Crash auf der Startlinie: Jollenkreuzer voll getroffen

Kleinholz

Wenn 238 Boote bei einer Regatta starten, kann es an der Linie schon mal mächtig knirschen. Diese Begegnung kommt mit sehr ungleichen Waffen zustande und hat einen klaren Verlierer.

Beim BDO Grand Prix auf dem Plattensee ist es in der Startphase zu einem beängstigenden Crash gekommen, der Kleinholz verursacht hat. Ein langer Klassiker nahm einen Jollenkreuzer auf die Hörner genommen und schob ihn quer durch das Starterfeld.

Auf den ersten Blick scheint die Begegnung noch einigermaßen glimpflich ausgegangen zu sein. Der Vorschoter des Jollies wurde offenbar nicht getroffen. Der spitze Bug krachte in das Deckshaus. Aber die Schäden dürften erheblich sein.

Im Getümmel wird der Jollenkreuzer schwer getroffen.

Bei diesem Vorwind-Start sind die sind die Karten klar gemischt. Der Klassiker hat mit Wind von Steuerbord Vorfahrt. Er ist offenbar selber zum Ausweichen gezwungen worden. Von links kommen zwei vorfahrtsberechtigte Yachten. Der Jollenkreuzer hätte rechtzeitig halsen und Platz von den leewärtigen Booten einfordern müssen. Aber bei einer solchen Massenregatta mit unterschiedlichen Bootstypen geht gerade in der Startphase der Überblick schnell verloren.

Die Anziehungskraft der Langstreckenregatten auf dem Balaton bleibt aber ungebrochen. Diese Veranstaltung wies einen Melderekord von 238 Yachten auf.

5 Kommentare zu „Crash auf der Startlinie: Jollenkreuzer voll getroffen“

  1. avatar Schlaufuchs sagt:

    Es ist davon auszugehen, dass die Boote in einer Regatta sind. Es gilt bis kurz vor dem Crash Regel 11 (Lee vor Luv). Demnach hat der Jolli Wegerecht. Dann halst, dass große Boot und es gilt Regel 10 (Stb-W vor BB-W). Demnach hätte das große Boot Wegerecht. Da greift aber plötzlich die Regel 15:

    ACQUIRING RIGHT OF WAY
    When a boat acquires right of way, she shall initially give the other boat room to keep clear, unless she acquires right of way because of the other boat’s actions.

    Deshalb hat der Jolli wieder Recht.

    Regel 14 trägt nicht, da nicht “reasonably possible.”

    Also müsste der Große raus und der Jolli seinen Schaden repariert bekommen.

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  2. avatar Christian sagt:

    Eine Mitverantwortung für den Crash liegt beim Veranstalter. Bei einer Regatta dieser Größenordnung müssen in der Segelanweisung oder noch besser in der Ausschreibung klare Maßnahmen und Regeln ergehen: Zum Beispiel Starts in verschiedenen kleineren Gruppen mit verschiedenen Startlinien, Verkehrstrennungsgebiete usw.

    Wenn es nicht durch entsprechende Vorgaben verhindert wird, segeln vor dem Start meist alle konfus durcheinander und dann sind das Chaos und der Crash vorprogrammiert. Die verbreitete Unsitte, dass Boote vor dem Start ohne Wegerecht auf Kollisionskurs durchs immer dichter werdende Feld fahren (wie der Jolli), muss vom Veranstalter vorhergesehen und ihr begegnet werden. Alles andere ist leichtsinnig.

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    • avatar Schlaufuchs sagt:

      Dann sind ja alle konfus gefahren, denn bis auf der Große hatten ja alle Wind von BB…. Der Große hatte übrigens weniger Sekunden vor dem Crash ja auch noch Wind von BB. Wie übrigens das ganze Feld in der Phase des Rennens. Ich denke die Idee mit den Verkehrstrennungsgebieten ist etwas, was World Sailling mal nachverfolgen sollte….

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      • avatar Christian sagt:

        ja, stimmt, es sind alle konfus gefahren in dieser Situation. Warum und wodurch sie womöglich dazu gezwungen wurden, müsste man genauer erfahren. Jedenfalls habe ich es selbst schon öfter erlebt, dass solche Situationen vom Veranstalter regelrecht provoziert werden. Sehr heikel sind z.B. Vorwindstarts mit vielen Booten, weil das Ausweichen und Bremsen sehr schwierig wird. Dass Am-Wind-Starts bei Regatten der Standard sind, hat schon seinen guten Grund.

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  3. avatar Andrea B. sagt:

    Der große fährt auch einfach weiter. Großschot wird nicht gefiert, sondern der Kleine einfach vorne weitergeschoben. Ich würde sagen da hat nicht nur der Steuermann gepennt. Ziemlich unsportlich.

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