Abenteuer: Olympia-Silbermedaillengewinner löst Rettungsaktion vor Floridas Küste aus

"Schwein gehabt"

Everglades Challenge

Randy Smyth auf seiner Sizzor – hier noch mit klassischer Beseglung © everglades challenge

Das war wohl etwas zuviel des Guten: Randy Smith kenterte mit seinem Flügelsegel-Parallelogramm-Trimaran während der Everglades Challenge im Golf von Mexiko. 

Randy Smyth (63), einer der höchstdekorierten Segler der USA, wurde während der Everglades Challenge in Florida von der Küstenwache aus Seenot gerettet. Der zweifache Olympia-Silbermedaillengewinner im Tornado (1984 und 1992) nahm an dem 300 Seemeilen-Abenteuerrennen teil und kenterte auf seinem 20-Fuß-Trimaran „Sizzor“ ca. 12 Seemeilen südlich von Sanibel Island (etwa Höhe Fort Myers) im Golf von Mexiko. 

300-Seemeilen-Abenteuer

Gegen 21 Uhr empfing die US-Küstenwache einen Notruf, der von einem Personal Life Beacon (PLB) gesendet wurde. Das Seenotrettungsteam – sowieso schon in besonderer Bereitschaft wegen des andauernden Rennens mit Hunderten Teilnehmern in teils „verdächtig“ skurrilen Booten – fischte Smyth eine halbe Stunde später unverletzt aus der See. Sein Boot trieb kurz darauf an Land. 

Everglades Challenge

So fotografierte die Küstenwache den havarierten Segler, wohl bei der Bergung seines Bootes © us coastguard

Die Küstenwache zitiert Smith, der zunächst keinen Kommentar vor der Presse abgeben wollte, mit den Worten: „Nochmal Schwein gehabt – dank PLB“ 

Smyth ist einer von neun Amerikanern, die einem America’s Cup-Team (1988) und bei den Olympischen Spielen erfolgreich segelten. Im Hollywood-Streifen „Waterworld“ steuerte er für Kevin Kostner den legendären Fantasy-Trimaran und im Kinofilm „Thomas Crown Affair“ doubelte er Pierce Brosnan. 2010 kommentierte er den America’s Cup für den amerikanischen TV-Sender ESPN. 

Mit Flügelsegel durch die Everglades

Randy Smyth ist bei den Everglades Challenges bereits mehrfach in der Kategorie Mehrrumpfboote erfolgreich gewesen. Er segelt seit mehreren Jahren auf einem speziell für dieses Event gebauten Trimaran, dessen Rumpf von einem A-Cat stammt. Die „Sizzor“ ist wie ein Parallelogramm aufgebaut und kann in nicht segelbaren Passagen buchstäblich zusammengeklappt werden. Seit 2017 wird Sizzor mit einem Flügelsegel angetrieben. 

Everglades Challenge

Randys Trimaran funktioniert wie ein Parallelogramm © boatdesign.net

Die Everglade Challenge ist längst Kult (SR berichtete). Gestartet wird an einem Strand der Tampa Bay in Florida. Danach stehen längere Strecken entlang der Küste im Golf von Mexiko genauso auf dem Programm wie endlos erscheinende Paddeltouren durch die „Kanäle“, Sümpfe und Seegrasfelder der Everglades. Mit Pythons, Alligatoren und Seekühen als treue „Außenbordkameraden“.

Für die 300 Seemeilen lange Strecke, die völlig autark, nur mit Vortrieb durch Muskelkraft und Wind und ohne Hilfe von außen absolviert werden muss, können sich die Langsamsten immerhin acht Tage Zeit nehmen. 

Das Rennen wurde 2015  von der Küstenwache abgebrochen, nachdem nur 60 Seemeilen nach dem Start bereits zwölf Boote bei 20 Knoten Wind gekentert waren. 

Website: Everglades Challenge/Watertribe 

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Hier mit Flügelsegel © smyth

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