Bleibt zuhause: Drei Serienempfehlungen mit maritimen Hintergrund

Hart Steuerbord!

Wie wäre es mit etwas Abwechslung, während wir zuhause bleiben? Nach den Segelfilmen haben wir drei Serien rausgepickt, die einen maritimen Hintergrund haben und Ablenkung schenken

„Hornblower“

Worum geht es?

Bereits 1937 erschien der erste Roman rund um den fiktiven Seehelden Horatio Hornblower, der während der napoleonischen Kriege um 1800 in der englischen Marine dient und dem Feind durch gute Seemannschaft, Raffinesse und guter Führung Schaden zufügt. Bis 1968 veröffentlicht der Autor C.S. Forester noch weitere zehn Romane und begründet das Genre des marinehistorischen Romans.

Eine erste Verfilmung (mit dem hervorragenden Gregory Peck als Hornblower) erscheint schon 1951. Erst 1998 schafft es Hornblower wieder auf die Leinwand beziehungsweise auf den Bildschirm. In einer achtteiligen Miniserie verfilmten die Engländer die Abenteuer Hornblowers vom jungen Fähnrich bis hin zum Commander. Trotz guter Einschaltquoten lief die Serie nach acht Episoden aus – die Produktion war zu aufwendig und teuer. Einige Szenen wurden sogar an Bord der HMS Victory gedreht, die als Museumsschiff und dienstältestes Schiff (Stapellauf 1765) der Marine im englischen Portsmouth im Trockendock liegt.

Wie finden wir die Serie?

In Deutschland ist die Serie kaum bekannt, während sie in England so wie die Bücher Kultcharakter besitzt. Für Segler bietet die Serie viel Wasser, spannende Plots und natürlich segelnde Schiffe. Das tröstet über einige Längen hinweg, auch wenn einige der Segelszenen eindeutig mit Modellbooten gedreht worden ist. Für Fans von Horatio Hornblower ganz klar ein Muss!

Wo wird es gezeigt?

Derzeit ohne Aufpreis bei Amazon Prime. 

„Black Sails“

Worum geht es?

Um die Vorgeschichte eines Jugendbuches. Doch nicht nur irgendein Jugendbuch, sondern wahrscheinlich das Abenteuer- und Piratenbuch schlechthin: „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson aus dem Jahr 1883.

Die Serie spielt knapp zwei Jahrzehnte vor der Romanhandlung und eignet sich nicht für einen gemütlichen Abend mit dem jungen Nachwuchs. Vielmehr stellt sie das (überzogene) Leben der Piraten im frühen 18. Jahrhundert dar. Mit viel Gewalt und Sex. Immer wieder werden die fiktiven Charaktere um Kapitän Flint aus Stevensons Schatzinsel mit historischen Begebenheiten und Piraten konfrontiert. So wird die eigentlich Rahmenhandlung, die Jagd nach der Urca de Lima aus der spanischen Silberflotte, um zahlreiche Nebenstränge erweitert. Von Episode zu Episode kommt der Zuschauer dann der Geschichte hinter dem legendären Piratenschatz auf die Spur.

Wie finden wir die Serie?

Kurz: Sie ist okay. Für etwas Unterhaltung ohne hohen Anspruch reicht sie aus. Leser der „Schatzinsel“ warten hingegen ständig darauf, wie die eigentliche Rahmenhandlung weitergeht und wie Flint letztendlich zu seinem Schatz gekommen ist. In dieser Hinsicht stören die zahlreichen Nebenschauplätze etwas. Unsere Empfehlung: ruhig angucken, aber unbedingt auch die „Schatzinsel“ beim Buchhändler bestellen und zusammen mit dem Nachwuchs in den Abenteuern von Jim Hawkins schwelgen.

Wo wird es gezeigt?

Bei Amazon Prime kann die Serie erworben werden. Ist das „Starzplay-Channel“ abonniert, kostet es keinen Aufpreis. 

„The Terror“

Worum geht es?

Um die Franklin-Expedition, die 1845 mit zwei Schiffen (Erebus und Terror) aufbrach, um die Nordwestpassage zu durchsegeln, aber nie zurückkehrte. Der genaue Verbleib der Expedition konnte nie zu 100 Prozent geklärt werden. Stück für Stück wurde in über 160 Jahren ein Puzzle zusammengesetzt, das eine mögliche Erklärung bietet. Erst 2014 und 2016 wurden beispielsweise die beiden Schiffe auf dem Grund der arktischen See entdeckt.

Doch die Serie orientiert sich an dem Roman „Terror“ des amerikanischen Autors Dan Simmons. Die Serie folgt in vielen Punkten der historischen Rekonstruktion der Expedition, flechtet aber die eigene „Interpretation“ von Simmons mit ein.
Sie beginnt im Sommer 1946. Die Mannschaft ist noch frohen Mutes, die Nordwestpassage demnächst zu durchsegeln und als Helden nach England zurückzukehren. Doch das Packeis macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Die Macher der Serie schaffen es, die Atmosphäre auf den beiden Schiffen darzustellen und bauen über die Episoden hinweg gekonnt einen Spannungsbogen, der einen immer tiefer in die Abgründe hineinzieht. Die Szenerie ist sensationell und bedrückend zugleich.

Wie finden wir die Serie?

Die Serie nimmt den Zuschauer mit. Leider sorgen die fantastischen Elemente der Romanvorlage immer wieder für kleine Dämpfer, denn sie sind eigentlich unnötig. Der Überlebenskampf der Männer, die schiere Verzweiflung, der Hunger und die Erschöpfung hätte ausgereicht, um eine packende Serie zu gestalten. So bleiben auch die Momente haften, die vom Scheitern des Menschen in einer feindlichen Umgebung erzählen. Doch Vorsicht: Die Serie eignet sich weder für Kinder noch für Zartbesaitete, denn der eigentliche Horror der Serie lauert nicht auf dem Eis, sondern im Menschen selber.

Wo wird es gezeigt?

Derzeit ohne Aufpreis bei Amazon Prime. 

Habt ihr noch Tipps für Serien oder Filme, die sich Segler in diesen Tagen unbedingt ansehen sollen? Schreibt es in die Kommentare!

 

 

 

 

5 Kommentare zu „Bleibt zuhause: Drei Serienempfehlungen mit maritimen Hintergrund“

  1. avatar mustache sagt:

    Das Rätsel der Sandbank. Ein Klassiker den man leider nur als DVD bestellen kann.

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    • avatar Kai Köckeritz sagt:

      Ja, leider. Ich habe im Vorfeld auch schon die Streamingdienste abgeklappert, bin aber nicht fündig geworden.

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      • avatar Andreas Borrink sagt:

        “Das Rätsel der Sandbank” gibt es in der Bucht für deutlich unter 20,- neu! Dafür kann man zu normalen Zeiten zu zweit gerade mal einen schlechten Kinofilm gucken – ohne Popcorn!

        Dieser ARD Vierteiler ist TV-Geschichte und absoluter Kult. Genial die beiden Hautdarsteller und Theatergrößen Sattmann und Klaußner! Und sogar Isabell Varell – sonst ja eher bekannt für flaches – performedt beachtlich. Insgesamt viel besser als so ein Käse wie “All is lost” & Co.

        Ein Rätsel ist mir, wo da das Beschaffungsproblem sein soll…….

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        • avatar Andreas Borink sagt:

          ääähh, ZEHNteiler natürlich. Auf VIER DVD’s…..

          Tipp: Aktuell nett auch “Nord bei Nordwest”, auch wenn der Titel irgendwie verwirrt. Viel mit Booten, viel Küste, viele Rothaarige……sehenswert in diesen Zeiten.

          Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

  2. avatar Reinhard Bodemeyer sagt:

    Empfehlen kann ich “Hasko” von Martin Lueserke. Es ist um 1920 erschienen und muss im Zweifel antiquarisch beschafft werden, aber das ist unproblematisch.

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