Big Picture: J/24 sinkt nach Sonnenschuss – Nicht mehr gefunden

Going, going, gone

J/24 Kielboote haben die unangenehme Eigenschaft, nach einer Kenterung schon mal zu versinken. Nun ist es wieder passiert. Ein Mastbruch half der Sache nicht weiter.

Dieser Tage wird weniger gesegelt, als üblich. Und das macht insbesondere den Job des Segelfotografen nicht leichter. Einer der Besten, Onne van der Wal, hat dennoch eine erstaunliche Szene festgehalten. Auf Grenada, einer Insel der Kleinen Antillen, geriet ihm eine J/24 vor die Linse, die unter Spinnaker spektakulär aus dem Ruder lief.

Bei dem Sonnenschuss der J/24 ist der Mast gebrochen… © v.d.Wal

Das Boot liegt lange auf der Seite, Wasser schwappt in die Kajüte… © v.d.Wal

…Zu viel Wasser! Es ist länger bekannt, dass J/24 ein Auftriebsproblem haben…© v.d.Wal

…Weg ist sie 🙁 © v.d.Wal

Die Crew war schnell gerettet, aber das schlagende bunte Segel hielt das Kielboot lange Zeit stark gekrängt auf der Seite. Zu lange. Der Mast brach, und immer Wasser schwappte in die Kajüte.

Die 44-jährige Geschichte der größten Kielboot One-Design-Klasse der Welt mit etwa 5.500 verkauften Booten hat gezeigt, dass das 7,32 Meter lange und 1.330 Kilogramm schwere Schiff in solchen Situationen nicht besonders gut reagiert. Es fehlen Schotts und Auftrieb. Die J/24 hat einem stärkeren Wassereinbruch wenig entgegenzusetzen.

Das führte schon öfter zu Untergängen nach Kenterungen. Zuletzt wurde 2017 eine J/24 aus 240 Metern Wassertiefe am Gardasee gehoben. 2016 kursierte ein Video von einer Spinnaker-Kenterung.

Van der Wal kennt solche Szenen zur Genüge. Der in Kapstadt aufgewachsene Niederländer ist einer der besten Segelfotografen der Welt und arbeitet seit 33 Jahren in dem Geschäft. Als ehemaliger Profi-Segler gewann er auf “Flyer” 1982 das “Whitbread Around the World Race” und begann damals mit der Kamera-Arbeit. Längst hat er sich mit seiner Frau und drei Kindern im US-Segelsport-Mekka bei Newport, RI, niedergelassen.

Zu dem Untergang vor Grenada sagt er, eine Gefahr für die Segler habe nie bestanden. Sie seien vom Fotoboot schnell gerettet worden. Das Boot sei aber nicht mehr gefunden worden. Starke Unterwasserströmungen hätten es weit von der Untergangstelle entfernt. Und die tiefste Stelle des Karibischen Meeres beträgt immerhin 7.686 Meter.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Big Picture: J/24 sinkt nach Sonnenschuss – Nicht mehr gefunden“

  1. avatar eku sagt:

    Ist etwas ketzerisch: …
    Habe nen Freund der so ein Boot hat.
    Wenn ich da an Bord kam: du fühlst die fehlende Stabilität.
    mW betr Kenterwinkel:
    für Motorfahzeuge irgendetwas bei 57 grad
    für Segelfahrzeuge Seegebiet Klasse 2 irgendetwas bei 125 grad
    Klasse 1 weiß ich nicht bzw erinnere es nicht.
    Die J24 scheint ne geile Kiste zu sein (mein Freund ist jedenfalls begeistert) aber Offshore ist nicht wirklich.

    Grüße eku

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

  2. avatar Artur sagt:

    Guten Tag! Aber ist das unsere Zeit?
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies 2010 ist. Grenada Sailing Festival, Caribbean, January 2010.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar zu eku Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *