Autor: Michael Kunst

Sechs IMOCA über den Atlantik – Links zu den Live-Streams
Live: Auslaufparade Ocean Race Atlantic
Am Dienstag, 1. September fällt vor New York der Startschuss zum Ocean Race Atlantic. Sechs IMOCA machen sich auf den rund 3.200 Seemeilen langen Weg über den Atlantik nach Lorient – darunter Boris Herrmann mit der neuen Malizia 4. Wer die Auslaufparade live verfolgen möchte:

Aventura: 20 Boote gegen den Bedeutungsverlust – Figaro sucht seine Zukunft
Totgesagte segeln länger
Eigentlich sollte L’Aventura nur eine Lücke im Figaro-Kalender schließen. Dann kam die Scheidung von der Solitaire – und plötzlich zeigt die neue 2.400-Meilen-Regatta, wie lebendig die angeblich nicht mehr zeitgemäße französische Offshore-Schmiede noch ist.

Ocean Race Atlantic: Foilcase, Neubauten, Rekordjagd – warum dieser Atlantiksprint spannend wird
Malizia 4 vor dem ersten Härtetest
Zwei brandneue IMOCA, zwei unterschiedliche Konzepte – und bei Boris Herrmanns Malizia 4 bleibt nach der ersten Atlantikpassage ein technisches Fragezeichen. Das kleine Ocean Race Atlantic könnte damit zum aufschlussreichsten Härtetest der neuen IMOCA-Generation werden.

Guirec Soudée: Vom Weltrekord zum Familientörn – Entdeckung der Langsamkeit
Kurs Abenteuer mit Familie
Nach Rundum-Weltrekord, Vendée Globe und ziemlich wilden Jahren auf See versucht Guirec Soudée etwas Neues: Familiensegeln. Mit Newt, Maé und Manec geht es von der Bretagne über Irland nach Schottland und, wenn alles passt, weiter bis Grönland. Schon die ersten Wochen zeigen: Es gelten andere Regeln.

Solitaire du Figaro: Als der Körper einfach abschaltete – Tom Dolans bitterste Figaro-Nacht im Video
Wenn der Wecker nicht mehr reicht
Tom Dolan führte die Solitaire du Figaro, als sein Körper plötzlich eine andere Entscheidung traf als sein Kopf. Wenige Minuten später lag sein Figaro 3 auf den Felsen der Île de Sein. In einem aktuellen Video rekonstruiert Dolan die Havarie und die spektakuläre Bergung von Kingspan.

Orcas: Stöße gegen den Rumpf – Forscher und Segler rätseln über neues Verhalten
Ändern die Orcas ihre Taktik?
Mehrere aktuelle Vorfälle vor der spanischen Atlantikküste sorgen selbst unter Orca-Forschern für Stirnrunzeln. Erstmals berichten Segler von direkten Stößen gegen den Bootsrumpf. Gibt es tatsächlich eine neue Taktik der iberischen Orcas – oder täuschen dramatische Einzelfälle?

Neue Segelfährlinie im Ärmelkanal – Desjoyeaux übernimmt den Praxistest
Der Professor als Testpilot
SailLink wagt den nächsten Schritt. Nach der erfolgreichen Segelfährverbindung zwischen Boulogne und Dover soll nun eine deutlich längere Route folgen. Für eine Testfahrt übernimmt Hochsee-Legende Michel Desjoyeaux das Ruder auf seinem Katamaran „Mer agitée“.

Sieg in der TP52 vor Lanzarote: Richomme sucht Erholung – und siegt prompt mit Loïck Peyron
Vom Solisten zum Teamplayer
Yoann Richomme wollte sich zwischen zwei Vendée-Globe-Zyklen eigentlich regenerieren. Stattdessen steigt er als Navigator auf der TP52 „Paprec“ ein – und gewinnt mit Taktiker Loïck Peyron ausgerechnet in einer der weltweit härtesten Regatta-Klassen. Der erste französische Gesamtsieg nach 14 Jahren.

Solitaire du Figaro-Wechsel zum Trimaran: Wut und Fassungslosigkeit in der Szene
„Pipeline des Hochseesegelns“
Warum der Umstieg bei der Solitaire du Figaro von 10-Meter-Yachten auf Ocean Fifty Trimrane Frankreichs Hochseesegler derart erzürnt – und weshalb hinter dem Streit um eine traditionsreiche Regatta eine viel grundsätzlichere Frage steckt.

Hydroptère-Comeback: Diesmal muss Alain Thébault die Zukunft nicht neu erfinden
Die zweite Auferstehung
Der Foil-Pionier Thébault sucht die Einzelteile der ersten Version des Hydroptère zusammen. Ausgerechnet jener Mann, dessen finanzielle Höhenflüge mehrfach ziemlich unsanft endeten, möchte damit ein Stück Segelgeschichte retten. Dieses Mal sogar mit Erfolgschancen.

Größter Frachtsegler der Welt: 1.000 qm Hightech-Segel in Fetzen – warum die Reederei deutliche Kritik übt
Segel-Crash beim Frachtgiganten
Erst im vergangenen Herbst nahm Neoliner Origin ihren Transatlantik-Liniendienst auf. Nun hat der weltweit größte Frachtsegler Probleme mit einem seiner riesigen SolidSails. Nach einer mechanischen Fehlfunktion erlitt das vordere Großsegel einen erheblichen Schaden. Die Reederei findet für den Vorfall ungewöhnlich klare Worte.

Sébastien Simons radikaler IMOCA Neubau: Weniger Krängung – Steuern mit Stick
Fly-by-Wire oder vom Skipper zum Piloten
Die nächste IMOCA-Generation wird nicht nur schneller, sondern auch grundsätzlicher. Während ein Teil der Flotte den bekannten Foil-Monohull verfeinert, setzt Sébastien Simon (wie auch schon Kojiro Shiraishi auf DMG Mori) mit Guillaume Verdier auf ein Boot, das anders im Wasser liegen, anders gesteuert und anders belastet werden soll.

Mikrosegeln: Yann Quenet erreicht Hiva Oa auf 4,20m-Boot – Leck, Ruderschaden und letzte Sardine
Im „Schuhkarton“ über den Pazifik
Yann Quenet hat wieder geliefert: Der Bretone ist mit seinem vier Meter kurzen Selbstbau „Baluchon“ in Hiva Oa angekommen. Dazwischen lagen 3.700 Seemeilen Pazifik, Wasser im Boot, Wellen höher als der Mast, ein abgerissenes Ruder und eine Proviantplanung, die kurz vor Landfall eher existenzialistisch wurde.

Kentertest: Malizia 4 liegt quer – warum sich ein neuer IMOCA aufs Ohr legen muss
Einmal kontrolliert kentern, bitteschön!
Bei einem neuen IMOCA wird gern über die großen Linien gesprochen: Konstruktion, Foils, Kampagne, Kalender, Weltumsegelung. Am Morgen nach dem Stapellauf schrumpft all das für einen Moment auf sehr einfache Dinge zusammen: ein Taucher im Hafenbecken, ein Kran am Kai, eine Schlinge am Kiel und ein Vermesser, der Abstände zum Wasser notiert.

Boris Herrmanns neuer IMOCA – Malizia 4 schwimmt, sieht klasse aus und steht schon unter Zeitdruck
Boris Herrmann und der enge Takt
Boris Herrmanns neuer IMOCA ist im Wasser. Nicht mit großem La Base-Gedöns, sondern im Fischereihafen von Lorient, auf kleiner Flamme und unter sichtbarem Zeitdruck. Dabei geht es jetzt erst richtig los: Ocean Race Atlantic, Route du Rhum – vier Transats auf einem Boot, das schnell ganz viel lernen muss.

Bretonische Klassiker-Regatta – im Glück auf Lady Maud
Keine Winsch, keine Ausrede
Der Autor wollte eigentlich nur Vorurteile bestätigt bekommen: zu viel Lack, zu viel Tradition, zu viel Klub-Blazer. Dann stand er in Bénodet auf Lady Maud, einem fast 120 Jahre alten Gaffelkutter, zog ohne Winsch Segel hoch, kämpfte mit Klüver, Gaffelgroß und Leichtwind – und musste feststellen: Manchmal ist Nostalgie unter Segeln verdammt nah am Glück.

Seraina und Jeroen: Aussteigertraum auf rostiger Stahlyacht – 24 Tonnen Freiheit mit Enduro-BMW an Bord
Harte Arbeit vor dem Leben auf See
Wie beginnt eigentlich ein moderner Aussteiger-Traum? Mit einer Kündigung? Mit einem One-Way-Ticket? Oder mit einem Motorrad, das bei Ebbe neben einer roten Stahlyacht steht und irgendwie an Bord muss, bevor das Wasser zurückkommt?

Vendée Arctique: Einmal Polarkreis und zurück – nur neun Teilnehmer, trotzdem spannend?
Kein Gipfeltreffen
Die Organisatoren verkaufen Abenteuer am Polarkreis – die Realität liefert nur neun Starter. Dennoch könnte die Regatta spannender werden als manche Großveranstaltung. Weil sie vielleicht einen ersten Blick auf die Zukunft der IMOCA-Klasse liefert.

Yacht-Porträt: Drei Rümpfe, viele Leben – vom rasenden ORMA-Renntri zur Waterworld-WG
Wie viele Leben hat ein Trimaran?
Sodebo, Prince de Bretagne, Love Water: Dieser Trimaran hat Kenterungen, Mastbrüche, Rekorde und Sponsorenwechsel überlebt. Nun taucht er in Florida wieder auf – als improvisierte Bleibe. Die irre Geschichte eines Hochsee-Renners, der einfach nicht abdanken will.

470er-Kaderseglerin Laura Pukropski (24): Neustart als Besitzerin einer Segelschule
Die Steuerfrau bleibt an Bord
Laura Pukropski war im 470er auf dem Weg Richtung olympische Welt, bis Finanzierung, Realität und Zukunftsplanung nicht mehr denselben Kurs segelten. Jetzt hat die 24-Jährige die Segelschule Plau am See übernommen – und ist vielleicht genau dort Segelprofi geworden, wo dieser Sport am dringendsten gute Leute braucht.

Solitaire du Figaro: Irischer Sieg, irres Talent – ex Malizia-Segler Berrehar und Lunven zurück im Zirkus
Charakterbildungsmaßnahme
Der Ire Tom Dolan (39) gewinnt die erste Etappe der Solitaire du Figaro. Dahinter zeigen sich die gestandenen IMOCA-Skipper Berrehar und Lunven. Und dann ist da noch Tom Goron, der auch schon im Opti über den Ärmelkanal segelte. 20 Jahre jung, kurz nach dem Start Letzter – und am Ende wieder mitten im Spiel.

Frachtsegeln: Nach der Insolvenz – TOWT segelt als NEWTOWT weiter
Die Bilanz segelt immer mit
Die französischen Segelfracht-Pioniere Anemos und Artemis sollen nach der Pleite wieder über den Atlantik segeln. Die Gründer sind offenbar nicht mehr im Aktionärskreis. Kann Segelfracht mehr sein als eine schöne Idee mit ökologischer Berechtigung?

Vendée-Globe-Skipper ohne Ruder durch Patagonien: Patín-a-Vela extrem – ziehen, schleppen, segeln
Segeln? „Dass ich nicht lache!“
Nach der Etappe Laguna San Rafael in Patagonien war Schluss mit Gletscherromantik für die Abenteurer Dídac Costa und Guillermo Cañardo. Sie mussten ihre ruderlosen 5,60-Meter-Kats über Land wuchten und immer wieder neu starten. Am Ende stand kein Scheitern, sondern Patagoniens nüchterne Korrektur des Plans.

Türke Selim Yalcin beim Golden Globe Race: Warum der 65-jährige Arzt um die Welt segelt
Große Botschaft auf kleinem Heck
Der türkische Kinderorthopäde Selim Yalcin will 2026 beim Golden Globe Race starten. Mit einer Endurance 35, viel Langfahrterfahrung, vergleichsweise wenigen Solomeilen und einer Mission, die nicht nach PR riecht: Aufmerksamkeit und Unterstützung für Kinder mit Behinderungen.

Weltumseglung: Yann Quenet und „Baluchon“ – die kleinste Antwort auf den Größenwahn des Segelns
Wriggen, bis der Pazifik kommt
Während die Großen der Szene mit Foils, Satelliten, Millionenbudgets und Carbon-Philosophie um die Welt hetzen, bastelt Yann Quenet bei minus drei Grad eine Windfahne aus Plexiglas, Kabelbindern und Restwürde. Der Bretone hat sein 4,20-Meter-Boot an den Behörden vorbei durch Kanada getrailert und ist wieder auf See.

Golden Globe Race: Guy deBoer im zweiten Anlauf – gestrandet, aber längst nicht erledigt
Nach Schiffbruch doch noch um die Welt
2022 endete Guy de Boers Golden-Globe-Abenteuer nach 14 Tagen auf den Felsen von Fuerteventura. Vier Jahre später steht der 70-jährige Amerikaner wieder auf der Meldeliste – mit repariertem Rumpf, notorisch knapper Kasse und dem festen Willen, den Schiffbruch von damals vergessen machen zu lassen.

Golden Globe Race: Erden Eruç ruderte und radelte um den Globus – nun einhand unter Segeln
Extremsport-Promi am Start
Erden Eruç (64) hat die Erde einst mit Muskelkraft umrundet. Nun will der türkisch-amerikanische Abenteurer beim Golden Globe Race starten – jener Regatta, die aus kleinen Booten, alten Regeln und maximaler Einsamkeit ihren Mythos zieht. Das passt erstaunlich gut.

Fall Escoffier: Prozess nach einer Stunde vertagt – neuer Termin im November
Vertagt statt verhandelt
Wie berichtet, sollte in Lorient an diesem Montag der Prozess gegen Kevin Escoffier beginnen. Doch statt eines Einstiegs in die Sache gab es erst einmal einen abrupten Stopp. Die Verhandlung wurde vertagt. Der Grund für die abrupte Wendung ist heikel. Die Stimmung „kochte hoch“.

Affäre Escoffier: Prozessauftakt in Lorient – Protest vor dem Gerichtsgebäude
Nur Flirts oder sexuelle Übergriffe?
Vor dem Gericht wird protestiert, im Saal geht es um den Vorwurf sexueller Übergriffe gegen vier Frauen: Der frühere Hochsee-Held Kevin Escoffier muss sich heute in Lorient verantworten. Der Fall hat die französische Segelszene tief erschüttert.

