Big Picture: Untergang der “Deern” – Wie das Unglück vor Rügen passierte

Was steckt dahinter?

Die "Deern" fällt bei der Bergung am Kran auseinander. © BGSAMT SEE

Die “Deern” fällt bei der Bergung am Kran auseinander. © BGSAMT SEE

Was für ein schreckliches Bild, das derzeit in den internationalen Netzwerken die Runde macht. Dahinter verbirgt sich das fatale Unglück der “Deern”, die vor Rügen unterging.

Der Anblick des Bildes schmerzt. Schlimmer kann eine Yacht bei einem Unfall kaum zugerichtet werden. Welche Geschichte steckt dahinter?

Es handelt sich um ein Unglück, das im August 2003 nordöstlich von Rügen passierte. Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung hat den Vorfall in einem ausführlichen Bericht aufgearbeitet.

Demnach waren Wolfgang Gehrig und seine Frau mit ihrer “Deern” auf dem Weg von Usedom nach Bornholm, als sie gegen 23:45 von einem auf 50 Meter Länge geschätzten Fahrzeug überlaufen wurden.

Gehring hatte sich im Cockpit befunden, seine Frau Roswitha schlief im Vorschiff. Im Bericht heißt es: “Die Bugwelle des Kollisionsgegners drückte die Bb.-Seite der DEERN unmittelbar vor der Berührung in die Höhe, so dass die Yacht dann über die
Stb.-Seite durchkenterte. Der an Deck befindliche Schiffsführer wurde dadurch
außenbords geschleudert, die unter Deck ruhende Ehefrau ging mit unter.”

Wieder aufgetaucht

Der Skipper tauchte aus dem Wasser wieder auf und sah noch die dunklen Umrisse des wegfahrenden Fahrzeug, dessen Besatzung den Unfall offenbar nicht bemerkt hatte.
“Gleichzeitig meinte er den untergehenden Mast seiner Yacht zu erkennen”, heißt es weiter.” Während der Schiffsführer nach seiner Frau gerufen habe, trieben verschiedene Teile der Yacht auf, so dass er sich an einer Kinderrettungsweste und anderen Kleinteilen
über Wasser halten konnte.” Selber habe er keine Weste getragen.

Bis um 11:00 Uhr am nächsten Tag klammerte er sich an dem Auftriebskörper fest, dann wurde er durch Zufall von der Besatzung der Yacht “Jan” im Wasser gefunden und gerettet. Die danach eingeleitete offizielle Suche nach seiner Frau blieb ergebnislos. Sieben Tage später fanden Polizeitaucher den leblosen Körper bei der Bergung des Wracks  im Vorschiff.

Die Bundesstelle für Seeuntersuchungen hält schließlich fest: “Abschließend ist also auszuführen, dass die SY DEERN mit ihrer vorhandenen Lichterführung, und bei Berücksichtigung der guten Sichtverhältnisse, vom Unfallgegner aus jeder Richtung hätte wahrgenommen werden müssen.”

Warum das nicht so war, konnte schließlich genauso wenig geklärt werden wie die Identität des Schiffes.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Big Picture: Untergang der “Deern” – Wie das Unglück vor Rügen passierte“

  1. avatar Lamersdorf sagt:

    Moin,
    seit Ihr ein neues Einlogfenster habt, funktioniert mein Zugang nicht mehr….habe ein Jahresabo..

    meldet Euch mal bitte

    Gruß Peter

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  2. avatar Stefan Gründt sagt:

    Ich habe auch das Login-Problem, please be patient….. Hilft nicht. Bitte helfen/melden

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  3. avatar Kugelfisch sagt:

    Bei aller Tragik gebe ich zu bedenken (Zitat aus dem Bericht der BSU):
    “Während der Seereise wurde keine der vorhandenen acht Rettungswesten getragen. Die an Bord befindliche UKW-Anlage wurde nicht eingeschaltet. Der Radarreflektor war nicht gesetzt.”

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