Coronalockerungen in Dänemark: Warum manche Segler länger bleiben müssen als andere

Der Törnplan fliegt zuerst über Bord

Ab dem 15. Juni 2020 öffnet die Grenze zu Dänemark wieder und Einreisen sind auch ohne triftigen Grund möglich. Für die Bewohner des nördlichsten Bundeslandes, Schleswig-Holstein, gibt es sogar eine extra Regelung.

Grenaa

Schleswig-Holsteiner dürfen für einen Kurztrip nach Dänemark segeln – Hamburger aber beispielsweise nicht

Dänemark gehörte zu den ersten Ländern, die ihre Grenzen schlossen, um die Pandemie im eigenen Land einzudämmen. Seit dem 14. März 2020 sind Reisen nach Dänemark nur mit einem triftigen Grund möglich. Als triftiger Grund gelten beispielsweise Beerdigungen. Touristische Reisen waren jedenfalls nicht erlaubt. Und das schloss auch Segler mit ein.

In den vergangenen Monaten gab es dann schließlich ein hin und her. Teilweise durften Deutsche, die ihr Boot an einem Liegeplatz in Dänemark liegen hatten, einreisen. Zeitweise wurde diese Regelung wieder kassiert und erneut gelockert.

Im Mai untersagten die dänischen Behörden dann sogar die Durchreise auf eigenen Kiel, sodass das traditionsreiche Rennen Pantaenius Rund Skagen doch abgesagt werden musste, obwohl die Organisatoren allen gegeben haben, um unter den erschwerten Bedingungen ein Rennen durchführen zu können.

Doch die Dänen verstießen damit gegen das internationale Seerecht, das ein Recht auf „friedliche Durchfahrt“ vorsieht. In der Konsequenz war die Durchfahrt der dänischen Gewässer dann doch erlaubt, sodass beispielsweise das Rennen Baltic 500 mehr oder weniger in letzter Sekunde starten konnte.

Neue Regeln ab dem 15. Juni 2020

Ab dem 15. Juni gelten nun neue Einreisebestimmungen. Touristen aus Deutschland, die mindestens sechs Nächte in Dänemark bleiben und dies belegen können, dürfen einreisen. Das gilt auch für Segler, die dann vorweisen müssen, dass sie für sechs Nächte einen Liegeplatz reserviert haben – verschiedene Häfen sind möglich.

Einige Vercharterer an der Ostsee bieten ihren Kunden, die Formalitäten zu erledigen, sodass die Reservierungen schon vorliegen, wenn das Schiff übernommen wird. Aus seemannschaftlicher Sicht ist diese Regelung zumindest mit Skepsis zu betrachten. Das erste, was über Bord geht, ist schließlich der Törnplan. Wenn Segler sich genötigt fühlen, ihren Törnplan samt Reservierungen einzuhalten, werden eventuell Entscheidungen getroffen, die unter normalen Umständen womöglich nie in Betracht gezogen werden würden.

So werden auch spontane Ausflüge oder der Wochenendtrip nach Dänemark nach dem 15. Juni vorerst ausbleiben müssen. Zumindest für Menschen aus 15 deutschen Bundesländern, denn es gibt eine Ausnahme.

Der Schleswig-Holstein-Bonus

Menschen aus Schleswig-Holstein, die ihren Wohnsitz im Bundesland mit ihrem Personalausweis nachweisen können, dürfen auch spontan einreisen. Sie müssen weder mindestens sechs Tage bleiben noch eine Reservierung vorweisen. Doch es bedeutet auch, dass sobald ein Crewmitglied in einem anderen Bundesland (zB Hamburg) wohnt, wieder die Sechs-Tage-Regel gilt. Dänemark führt an, dass es Stichproben an der Grenze geben wird. Ob und wie weit es auf dem Wasser oder in den Häfen kontrolliert wird, ist nicht bekannt.

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