Abenteuer: Weil er es kann – Italiener will alleine mit Starboot über den Atlantik segeln

Den Kopfschüttlern zum Trotz

Wenn das keine verrückte Idee ist: Der Italiener Dario Noseda bereitet sich darauf vor, im November mit einem Starboot den Atlantik zu überqueren.

Anfang November soll es losgehen. Dann wirft Dario Noseda in Las Palmas auf Gran Canaria die Leinen los, um den rund 3000 Meilen  langen Einhand-Törn Richtung Bahamas in Angriff zu nehmen.

Star Atlantik

Das Atlantik Setup: Mast und Baum abgeschnitten, zusätzliches Salingspaar, Rollgenua. © Star in Oceano

Das ist für sich fast schon nichts Besonderes mehr, aber der Mann will alleine mit einem Starboot rübersegeln. Hört sich verrückt an. Denn das Starboot gilt mit seinem filigranen Rigg und dem schmalen Rumpf nicht gerade als Synonym für Hochseetauglichkeit. Aber der Italiener scheint sein Abenteuer gut durchdacht zu haben.

Warum nicht mit einem Starboot?

Drei Jahre bereitet er den Törn nun schon vor. Und er hat sich allen Kopfschüttlern zum Trotz auch eine Begründung zurecht gelegt. Warum er das macht? “Der Atlantik ist schon mit einer Badewanne bezwungen worden. Ich verstehe nicht, warum das nicht mit einem Starboot klappen soll.” Nun ja…

Ein Selbstmord-Unternehmen soll der Törn nicht werden. Dafür hat Noseda seinen Folli Star den erwarteten Belastungen angepasst. Er kürzte Baum und Mast um je einen Meter , fügte ein zusätzliches Saling-Paar hinzu und modifizierte Rumpf und Cockpit.

Star-Extremsegler. Dario Noseda. © Star in Oceano

Den Bereich für den Vorschoter schottete er wasserdicht ab und erhält dadurch eine Kajüte, in der er auch schlafen kann. Zusätulich setzte er einige Verstärkungen ein und bastelte eine Notruder-Vorrichtung an das Heck.

Darüber installierte er etwas erhoben einen Traveller, unter dem dann auch die notwendige Not-Pinne durchgesteckt werden könnte. Außerdem will er mit drei möglichen Vorsegel-Konfigurationen über den Teich. Sie sind jeweils im Stile der Open 60s per Rollanlage am Bug befestigt.

Star Atlantik

Ablegen zum Testsegeln. © Star in Oceano

Energie spenden drei Solar Panele an Deck sowie zwei kleine Hydrogeneratoren, von denen Noseda aber glaubt, sie vermutlich nicht zu benötigen. Zwei Lithium Batterien müssen aufgeladen werden, um GPS, Satelliten- und Selbststeuer-Anlage betreiben zu können.

Zwei manuell betriebene Entsalzungsanlagen sollen das Wasser bereitstellen, das er auch für die Zubereitung der gefriergetrockneten Nahrung benötigt. Für den Fall der Fälle sind in den Rumpf-Hohlräumen Plastik-Flaschen verbaut, die genügend Auftrieb bei einer Leckage gewähren soll. Der Italiener hat maximal 30 Tage für die Überfahrt veranschlagt.

Star Atlantik

Orange sieht man besser im Seenotfall. © Star in Oceano

Star Atlantik

Das Cockpit ist abgeschottet. © Star in Oceano

Star Atlantik

Das Starboot mit Baumpersenning. © Star in Oceano

Star Atlantik

Gut erkennbar die “Kajüte” unter dem Lukendeckel. © Star in Oceano

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Abenteuer: Weil er es kann – Italiener will alleine mit Starboot über den Atlantik segeln“

  1. avatar Andreas Borrink sagt:

    Vielleicht sollte er vorher mal “Der verschenkte Sieg” von Moitessier lesen oder im Kino “All is lost” anschauen – und es dann lieber bleiben lassen……wie wäre es stattdessen mit “Auf Highheels durch die Namibwüste” oder “Mit dem Schnorchel in den Marianengraben”!?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 9

    • avatar Yachtie sagt:

      Dr. Hannes Lindemann hat’s im Klepper Faltboot geschaft. Der Star ist im Vergleich dazu ein sehr sicheres Kielboot, wenn er mit einem selbstlenzenden Cockpit versehen wird.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

      • avatar Ex-Dyassegler sagt:

        Ich hätte trotzdem lieber ne alte Fritzmeier-Dyas genommen. In dem Passatwinden wäre er mit nem Spi auch deutlich besser beraten.

        Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

  2. avatar MAUERSEGLER sagt:

    …der Star sieht aber besser aus 😉 Ride in style…

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 4

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