Fingierte Rettung: Versteck im Lüftungsschacht

Abenteuerlicher Fluchtversuch

Ein verdächtiger Straftäter hat versucht, sich auf abenteuerliche Weise mit einer Segelyacht aus seinem Land zu entfernen. Er meldete einen Seenotfall, dann war er plötzlich verschwunden.

Der flüchtige Australier manövriert zum Frachter. © abf.gov.au

Als der Frachter-Kapitän von der australischen Küstenwache gebeten wurde, bei der Rettung eines Einhandseglers vor der Küste von Yamba bei Brisbane zu helfen, schien es sich um einen dieser Seenotfälle zu handeln, wie sie öfter vorkommen.

Die Yacht sei in Schwierigkeiten geraten, hieß es. Der Frachter, der auf dem Weg nach Newcastle in New South Wales war, änderte seinen Kurs, fand den Segler, der um Hilfe gebeten hatte und nahm seine Yacht in Schlepp.

Die Yacht nahe der Bordwand des Frachters bei der Rettung. © abf.gov.au

Es war nicht klar, was genau das Problem des Einhandskippers war. Aber der Mann wurde erst einmal auf dem Frachter versorgt und einquartiert. Aber als sich der Frachter später am Abend seinem Zielort näherte, entdeckte die Besatzung, dass die Schleppverbindung zur Yacht nicht mehr bestand. Vom Schiff aber auch dem Skipper fehlten jede Spur. War er wieder auf See?

Zwei Tage lang wurde erfolglos nach dem Mann gesucht. Dann durchkämmten Beamte der Polizei und der Australian Border Force (ABF) das Frachtschiff mit einer Hundestaffel. Sie wurden schließlich fündig. Der Mann hatte sich im Luftschacht einer Klimaanlage versteckt. Bei ihm wurde ein Messer gefunden und umgerechnet rund 3000 Euro.

Der Lüftungsschacht an Bord des Frachters, in dem sich der Australier versteckte. © abf.gov.au

Die Polizei stellte schließlich fest, dass dem 31-jährigen Australier ein Fall sexueller Nötigung vorgeworfen wird. Offenbar versuchte er, auf dem Wasserweg aus dem Land zu fliehen. Er hatte gegen Kautionsauflagen verstoßen.

Die Behörden vermuten, dass der Mann die Yacht absichtlich losgeschnitten hat und sich so lange auf dem Frachter verstecken wollte, bis dieser Australien Richtung Malaysia verlassen würde. Ob der Seenotfall auch als Täuschung geplant war, oder ob er ursprünglich segelnd der Verfolgung entgehen wollte, konnte bisher nicht ermittelt werden.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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