Neue Zahlen zu Containerverlusten veröffentlicht

Box über Bord

Eine neue Veröffentlichung zu den jährlich über Bord gegangen Containern zeigt einen Trend nach unten.

Ungefähr 6.000 Containerschiffe transportieren jährlich 226 Millionen Container. Foto: Vidar Nordli-Mathisen

Der Wirtschaftsverband der internationalen Linienschifffahrstbranche, World Shipping Council (WSC), hat aktualisierte Zahlen zum Überbordgehen von Containern veröffentlicht. In der alle drei Jahre aktualisierten Erhebung befragt WSC seine Mitgliedsreedereien, wie viele Container auf ihren Schiffen pro Jahr über Bord gegangen sind. WSC gibt an, dass seine Mitglieder für etwa 80 Prozent des weltweiten Containertransports verantwortlich sind. Die erhobenen Daten werden anschließend um die fehlenden 20 Prozent nach oben korrigiert, um so die gesamte Branche abzubilden.

Segler berichten immer wieder über Kollisionen mit im Meer treibenden Containern. Der Film “All is Lost” mit Hollywood-Legende Robert Redford in der Hauptrolle stellt so einen Fall und seine Folgen in Spielfilmlänge nach. Glaubt man den Zahlen des WSC ist die Wahrscheinlichkeit mit einem Container zu kollidieren in den letzten Jahren gesunken.

Im Durchschnitt der untersuchten 12 Jahre gingen 1.382 Container pro Jahr über Bord. Grafik: World Sshipping Council

 

Seit 2011 befragt WSC seine Mitglieder über die zurückliegenden drei Jahre. So sind inzwischen Daten über 12 Jahre zusammengetragen worden. Betrachtet man die gesamten 12 Jahre, ergibt sich ein Durchschnitt von 1.382 Containern, die jährlich über Bord gehen. Das entspricht 3,8 Containern täglich. Schaut man sich allerdings die einzelnen Jahre an, fällt auf, dass die Zahl teilweise sehr stark variiert. Laut der WSC-Untersuchung ist dies ganz bestimmten Schiffsunfällen geschuldet, bei denen sehr viele Container auf einen Schlag über Bord gehen. Ein Beispiel ist der Untergang der „MOL Comfort“, bei dem im Jahr 2013 insgesamt 4.239 Container verloren gingen – der größte bisher aufgetretene Containerverlust überhaupt. Auch der Untergang der „El Faro“ im Jahr 2015 ist laut WSC ein für die Statistik signifikantes Ereignis: damals blieben 33 Seeleute auf See und 517 Container gingen verloren. Ein weiteres Beispiel ist der Totalverlust der „M/V Rena“, die 2011 vor der neuseeländischen Küsste auf Grund lief und im Laufe der Havarie bis zum Sinken circa 900 Container verlor.

Statistisch betrachtet ist der Container-Transport sehr sicher. Hat man als Segler jedoch das Pech mit einem treibenden Container zu kollidieren, kann es schnell böse enden. Foto: Andy Li

Da es sich bei der Untersuchung um Daten einer freiwilligen Befragung der WSC-Mitglieder handelt bleibt eine Dunkelziffer. Insgesamt werden pro Jahr circa 226 Millionen Container von etwa 6.000 Containerschiffen über die Weltmeere gefahren. Verschiedene Vorschriften sollen dafür sorgen, dass weniger Container aufgrund von unzureichender Ladungssicherung oder falsch deklarierten Gewichten über Bord gehen. Eine verbindliche Pflicht zum Melden von über Bord gegangen Containern existiert international jedoch nicht. Entsprechende Bestrebungen seitens der Europäischen Union innerhalb der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO wurden bis dato noch nicht umgesetzt.

WSC-Bericht

Ein Kommentar „Neue Zahlen zu Containerverlusten veröffentlicht“

  1. avatar Gerald sagt:

    Deswegen haben die meisten IMOCAs und die Ultims einen Oscar.
    Boris hat auch einen!

    http://www.oscar-system.com

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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