Bernt Lüchtenborg: Nach Sponsor-Klage zur Geldstrafe verurteilt

"Bewusste Täuschung"

Bernt Lüchtenborg, der Langfahrtsegler in besseren Zeiten © U. Röttgering

Bernt Lüchtenborg wird von seinen Lügen eingeholt. Der Möchtegern doppelte nonstop Einhand-Weltumsegler, der selten alleine unterwegs war, heimlich stoppte und schließlich 2010 auf tragische Weise in Chile gestrandete, wurde beim Amtsgericht im sächsischen Dippoldiswalde bei Dresden zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die Sächsische Zeitung berichtet, dass der heute 58-Jährige Lüchtenborg von dem Glashütter Uhrenhersteller Thilo Mühle verklagt worden ist. Der hatte ihm als Sponsor 25.000 Euro für seinen Törn überwiesen um für seine Schiffsuhren zu werben. Die gleiche Summe sollte nach erfolgreichem Abschluss des Weltrekord-Abenteuers fließen.

Dazu kam es nicht, aber Mühle wollte auch die 25.000 Euro zurück haben. Während der Verhandlung erklärte der Sponsor, dass der ungeplante und nicht kommunizierte Stopp Lüchtenborgs auf den Kapverden noch kein Problem für ihn gewesen sei. Der Skipper habe technische Probleme angeführt.

Aber Mühle wurde sauer, als er erfuhr, dass der verheiratete Langfahrtsegler mit einer Freundin bis nach Las Palmas segelte, statt einhand. Er kündigte den Sponsorvertrag und zeigte Lüchtenborg wegen Betrugs an.

Die SZ schreibt, dass diese Freundin in der Verhandlung  behauptete, weitere Frauen seien mitgesegelt. Lüchtenborg wies das zurück und konterte, dass die Freundin ihn mit ihrem Verhältnis erpresst habe. Er sei gezwungen gewesen, sie mitzunehmen, wenn er die Beziehung gegenüber seiner Frau geheim halten wollte. Die Ehefrau soll den größten Teil der Kaufsumme für das Schiff bereitgestellt haben.

Die Tatsache, dass Lüchtenborg schließlich die Mitnahme der Freundin gegenüber Mühle verschwieg, wertete das Gericht nun als bewusste Täuschung. Es verurteilte den Segler zur Zahlung einer Strafe von 3.300 Euro inklusive der Prozesskosten.

Die relativ geringe Summe hängt mit der aktuellen Verdienstlage zusammen, die er während der Verhandlung offenlegen musste. So soll Lüchtenborg zurzeit mit einem Baugeschäft in der Schweiz monatlich etwa 1.000 Euro verdienen. Lüchtenborg will Mühle die 20.000 Euro zurückerstatten. 5.000 Euro habe er schon gezahlt.

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Bernt Lüchtenborg: Nach Sponsor-Klage zur Geldstrafe verurteilt“

  1. avatar Scharfrichter sagt:

    Hätte nicht gedacht, daß man den Vogel noch mal zu fassen bekommt. Daß Mühle den Kapverdenstopp gedeckt hat und jetzt das Opfer spielt ist ja auch nen Ding.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

  2. avatar NK sagt:

    Ich denke, die gerichtliche Aufarbeitung ist richtig und notwendig. Vielleicht auch ein Chance für den Segler Lüchtenborg einen Schlussstrich zu ziehen und von nun an ehrlich weiter zu machen…..

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  3. avatar max sagt:

    unsportliches urteil.
    schummeln ist kein verbrechen

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