Ant Arctic Lab: Norbert Sedlacek in les Sables gestartet – einhand nonstop durch fünf Ozeane

Auf Vulkanfasern in die Kälte

Sedlacek, Innovation Yachts, Ant Arctic Lab

Bilderbuchstart für Norbert Sedlacek und seine “Innovation Yachts” © favreau

Der frühere Straßenbahnfahrer will auf einem speziellen, von ihm selbst gebauten Open 60 aus Vulkanfasern durch die Nordwestpassage, auf dem Pazifik zum Kap Hoorn, rund Antarktis und zurück nach Frankreich.

Wie angekündigt und „voll in der Planung“ startete gestern Norbert Sedlacek auf seinem speziell für diese Expedition gebauten Open 60 im legendären Vendée Globe Startort les Sables d’Olonnes Richtung Grönland.

Der 56 -jährige Österreicher will 34.000 Seemeilen einhand und nonstop auf einer spektakulären Route um die Welt segeln: Zunächst möchte der bekannte Langfahrtsegler und Abenteurer die Nordwestpassage bezwingen, danach durch den Pazifik „entlang“ des amerikanischen Kontinents zum Kap Hoorn segeln, von wo aus Sedlacek den antarktischen Kontinent umrunden will. Nach der zweiten Kap Hoorn-Passage geht es durch den Atlantik zurück nach Frankreich. 

Sedlacek, Innovation Yachts, Ant Arctic Lab

Kurz vor dem Ablegen für eine 34.000 Seemeilen lange Solo-Reise © favreau

Ein enormes Vorhaben, das selbst in der an verrückten Projekten nicht gerade armen französischen Langfahrtszene mit viel Respekt begleitet wird. (SR Bericht)

Sedlacek will so als erster Einhandsegler durch alle Klimazonen der Erde segeln: In den extremen Regionen der Arktis und Antarktis erwarten ihn Kälte, Packeis- und Eisberggefahren sowie plötzlich auftretende miserable Sichtverhältnisse, vor allem im Southern Ocean dürften kernige Stürme seiner harren und zwischendurch könnten ihm beispielsweise in Äquatornähe ausgedehnte Flautenbereiche den einen oder anderen Nerv rauben. 

Doch nicht nur das Abenteuer als solches zieht den Blauwassersegler „hinaus“ – es geht ihm auch um den Beweis, dass nicht unbedingt neuartige, aber neu durchdachte Materialien selbst bei Hochseerennern im Stil seines (stark an eine IMOCA angelehnten) Open 60 einsetzbar sind. 

Sedlacek, Innovation Yachts, Ant Arctic Lab

Ein vorerst letztes Mal in die Kameras grinsen: Norbert Sedlacek © favreau

Denn die Yacht ist aus Vulkanfasern hergestellt – ein mineralische Material, das mit recycelbarem Epoxid geklebt wurde.  So kann seine Yacht am Ende ihrer hoffentlich langen Blauwasserexistenz vollständig recycelt werden. Womit Sedlacek und sein Team einem „brennendes“ umweltspezifischen Problem (wohin mit ausgedienten Yachten?) beikommen wollen. 

Die Open 60 wurde vollständig von Norbert Sedlacek und seinem Team selbst erbaut. Auch wenn es äußerlich stark einer IMOCA ähnelt (also dem Boot, auf dem die Vendée Globe und bald schon das Volvo Ocean Race gesegelt wird), hat Sedlacek doch einige Besonderheiten eingebaut. So segelt er mit einer Art “Schutzschwert” vor dem Kiel, das denselben bei Kollisionen mit Walen oder Treibgut vor dem Schlimmsten bewahren soll. Insgesamt ist die “Innovation Yachts” ca. zwei Tonnen schwerer als eine IMOCA.  

Sedlacek, Innovation Yachts, Ant Arctic Lab

Voll beladen für eine episch lange Reise um die Welt © favreau

Zudem sollen die extremen Belastungen, die während des „Ant Arctic Lab“ zu erwarten sind, die besondere Eignung der Vulkanfaser für den Yachtbau bestätigen. Sedlaceks Sohn Harald bewies die Robustheit der Vulkanfaser bereits, als er eine episch lange Einhand-Reise rund um den Atlantik auf einem 4,90 Meter kurzen Boot ohne nennenswerte Probleme am Boot bzw. mit dessen Baumaterialien absolvierte. 

Sedlacek, Innovation Yachts, Ant Arctic Lab

Farewell und “auf Wiederschaun” © favreau

Als erste große Hürde muss Norbert Sedlacek nun in einigen Wochen die Nordwestpassage nehmen.  Ihm bleibt dafür nur ein relativ kleines Zeitfenster bis Mitte-Ende August. Und selbst dann muss mit plötzlich auftretenden Packeis-Barrieren oder massiven Growlern gerechnet werden. Jedenfalls: toi toi toi… 

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Ant Arctic Lab: Norbert Sedlacek in les Sables gestartet – einhand nonstop durch fünf Ozeane“

  1. avatar breizh sagt:

    Bin gespannt mehr zu hören. Klingt sehr ambitioniert nicht nur die Strecke sondern auch die Bootskonstruktion.

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