ClubSwan 80: Neues Onedesign-Modell – Nautor puscht Einheitsklassen-Trend

Länge läuft

Die finnische Edelwerft Nautor ist vom Erfolg der ClubSwan 50 mit 26 verkauften Yachten in vier Jahren so begeistert, dass sie das Konzept nun auf einen 80-Fußer überträgt.

Neigekiel mit gebogenem Foil, das durch den Rumpf auf den neuen Bug geschoben werden kann. © Nautor Swan

Eigentlich war es bisher überwiegend so, dass vermögende Segelyacht-Eigner ihr potenzielles Unvermögen am Steuerrad durch Investitionen in die Technik ausgeglichen haben, wenn sie bei einem Wettkampf punkten wollten. Mit neuen Schiffen, Segeln, Geräten lässt sich so manches seglerisches Defizit ausgleichen oder sogar in einen Vorteil umwandeln.

Die Heckansicht. © Nautor Swan

So funktioniert unter anderem der Maxi Yacht Rolex Cup, wo sich verschiedenste große Yachten auf einer Rennstrecke vergleichen, die sich eigentlich nicht vergleichen lassen. Unterschiede sollen durch Handicaps ausgeglichen werden. Aber das ist beim Segelsport generell sehr schwierig, weil sich die Bedingungen auf dem Spielfeld permanent verändern. Der Vorteil des Vergleichs zwischen Äpfeln und Birnen: Eigner haben eine Erklärung für eine mögliche nicht erbrachte Leistung. Es herrschten dann eben nicht die richtigen Bedingungen für Schiff und Material.

Viel Segelfläche, wenig Crew. © Nautor Swan

Deshalb konnte die Idee einer Einheitsklasse im gehobenen Segment des Yachtsports lange Zeit wenige Fans finden. Aber die ClubSwan 50 hat gezeigt, dass es auch anders geht. Von den etwa 1,1 Millionen Euro teuren Designs sind in vier Jahren 26 verkauft worden.

Debüt 2022 mit drei 80-Fußern

Da geht offenbar noch mehr, denken sich die Verantwortlichen bei Nautor. Sie haben frei nach dem Motto “änge läuft” nun die ClubSwan 80-Klasse entwickelt, die schon beim Maxi Rolex Cup 2022 mit drei Yachten debütieren soll.

Großes Cockpit für die Crewarbeit, genug Platz unter Deck. © Nautor Swan

Die Konstruktion weist einen Neigekiel auf und ein C-förmiges Seitenschwert auf, das beim Bugwechsel offenbar komplett durch den Rumpf auf die neue Seite geschoben werden kann. Mit C-Schwertern hat Nautor schon bei seiner kleinen ClubSwan 36 Erfahrung sammeln können.

Die neue Club Swan 36 mit C-Schwertern. © Nautor’s Swan / Studio Borlenghi

Die zusätzlichen 30 Fuß im Vergleich zur ClubSwan 50 sollen dem Eigner insbesondere mehr Platz für eine ansprechende Innenausstattung gewähren. Der Kiel soll so konstruiert sein, dass der Tiefgang von 6,3 auf 4,5 Meter reduziert werden kann.

Bau beim Onedesign-Spezialisten

Verantwortlich für das Design ist der Argentinier Juan Kouyoumdjian, gebaut wird bei der italienischen High-Performance-Spezialwerft Persico. Die Italiener haben große Erfahrung mit dem Einhalten von Onedesign-Vorgaben seit sie die VO65 für das Volvo Ocean Race bauten.

Nautor will den selbst befeuerten Trend zur Einheitsklasse noch weiter treiben mit der ClubSwan 125 einer fast 40 Meter langen Version. Sie soll auch schon im nächsten Frühjahr auf den Markt kommen.

Eines der wichtigsten Argumente für einheitliche Superyachten soll laut der Werft die Kostenkontrolle sein. Baukosten können stabil bleiben und die Betriebskosten gesenkt werden. Die Zielgruppe dürfte derweil überschaubar sein.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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