Abenteuer: Mike Horn kurz vor dem Südpol – Pole2Pole: 6 Kontinente, 24.000 Meilen

Eiskalter Hochsommer

Der Abenteurer Mike Horn segelte mit seinem Expeditonsschiff „Pangea“ an die antarktische Küste und lässt sich derzeit von Kites auf Ski zum Südpol ziehen.

Die einen halten ihn für den größten Abenteurer unserer Zeit. Die anderen meinen, seine durchaus spektakulären und aufwändigen Expeditionen, meistens mit ökologischer Ausrichtung seien letztendlich nichts anderes als ein gewaltiger Ego-Trip. Tatsache ist: Der Südafrikaner und Wahlschweizer Mike Horn stellt „reichlich was auf die Beine!“

Seine bisherigen Abenteuer lesen sich wie eine Fibel für „große Fluchten“: Er befuhr als Erster solo den Amazonas von der Quelle bis zur Mündung, umrundete die Erde entlang des Äquators ohne motorbetriebene Fahrzeuge und war mehrfach im Alleingang oder zu zweit bei längeren Expeditionen im nördlichen Polarkreis unterwegs. Seine Extrem-Törns auf dem 35-Meter-Expedtionsschiff „Pangea“, mit denen er unter anderem auf Umweltprobleme aufmerksam machen wollte, sind mittlerweile legendär.

Schiff an die Kette gelegt

Andererseits wurde „Pangea“ vor drei Jahren in Frankreich kurzzeitig an die Kette gelegt, nachdem ein französischer Konstrukteur den Abenteurer des Betrugs bezichtigt hatte: Das spektakulär aus Kostengründen in den brasilianischen Favelas gebaute Aluminiumschiff stimmte 1:1 mit dem Design überein, das von Horn bei dem Franzosen in Auftrag gegeben, für zu teuer befunden und schließlich abgelehnt worden war ( SR berichtete).

Doch das ist buchstäblicher Schnee von gestern. Mittlerweile stecken Mike Horn und sein Team in ihrem bisher größten Abenteuer: Die Pol2Pol-Expedition. Wie der Name suggeriert, will Horn teils im Alleingang, teils im Team um die Welt und beide Pole (auf Ski) erreichen.

Nach aufwändigem Training im winterlichen Kanada vor einem Jahr, starteten Pole2Pole respektive Pangea und Crew in Monaco, inklusive Verabschiedung durch den monegassischen Fürsten, der dem Projekt seinen Segen gab. Erste Abenteuerstation war die „älteste Wüste der Welt“ in Namibia, wo Hauptsponsor Mercedes Benz, der Horn schon seit Langem die Treue hält, seine G-Klasse-Fahrzeuge spektakulär in Szene setzen konnte.

Die Strecke führte weiter durch das Okavango-Delta in Botswana bis nach Kapstadt, in Horns Heimat Südafrika. Von dort segelte der Abenteurer mit seiner Crew auf „Pangea“ Richtung Antarktis – eine Überfahrt, die sich ganz offensichtlich „gewaschen“ hatte, denn Horn und Crew mussten mit reichlich technischen Schwierigkeiten an Bord kämpfen. In den Eisregionen angekommen, mussten mehrere Versuche, auf dem Antarktischen Kontinent anzulanden, abgebrochen werden: die Zufahrten waren mit riesigen Eisfeldern blockiert. Selbst die 550 PS starke Mercedes-Benz-Maschine und der Aluminiumrumpf des Expeditionsschiffes waren mitunter machtlos.

Allein durch die Antarktis

Nachdem letztendlich doch ein Durchschlupf gefunden worden war, startete Mike Horn am 13. Dezember seine wohl längste Solo-Aktion der Pole2Pole-Expediton: Durchquerung des Antarktischen Kontinents auf Ski, mit Unterstützung von Kites. 5.000 Kilometer will der Abenteurer in nur wenigen Wochen während des Antarktischen Hochsommers schaffen. Er hat für 90 Tage Nahrung dabei.

Bis heute waren ihm die Wettergötter während des kalten Hochsommers auf den riesigen Eisfeldern hold. Meistens kamen die Winde aus der richtigen Richtung, so dass die Kites Abenteurer Horn über verblüffend lange Strecken ziehen konnten. 200 Kilometer am Tag sind keine Seltenheit. Sylvester gab sich Horn erst mit 216 Kilometern zufrieden, bevor er sein Nachtlager aufschlug.

Mike Horn, Südpol, Expedition

Horns Position am 2. Januar 2017 © pol2pol

Zwar ist der Südpol nun weniger als 500 km entfernt und somit „in greifbarer Nähe“, doch trotz positiver Wetterlage hat Murphy’s Law auch bei Horn seine gewichtige Rolle gespielt. So verlor der Abenteurer kürzlich seinen (einzigen) Topf und sein Besteck.

Wie er seitdem Wasser für seine „Astronautennahrung“ aufkocht, hat er auf seinen täglichen Facebook-Einträgen noch nicht bekannt gegeben. Außerdem brach ihm im unübersichtlichen Terrain ein Ski. Irreparabel, wie Horn angibt. Und dennoch zieht er weiter, immer weiter…

“Geht raus und lebt Eure Träume!”

Pangea segelt mittlerweile auf einer 4.000-Seemeilen-Route Richtung Australien. Horn will in  2-3 Wochen spätestens den antarktischen Kontinent durchquert haben. Die Meteorologen prophezeien ihm dafür jetzt schon mal eine ruhige Wetterlage mit leichten Winden aus der richtigen Richtung für seine Kites.

Doch die Beschaffenheit von Schnee und Eis, auf dem Horn unterwegs ist, dürfte auf den kommenden Tausenden Kilometern immer schlechter werden. Zur Zeit klagt Horn über enorme Belastungen auf Rückgrat, Kniegelenke, Zehen. „Wer nicht raus geht und seine Träume verwirklicht, wird niemals erfahren was in ihm steckt,“ ist Horns Leitspruch. Er wird ihn sich in den nächsten Tagen und Wochen wohl wie ein Mantra vorsagen.

Wer mehr über die Pole2Pole-Expediton erfahren möchte, die ihn und seine Crew in zwei Jahren über 24.000 Meilen und auf sechs Kontinente führen wird:

Website Mike Horn

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Facebook (nahezu tägliche Updates aus der Antarktis)

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Abenteuer: Mike Horn kurz vor dem Südpol – Pole2Pole: 6 Kontinente, 24.000 Meilen“

  1. avatar Marina sagt:

    … wieder so ne klasse Story – vielen Dank, miku!
    Happy new year.

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