Das Ende: Französische Seenotretter wehren sich gegen Nebenjob als See-Bestatter

Alles Asche

Letzte Fahrt auf See – aber nicht mehr mit den Lebensrettern!

Letzte Fahrt auf See – aber nicht mehr mit den Lebensrettern!

Nach Etatkürzungen wurden die Lebensretter in La Rochelle dazu angehalten, ihr Budget mit Seebestattungen aufzubessern. Damit soll jetzt endgültig Schluss sein!

„Unser Job auf See ist es, Leben zu retten. Und nicht, die Asche der Toten für ein paar lumpige Euro im Meer zu verteilen!“ Mit diesen markigen Worten machte Francois Chedebois, Präsident der Societé Nationale de Sauvetage en Mer SNSM von La Rochelle deutlich, dass man die Faxen dicke habe.

Seit Jahren werden für die Lebensretter zur See die Etats gekürzt, speziell in La Rochelle reiche es mitunter noch nicht einmal für fachgerechte, anstehende Reparaturen oder Überholungsarbeiten an den Rettungsschiffen. Die letzten angekündigten Kürzungen belaufen sich auf 25 Prozent, so Chedebois weiter.

Lieber Leute aus dem Wasser ziehen, als ihre Asche dort verstreuen © SNSM

Lieber Leute aus dem Wasser ziehen, als ihre Asche dort verstreuen © SNSM

Schon vor einigen Jahren hatten die zuständigen Departement-Behörden die glorreiche Idee, die „Sauveteurs de Mers“ (die übrigens größtenteils ehrenamtlich unterwegs sind) zu einem kleinen Nebenjob zu überreden, der durchaus mit ihrer Liebe zum Meer zu tun habe: Sie sollten in ihrer einsatzfreien Zeit die auch in Frankreich immer häufiger gefragten Seebestattungen durchführen.

Drei bis fünf Mal pro Woche waren allein die Lebensretter von la Rochelle außerhalb der Drei-Meilen-Zone damit beschäftigt, die wasserlöslichen Urnen im Meer zu versenken oder die Asche über der Meeresoberfläche zu verstreuen. Kostenpunkt so einer Seebestattung: 300 Euro!

Zum Vergleich: bei deutschen Seebestattungsreedereien kosten entsprechende Zeremonien 2.500 bis 4.000 Euro.

Kürzlich traten die Lebensretter der SNSM von La Rochelle in den Bestattungsstreik: „Wir wollen in Zukunft nur noch Leben retten und nicht als Bestattungsunternehmen fungieren! Es ist Sache der Behörden, die dafür nötigen finanziellen Mittel zu besorgen – wir machen jedenfalls keine Nebenjobs mehr dieser Art!“

Tipp von SR Leser André Mayer

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Michael Kunst

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