Haarige Belt-Brücken-Passage der weltgrößten Kreuzfahrer

Der bange Blick nach oben...

Segler kennen ihn, den bangen Blick nach oben, wenn man unter einer Brücke passiert. Bleibt man diesmal hängen? Ist der Wasserstand höher als gedacht?  Es sieht so knapp aus! Aber wie  muss sich der Kapitän der 362 Meter langen “Allure of the Seas” gefühlt haben, als er am Wochenende 20 Knoten schnell mit rund 60 Zentimetern Platz über dem Schornstein die Große Belt Brücke passierte.

Ihm mag das Bild vom abgerissenen Oberdeck im Kopf herumgeistern. Aber schon ein Jahr zuvor hatte das Schwesterschiff  “Oasis of the Seas” die Passage gemeistert. Dabei kann es eigentlich nicht klappen. Denn die Durchfahrtshöhe unter der Brücke beträgt 65 Meter, die Höhe der Kreuzfahrer aber 72 Meter.

Aber nach der Abnahme einiger Antennen konnte es knapp funktionieren. Das Erstaunliche: Beide Schiffe mit den 220.000 Bruttoregistertonnen geben unter der Brücke richtig Gas. Sie nutzen den so genannten Squat Effekt, ein hydrodynamische Phänomen, durch das ein großes Schiff über flachen Stellen tiefer in das Wasser gedrückt wird. Das brachte etwa 30 Zentimeter. Was lernen wir daraus? Vollgas unter der Brücke macht Sinn!

Das Video zeigt die Passage beider Schiffe. Bei Tag passiert  “Allure of the Seas”. Bei Nacht vor einem Jahr war “Oasis of the Seas” dran. Die Ozeanriesen haben Platz für 6.400 Passagiere, sind 47 Meter breit und verfügen über 16 Decks.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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