Bootsbauprojekt: judel/vrolijk zum selber machen

Mr. Hawkins

Welche Möglichkeiten gibt es auf einem 24-25 Fuß Kleinkreuzer? Wie viel Platz hat man zur Verfügung. In ihrem Bootsbauprojekt haben Alexander Vrolijk und Stephan Boden eine neue kompetente Persönlichkeit im Team.

polly, digger

Selbst Polly denkt mit. @diggerhamburg

Mister Hawkins ist über 30. Er hat schon auf den unterschiedlichsten Yachten, Rennziegen und Kleinkreuzern gestanden. Sogar auf Motoryachten und Fähren. Manchmal sogar mit Mrs. Hawkins oder mit Freunden, die aussehen wie er selbst.

Er ist immer dann wichtig, wenn es um Größenverhältnisse und Platzangebot auf Yachten geht. Mr. Hawkins lebt in Bremerhaven, ist aber bereits an allen erdenklichen Plätzen der Welt gewesen. Er kann seine Größe verändern und passt sich immer perfekt an die Bootsgröße an. Er liegt, steht, sitzt. Seit vergangener Woche arbeitet Mr. Hawkins nun auch an unserem Projekt.

Wenn man sich ein Boot ausdenkt, kommen immer wieder neue Ideen zutage. „Kann man ja vielleicht so machen“, „Wie wäre es denn, wenn wir…?“, “Wie findest Du, es wenn man zum Beispiel..?“ Man kramt in seinem Kopf und holt alles Mögliche hervor. Dabei hilft es natürlich, sich in ein Boot reinzudenken, in seine Abmessungen, den Platz und die Form.

Kellerbar? Hüpfburg?

Bootsbauporjekt, Digger

Mr Hawkins zeigt die Größenverhältnisse

Die Grundform von Segelbooten ist eigentlich immer gleich – vor allem bei Kleinkreuzern: Vorne spitz, hinten breit. Alles andere macht wenig Sinn. Das hat vor allem für das Decks- und Innenlayout Konsequenzen und Beschränkungen. Und um die immer im Blick zu haben, hat sich Alex was Feines ausgedacht: Ein Rumpfmodell. Kein teures, aufwendig gebautes, sondern eines, welches man jederzeit zur Verfügung hat.

Vorausgesetzt man hat Druckerpapier, Schere und Klebstoff zur Hand. Mit so einem Modell vor Augen fällt so manche Idee gleich wieder in den Mülleimer während gleichzeitig eine andere Idee entsteht. Und immer mit dabei: Mr. Hawkins, der Max Mustermann unseres Projektes. Der Durchschnitts-Typ kann eine Form aus Papier annehmen oder taucht als Figur im Rechner auf.

Ohne ihn geht gar nichts. Nur so hat man einen Überblick über die Größenverhältnisse. Denn im Prinzip kann man in ein Rumpfmodell ja eine Kellerbar oder eine Hüpfburg zeichnen. Mr. Hawkins allerdings steht dann gleich daneben und prüft die Machbarkeit.

Mr. Hawkins und das Boot haben wir vergangene Woche rund 20 mal ausgedruckt, weil sich gerade viele externe kreative Köpfe Gedanken um sein Wohl an Bord machen wollen. Darüber berichte ich noch.

Wer einen Bootsrumpf und Mr. Hawkins mal in seiner Hand sehen will, der kann das gerne tun. Einfach das PDF runterladen, ausdrucken und nach Anleitung alles ausschneiden und basteln. Ist aber noch nicht das fertige Boot. Daher keine Schlepptanktests machen. Aber es gibt einen Eindruck unserer Spielwiese.

zum PDF: cutout

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier

44 Kommentare zu „Bootsbauprojekt: judel/vrolijk zum selber machen“

  1. avatar Yachti sagt:

    Warum sie mich bei der Entwicklung des Bootes gefragt haben ist mir immer noch ein Rätsel 😮

  2. avatar Floff sagt:

    Ihr habt also die FHH mit ins Boot geholt. Find ich klasse. Soweit ich weiß haben die erstmal nicht so viel mit Booten zu tun, oder?

  3. avatar Yachti sagt:

    Warum nicht die TUHH? Wären mit Sicherheit ein paar interessierte Leute dabei gewesen 😉

  4. avatar Steffen sagt:

    …und Ihr wundert Euch warum die Leser-/Abozahlen hier stagnieren?

    • avatar eins2 sagt:

      Komm, das ist mal wirklich cool. Man bekommt hier dokumentiert wie ein Boot entworfen und evtl. tatsächlich sogar gebaut wird.

      Und das ist nicht irgendein Hinterhofbastler, sondern judelvrolijk der da plant. Und ich gehe mal davon aus, das die Planungsphase weiterhin im Detail dokumentiert wird.

      Wenn das nicht interessant ist dann weiß ich auch nicht. Und das ist nicht sarkastisch gemeint!

  5. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Ich bin extrem gespannt, was rauskommt, verstehe aber in der frühen Phase die Einschränkung auf Vorne spitz, hinten breit. nicht. Alles andere macht wenig Sinn. ??
    Plattbug sieht zwar seeehr gewöhnungsbedürftig aus, scheint aber doch seine viele Vorteile zu haben?!

    http://srdev.svgverlag.de/regatta/offshore/mini-transat-6-50-david-raison-gewinnt-mit-plattbug-teamwork-evolution-riechers-fightet/
    http://srdev.svgverlag.de/panorama/revolution-22-plattbug-mini-sieger-jetzt-als-fahrtenyacht/

    Gibt es außer der Optik noch Nachteile?

  6. Die Zeichnung ist kein fertiger Entwurf. Nur ein Denkmodell, an dem man sich langhangeln kann.

    • avatar metazentrische Höhe sagt:

      Deinen Enthusiasmus, Dein Engagement, kann ich ernst nehmen. Brainstorming -mit den richtigen Leuten- alles bestens.
      Aber -mit Verlaub- Dein Orgami-Teil nicht wirklich.

      • avatar Seven sagt:

        🙂 Hast recht! Das ist sooo unvollendet das es nicht mal den ganzen Namen des Japanischen Papier-falten’s verdient!

      • avatar digger.hamburg sagt:

        Zum Ausdenken ist so etwas ziemlich nützlich. Wenn Du so was in der Hand hast, kommen viele neue Ideen. Schaden kann es auf keinen Fall.

        Und ernst nehmen soll man einen Papierbootsrumpf eh nicht. Das ist ein reines Denkmodell…

        • avatar TUHH sagt:

          Und der fertige Entwurf wird dann auch aus abwickelbaren Flächenelementen gefertigt?

          Könnte den Bau erleichtern, geht vermutlich aber zu Lasten der Gefälligkeit des Risses.

        • avatar Floff sagt:

          Papiermodelle sind meistens ziemlich nützlich. Vor allem in der Anfangsphase eines solche Projekts. Da können dann schon mal gedanklich die ersten Möbel einziehen oder der 50 Zöller, der das Hauptschott ersetzen wird 😉
          Ich fand diese Dinger früher auch eher lustig, aber je länger das teil aufm Schreibtisch steht, desto mehr Ideen kommen einem.
          Das kann leider kein virtuelles Modell annähernd gut ersetzen.
          Crowd-Design ist sicherlich ein möglicher Weg, um die Eierlegende Wollmilchsau zu produzieren. Allerdings hat Digger völlig richtig erkannt, dass das nicht unbedingt zu einem Innovationsschub führt.
          Vor diesem Hintergrund ist die Idee externe Kreative damit zu beschäftigen gut, da die womöglich auf ganz andere Ideen kommen. Mit Sicherheit sind nicht alle gut, aber das ist dann eben von Fall zu Fall zu bewerten.

    • avatar Seven sagt:

      Bei einem Verhältnis von ca.7,30 länge zu ca.3,65m breite?…ist doch etwas zu breit oder?

  7. avatar Heinrich sagt:

    Ich bin enttäuscht, ob dieser alten und verkrusteten Denkmuster. Man sollte hier viel kreativer und unvoreingenommener herangehen, bspw. Rumpf oben, Deckaufbau auf Kielhöhe, Mast parallel zur Wasseroberfläche, Ruder schräg nach oben abstehend, um nur mal ein paar Kreativbeispiele zu nennen.

  8. avatar digger.hamburg sagt:

    Macht sich doch auf der Ostsee ganz gut! 😉

    http://www.diggerhamburg.com/?attachment_id=6917

    • avatar bla sagt:

      Ist der Sinn des Papierbootes ein Gefühl für die Hauptabmessungen und die Raumaufteilung zu bekommen? Oder geht es um die tatsächliche Form?

      • avatar digger.hamburg sagt:

        Es geht um das Gefühl. Wenn man etwas in der Hand hält, denkt es sich besser und einfacher. Wir haben das ausser Haus gegeben, um Kreativen Leuten einen Eindruck über die Platzverhältnisse zu geben. Zusätzlich zu allem 3D Gekröse.

  9. avatar Mirko Hepp sagt:

    @Digger:
    Ich finde die Story unterhaltsam und spannend. Gerne mehr davon!
    @Carsten:
    Segelreporter ist super und einmalig. Bitte weiter so!

    Beide(s) ist natürlich nicht perfekt, aber warum diese ständige und z. T. kleinkrämerische Kritik , liebe Leserschaft?
    Ich hoffe, das Segelreporter-Team lässt sich nicht beirren und schreibt diese Erfolgsgeschichte weiter!

  10. avatar Skiffy sagt:

    Schön, dass von SR einfach meine Kommentare gelöscht werden. Dann kann man sich die Seite bald ganz sparen!

  11. avatar sven sagt:

    bei allen löblichen Engagement der Protagonisten, frage ich mich doch ein wenig, was das ganze eigentlich werden soll.

    die Jungs von SQ Freienohl sind eigentlich mit Ihrer SQ25 ähnliche Wege gegangen,
    offene Entwicklungsphase,
    die zukünftige Kundschaft wurde über die Wünsche befragt,
    Social Media wurde hierbei auf allen Kanälen genutzt,

    und nun steht das Boot zum Verkauf und siehe da, Qualität kostet auch bei 25 Fuss,

    aber ich bin gespannt auf die Ergebnisse, wird der gute Wille allein reichen ?

    Oder wird am Ende der Kasko in China von unterbezahlten Wanderarbeitern zusammen geschustert.
    nur um am Ende den Preis in den Keller zu schicken.

    • avatar digger.hamburg sagt:

      SQ hatte einen völlig anderen Ansatz. Wir machen kein Crowd-Design. Die Entwicklungsphase ist offen, aber nur in Sachen Dokumentation. Die Leute zu fragen, was sie wollen führt zu nichts. Siehst Du hier allein in den Kommentaren. Ausserdem ist man bei Abstimmungen nie vor Trollen geschützt.

      Zu China: Wir wissen noch gar nichts. Aber warum grundsätzlich ablehnen? Woran schreibst Du gerade? Was ist in deinem Auto verbaut? Woher kommt die Elektronik deiner Bordinstrumente? Woher deine Uhr? Und woher die Teiglinge der Tankstellenbrötchen?

      • avatar sven sagt:

        Und woher die Teiglinge der Tankstellenbrötchen? in der Regel aus dem EU Land Polen 😉
        aber ich kaufe keine Tankstellenbrötchen 🙂

        Was ist in deinem Auto verbaut? Woher kommt die Elektronik deiner Bordinstrumente?
        da bediene ich mich der Worte aus dem Kanzleramt ” ohne wirkliche Alternative dazu gezwungen”

        Woher deine Uhr? 100 % Made in Schwitzerland ( auch das Werk )

        darum geht es mir auch nicht,

        nur sollte sich jeder bewusst machen, das der am Ende angestrebte Preis auch seine Schattenseiten habe könnte.

        ich bin gut versorgt, und freue mich über Deine Aktivitäten

  12. avatar Peter Sorowka sagt:

    Also ich freue mich schon auf Innenausbau und Deck zum Ausschneiden, Falten und Einkleben. Im Ernst. Das ist doch lustig.

  13. avatar VolkerMe sagt:

    Als Hundebesitzer erfreut es mich zunächst einmal, dass bei J/V die Hunde auf den Stuhl dürfen. 🙂
    Damit bleibt hoffentlich auch ein bisschen Rudel/Frolic dabei und ich muss nicht weiterhin den Vercharterern erklären dass mein (ebenfalls relativ kleiner) Hund sein Boot keinesfalls irreparabel beschädigt.
    Ich kaufe dann einfach die neue Polly Hawkins 25. 😉

    • avatar Piet sagt:

      Hunde die auf den Stuhl dürfen haben für mich den gleichen stellenwert wie Chihuahua’s
      Und erwachsene Männer mit kleinen Hunden sind ne ganz andere Geschichte 😉

  14. avatar VolkerMe sagt:

    Hunde dürfen bei J/V auf den Stuhl, das freut mich als Hundebesitzer.
    Vielleicht kaufe ich mir dann eine Polly Hawkins 25, statt weiter bei den Verchahrterern bittebitte zu machen wegen des Hundes.

  15. avatar VolkerMe sagt:

    Bei J/V dürfen Hunde auf den Stuhl. Das gefällt mir als Hundebesitzer schon mal.
    Ich erwäge dann mal eine Polly Hawkins 25 als Alternative zur Diskussion über das Mitführen von Hunden auf Charteryachten.

  16. avatar Andreas John sagt:

    Test für Volker

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