And the winner is… Kon Tiki!

Kon tiki, Oscar

So hing Thor Heyerdahl auf dem Original rum © nordisk

Kon tiki, Oscar

Wie die damit bloß so weit gekommen sind… © nordisk

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Michael Kunst

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