Anders leben: Nachwuchs auf der „La Vagabonde“ – Baby Lenny unter Segeln

Gnadenlos heile Welt

Die beiden Vorzeige-Langfahrtsegler Elayna und Riley leben ihren Traum nun zu dritt weiter. Wenn auch mit gewissen Einschränkungen.

Kann es ein perfektes Leben für ein Paar geben? Natürlich nicht. Aber man kann einem Leben zu Zweit durch fortwährendes Aufzeigen schöner Momente, berührender Episoden und abenteuerlicher Stories zumindest den Anschein geben, als wäre es makellos, grandios und – ja vielleicht auch – perfekt.

Elayna und Riley, die beiden weltenbummelnden Segel-Vlogger aus Australien, sind auf ihrem Luxus-Katamaran „La Vagabonde“ jedenfalls schon seit Jahren dabei, Millionen Fans auf der ganzen Welt einen Lebensstil vorzuleben, von dem der Normalmensch respektive Normalsegler nur träumen kann.

Obwohl die Konklusion all ihrer nahezu 200 Videos, die sie im Laufe von fünf Jahren online stellten, eigentlich immer lautet: „Leute, bewegt euren Hintern, wagt den Sprung ins kalte Nass und lebt das Leben, von dem Ihr träumt. Denn wir haben es schließlich auch geschafft!“ 

Segeln? Keine Ahnung!

Langjährige SegelReporter-Leser haben die beiden von Anfang an begleitet. Als der Australier Riley sein erstes Boot auf Sizilien kaufte, als er die Australierin Elayna auf Griechenland kennenlernte, als beide – „Segeln? Keine Ahnung wie das geht!“ – das Mittelmeer durchquerten und den Atlantik bezwangen.

Immer dabei: Video- und GoPro-Kameras, die sie auf Schritt und Tritt begleiteten. Fokus auf sexy Elayna, Zoom auf den ebenfalls sehr ansehnlichen Riley. Mit viel Witz, einer kleinen Portion Naivität, reichlich Ehrlichkeit, Charme und Mut haben die beiden es geschafft, ihre stetig wachsende Fangemeinde auf der ganzen Welt zu verzaubern. Nicht mehr und nicht weniger. 

Als sie schließlich den Pazifik überquert hatten und irgendwo in der Südsee abhingen, nachdem sie bereits zu YouTube-Stars mutierten (ohne dabei gleich völlig abzuheben), gab es dann dieses „unmoralische Angebot“: Die französische Werft Outremer stellte den beiden einen ihrer Luxuskatamarane zur Verfügung. Unter der Voraussetzung, dass sie ihren großen Törn nochmals von vorne beginnen – nur jetzt eben auf einem „Loft auf zwei Rümpfen“ und bitteschön mit vielen netten Ansichten vom Außen- und Innnenleben auf so einem Katamaran.

Ständig wachsende Fangemeinde

Also ging alles wieder von vorne los. Doch wer nun glaubt, dass sich ein Großteil der Fangemeinde irritiert von den beiden abwenden würde, weil sie sich von einem sympathisch einfachen Leben auf einer ziemlich normalen Fahrtenyacht in die schnöde Welt des Luxus-Kommerzes begeben hatten, täuscht sich.

Die Fangemeinde wuchs ständig weiter und es war nur selten Kritik, Missgunst oder Neid aus den Kommentaren unter ihren Videos herauszulesen. Überhaupt scheinen alle Welt, zumindest aber ihre Millionen Fans, Elayna und Riley ihre sympathischen Abenteuer und ihr Glück zu gönnen. 

Als wäre das nicht genug, erfuhr die heile Welt der beiden weltenbummelnden Australier nun auch noch ein ganz persönliches Weltwunder: Elayna brachte einen Sohn zu Welt. 

Nun kann man das mit einem Schulterzucken abtun und den beiden viel Glück wünschen. Doch Elayna und Riley wären nicht die Pioniere und Repräsentanten einer medienaffinen Generation, wenn sie nicht auch die Geburt und ersten Lebenswochen bzw -monate ihres Sohnes Lenny im Prinzip mit dem Blick durch die Kamera erlebt und auf Speicherkarten festgehalten hätten.

Gnaden- und schonungslos gewähren sie nun online Einblick in intimste und privateste Momente: Von der Geburt, die im heimatlichen Australien eigentlich ganz anders hätte verlaufen sollen über erste Knutschorgien am Neugeborenen, beharrliches Fotografie-Verweigern des Babys und schließlich erste, glückliche Wochen auf der „Vagabonde“. 

Lenny fühlt sich auf “La Vagabonde” wohl

Der Katamaran wurde während der Wochen vor und nach der Geburt in einem Hafen in South Carolina an der US-Ostküste gelassen, wo die hochschwangere Elayna und der immer nervöser wirkende, angehende Vater Riley die letzten Wochen vor der Rückreise nach down under verbracht hatten.

Also geht es jetzt weiter mit dem gelebten Traum von einer heilen Welt unter Segeln? Man kann davon ausgehen. Denn die weltenbummelnde Familie lebt mittlerweile nicht schlecht von den Crwodfunding-Spenden und „Gaben“ ihrer Fans, von Youtube-Erlösen und ein wenig Merchandising. 

Und eines ist jetzt schon sicher: Klein-Lenny wird für unzählige heile-Welt-Motive sorgen. Bleibt uns Seglern nur zu hoffen, dass der Kurze seefest ist und bleibt, damit bald wieder erste Abenteuer unter Segeln von der Vorzeige-Familie online gehen. 

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Michael Kunst

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