Container über Bord: Neue Technologie soll Frachtverlust vermeiden

Treibende Gefahr

Vendée-Globe-Unfälle mit umhertreibenden Objekten sind gefährliche Realität. Besonders brisant: Crashes mit herrenlosen Containern. Ein neues Tool soll dabei helfen, Frachtverluste zu verringern.

Ein Containerschiff bei leichtem Seegang. © abb.com

Zusammenstöße mit unter der Wasseroberfläche treibenden Objekten sind eine Horrorvorstellung jedes Seglers. Unter anderem die Unfälle der Vendée-Globe-Teilnehmer zeigen, wie akut diese Gefahr ist. Besonders verlorene Container, die vermehrt durch die Weltmeere treiben, machen Hochseesegeln zu einem gefährlichen Unterfangen.

Zuletzt soll die Zahl verlorener Container zwar zurückgegangen sein, – im Durchschnitt über zwölf Jahre, jährlich 1.382 Container – aber da es sich um freiwillige Angaben der Reedereien handelt wird mit einer weitaus größeren Dunkelziffer gerechnet. Bei extremen Wellengang passiert es immer wieder, dass Schiffe Teile ihrer Fracht verlieren. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass pro Jahr bis zu 10.000 Container über Bord gehen.

Mit dem “Marine Advisory System – OCTOPUS” von ABB Ability soll nun ein neues Computer-Tool den Transport von Fracht auf See sicherer machen.

On-Board-Anzeige des Marine Advisory System. Der orange Bereich weist ein Risiko zwischen 75 und 100 Prozent auf. ©abb.com

Die Software erkennt Gefahren, die für das jeweilige Schiff durch besondere Wellenbewegungen entstehen. Es warnt vor auffälligen Gebieten. OCTOPUS kombiniert Eigenschaften der Schiffe wie Schwerpunkt und Bewegungsachse mit dem vorausgesagten Wellengang (Wellenhöhe, -richtung, -periode). Aus dem Ergebnis wird dann die Route mit der größten Sicherheit berechnet.

Ein zusätzlicher Vorteil des Systems: Weil das Routing-Programm die Frachter durch ruhigere Seegebiete führt, verringert sich der Wellenwiderstand und es kann Treibstoff eingespart werden.

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