Buschfeuer: Qualm über der Bucht – Sydney-Hobart-Generalprobe der 100 Fußer abgesagt

Rauch über Sydney

Erstmals in 26 Jahren ist die Big Boat Challenge im Hafen von Sydney gestrichen worden. Die lodernden Buschfeuer rund um die Stadt schränken die Sicht zu sehr ein.

Der 100 Fußer Scallywag in rauchgeschwängerter Luft. © Andrea Francolini

Die Bilder aus Sydney sehen nicht anders aus, als wenn Seenebel über der Bucht hängen würde. Nur schemenhaft sind die großen Yachten zu erkennen, die das Warm Up vor dem Sydney-Hobart-Race bestreiten wollen. Traditionell liefern sich die 100 Fußer, die am zweiten Weihnachtstag an der Startlinie für das Rennen Richtung Tasmanien erscheinen, einen ersten Schlagabtausch. Fünf Große werden diesmal beim heißen Ritt nach Hobart dabei sein.

Aber das erste Kräftemessen organisiert fällt aus. Denn bei der Sichtbeschränkung handelt es sich nicht um Nebel, der sich schnell wieder verzieht, sondern Qualm. Mehr als 100 Buschfeuer in den umgebenden Bundesstaaten haben die Metropole mit dichtem Rauch überzogen, der die Luftqualität gefährlich verschlechtert hat. Grund dafür ist große Trockenheit nach langanhaltender Dürre.

Im Stadtzentrum wurden schon Gebäude evakuiert, und es sieht nicht nach einer Entspannung aus. Denn starker Wind und steigende Temperaturen um 40 Grad fachen die Brände weiter an.

Fährverkehr eingestellt

Die Verantwortlichen für den Hafen legten der Wettfahrtleitung vom Cruising Yacht Club of Australia nahe, die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abzubrechen. Der Fährverkehr werde auch eingestellt. Daraufhin wurde die Abbruch-Flagge auf dem Startschiff gehisst.

Eingehüllt im Rauch. © Andrea Francolini

Das Rennen, das heute als Grinder Coffee SOLAS Big Boat Challenge bekannt ist, sollte sechs Teilnehmer haben, darunter “Wild Oats XI”. Die 11-malige Siegeryacht des Rennens wollte die Möglichkeit nutzen, die frischen Reparaturen zu testen, die nach einem Wettlauf gegen die Zeit rechtzeitig vorgenommen werden konnten.

Bei einem Qualifikationsrennen im November war ein ernsthafter Schaden passiert, als das Mastprofil unter dem starken Stauchdruck kollabierte aber noch aufrecht stehend gesichert werden konnte. Die Crew hatte nach zwei Stunden im Rennen ein lautes Splittergeräusch wahrgenommen, als der 45 Meter hohe Kohlefasermast auf Deckhöhe brach. Der Mast neigte sich und drohte über die Seite zu krachen. Aber die 20-köpfige Crew unter Skipper Mark Richards schaffte es schnell, die Segel zu bergen und die Yacht mit dem Neigekiel zu kippen, so dass das Rigg stabilisiert werden konnte.

Verqualmte Bucht. © Andrea Francolini

Allerdings wurde bei dem Vorfall das Deck beschädigt und die Auswirkungen für das Kohlefaser-Rigging konnten schwer abgeschätzt werden. Die insgesamt 100 Meter langen Karbon-Stangen wurden per Luftfracht zum Hersteller nach Spanien geschickt, um sie dort röntgen und auf Fehler überprüfen zu können. Der Rücktransport hat gerade noch rechtzeitig funktioniert.

“Wild Oats” gegen “Comanche”

164 Yachten werden zum 75. Jubiläum des Sydney-Hobart-Races erwartet, so viele wie seit 25 Jahren nicht mehr. Dabei wird wieder das Augenmerk auf den Supermaxis liegen. Neben “Wild Oats” zählt wieder “Comanche” zu den großen Gegnern, die inzwischen auch unter australischer Flagge segelt mit den neuen Eignern Jim Cooney und Samantha Grant.

Aber besonders die eigentlich betagte “Black Jack” könnte diesmal eine Rolle spielen. Eigner Peter Harburg hat die ehemalige “Alfa Romeo”/”Esimit Europa” massiv modifizieren lassen.

Außerdem ist “SHK Scallywag” am Start, die Eigner Seng Huang Lee 2016 als “Ragamuffin” von Syd Fischer gekauft hat. Fünfter 1oo Fuß Supermaxi ist “InfoTrack” die ehemalige “Perpetual Loyal”. Sie alle haben sich mit 

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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