Coronalockerungen in den Niederlanden: Duschen und Toiletten öffnen ab 1. Juli

Rückkehr in die Normalität?

Auch in den Niederlanden kommt der Segelsport wieder in Schwung. Die Regierung verkündete neue Lockerungen für die Öffentlichkeit. Doch eine deutsche Regelung vereitelt den Deutschen den Segelgenuss.

Enkhuizen

Schrittweise startet auch in den Niederlanden die Saison Bild: Kai Köckeritz

Im Gegensatz zu den Bundesländern an der Ostsee war das Segeln in unserem Nachbarland mit Ausnahme der Provinz Zeeland nie verboten. Dennoch konnte auch am IJsselmeer die Saison nicht wie gewohnt starten. Die Provinz Zeeland verhängte sogar ein Übernachtungsverbot, das auch für Übernachtungen auf Sportbooten galt. In Friesland galt solch ein Übernachtungsverbot zwar nicht, doch durch die Verlängerungen der Winterbedienzeiten für Brücken und Schleusen gab es auch hier Einschränkungen. Da die Prinses-Margriet-Schleuse als Schleuse für die Berufsschifffahrt aber noch Sportboote schleuste, war ein Tor zum IJsselmeer wenigstens noch offen.

Da die Regierung neben einer angeordneten Schließung der Sanitäranlagen in den Häfen ansonsten keine Vorgaben aufstellte, entstand in den letzten Wochen ein kleiner Flickenteppich aus geöffneten und geschlossenen Häfen. Teilweise waren Häfen nur für wenige Tage geschlossen – beispielsweise über die Ostertage. Teilweise aber mehrere Wochen oder auch überhaupt nicht.

Der Exit aus dem Lockdown

Seit Anfang Mai läuft auch in den Niederlanden der vorsichtige Exit aus dem Lockdown an. In Friesland öffnen Brücken und Schleusen seit dem 1. Mai wieder wie gewohnt. Und auch Zeeland hob das Übernachtungsverbot wieder auf. Wenn auch unter Auflagen. So muss das Boot über eigene sanitäre Einrichtungen verfügen, da die WC- und Waschräume weiterhin geschlossen bleiben. In den Niederlanden darf Schwarzwasser nicht in das Wasser geleitet werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass theoretisch nur auf Booten mit Fäkalientank eine Übernachtung erlaubt ist. Außerdem dürfen nur Personen aus der eigenen Familie auf dem Boot nächtigen.

Stavoren

Brücken und Schleusen öffnen seit dem 1. Mai wieder wie gewohnt Bild: Kai Köckeritz

In den Niederlanden gelten auch weiterhin Hygienemaßnahmen, wie beispielsweise mindestens 1,5 Meter Abstand untereinander. Die Hafenbetreiber bitten ihre Liegeplatzinhaber daher, auf den Stegen genug Platz zu lassen. Personen, die den Steg verlassen, haben hier „Wegerecht“.

Die Häfen auf den Wattenmeerinseln möchten am Montag, 11. Mai, über ihre Öffnung informieren. Eventuell werden sie schon ab Freitag, 15. Mai, wieder Gastlieger aufnehmen.

Richtig geht es erst im Sommer los

So richtig wird die Saison aber wohl erst ab Juni wieder Schwung aufnehmen – falls keine Notbremse gezogen wird. Erst ab dem 1. Juli sollen die Toiletten und Duschen in den Häfen wieder öffnen dürfen. Erst dann dürften Eigner mit Booten ohne WC beziehungsweise Fäkalientank oder Chemieklo wieder längere Törns unternehmen. Doch bis Ende Mai gibt es noch eine viel größere Hürde für deutsche Segler in den Niederlanden. Und das hängt mit einer deutschen Verordnung zusammen.

Quarantäne-Maßnahmen für Einreisende

Noch bis zum 14. Juni gilt eine allgemeine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, in der vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland gewarnt wird. Allerdings hat eine Reisewarnung keine allgemeinem Reiseverbote zur Folge. Jeder Bürger kann selber entscheiden, ob er der Warnung und Empfehlung nachkommt oder nicht.
Schwerwiegender ist hingegen die bundesweit geltende Quarantäne-Regelung für Reisende. Für Reisende aus Nordrhein-Westfalen gilt noch bis frühestens zum 30. Mai folgende Regelung:

„Personen, die mehr als 72 Stunden im Ausland waren und dann nach Deutschland einreisen, müssen sich auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere Unterkunft begeben und diese 14 Tage nicht verlassen. Sie müssen sich beim Gesundheitsamt ihres Kreises bzw. ihrer kreisfreien Stadt melden.“

In den anderen Bundesländern ist die Aufenthaltsdauer noch geringer und beträgt nur 48 Stunden. Zwar werden keine Grenzkontrollen durchgeführt, aber wer gegen die Quarantäne-Verordnung verstößt, muss mit saftigen Bußgeldern bis zu 25.000 Euro rechnen.

Daher bleibt der Segeltörn in den Niederlanden für Deutsche weiterhin auf wenige Tage beschränkt. Zumindest noch bis zum 1. Juni.

 

Ein Kommentar „Coronalockerungen in den Niederlanden: Duschen und Toiletten öffnen ab 1. Juli“

  1. avatar Frank sagt:

    Ganz toller Plan , die Toiletten in den Häfen geschlossen zu halten. Seit Wochen sind Menschen auf ihren Booten bei der Arbeit und auch schon auf Törn. Da es kaum funktionierende Fäkalienabsaugung gibt braucht man nicht viel Fantasie um sich auszumalen wo die Fäkalien bleiben. Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen derjenigen, die eine Versieglung der Fäkalientanks planen…

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