Abenteuer: Brasilianerin ins Packeis gesegelt – 25-Jährige sucht Einsamkeit der Arktis

Tamara allein im Eis

Es mag seltsam erscheinen, dass eine Story, die hauptsächlich im Packeis spielt, ausgerechnet mit einer Brasilianerin als Protagonistin aufwartet und in der Bretagne beginnt. Doch was ist schon normal in der Segelszene? 

Aus der Hitze Brasiliens in die Kälte der Arktis – Abenteurerin Tamara Klink auf den Spuren ihres Vaters © Tamara Klink

Lorient, Ende Juni 2023. Am Steg in La Base liegt eines dieser Blauwasser-Boote, wie man sie öfter in den großen Sporthäfen am Atlantik sieht. Nicht unbedingt heruntergekommen, aber ein wenig ramponiert und von innen nach außen „gestülpt“ wirkt die Sardinha 2 wie … ja ein korrektes Langfahrtboot auszusehen hat. Wohl kaum für Höchstgeschwindigkeiten konzipiert, dafür aber robust – Kunststück: Stahlrumpf – und überhaupt gemütlich. Man sieht, dass Skipperin oder Skipper darauf viel Zeit verbracht haben. Und verbringen werden. 

Lieber nicht den Mund zu voll nehmen

Reichlich Material aus dem Inneren des Bootes liegt im Cockpit und an Deck verstreut in offensichtlich „chaotischer Ordnung“. Dumpf hört man von unten portugiesisches Trällern, kurz darauf taucht ein breit lächelndes Frauengesicht im Niedergang auf, gekrönt von einer etwas zerzausten Haarpracht. Gestatten: Tamara Klink, 26 Jahre jung, Brasilianerin, Tochter des (dort) höchst bekannten Antarktis-Abenteurers Amyr Klink und der Fotografin und erfolgreichen Regattaseglerin Marina Bandeira-Klink. 

Auf dem Weg gen Norden © tamara klink

Aus dem Lächeln wird schnell ein bedauernder Gesichtsausdruck: Ja, sie erinnere sich, dass wir zu einem Interview verabredet sind; aber nein, sie habe ihre Meinung geändert. Warum? „Ich will nicht ausführlich über Dinge reden, von denen ich keine Ahnung habe, wie sie sich entwickeln werden. Ja, ich habe Großes vor. Ja, der Ausgang ist höchst ungewiss. Ja, ich bin vielleicht abergläubisch – und will deshalb den Mund nicht allzu voll nehmen.“

Ein wenig lässt Tamara Klink dann aber doch „raus“. Schließlich haben wir uns wenige Tage, bevor sie vor drei Jahren die Leinen zu ihrem letzten großen Abenteuer los geworfen hat, bereits bestens unterhalten. Über den Atlantik segelte sie damals auf einer 26-Fuß-Maxi in die Heimat.

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Michael Kunst

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