Alessandro di Benedetto beendet Weltumsegelung mit Mini 6.50

Held des Segelns

Di Benedetto in seinem nur 6,50 Meter langen Boot ©www.alessandrodibenedetto.net

Er hat es tatsächlich geschafft. Der Franko-Italiener Alessandro di Benedetto hat mit seinem nur 6,50 Meter langen Segelboot, gestern Morgen um 6.02 Uhr, nach 268 Tagen und 19 Stunden den Hafen von Les Sables d’Olonne erreicht, und somit einen neuen Weltrekord für eine Weltumsegelung mit dem kleinsten Boot geschafft.

Gestartet war di Benedetto am 26. Oktober 2009, um mit seinem umgebauten Mini (Achtern hat er einen Kajüt-Aufbau angefertigt; der normale Mast eines Minis musste einem kürzeren, stabileren weichen) die Welt zu umsegeln. Viele hatten den 39-Jährigen damals für verrückt erklärt, di Benedetto indes wußte genau was er tat. Schon im Dezember 2002 hatte er als erster Mensch mit einem nicht einmal 20 Fuß langen Sport-Katamaran (ohne Kajüte) den Atlantik einhand überquert. Und im Jahr 2006 überquerte er mit dem gleichen Sportgerät den Pazifik, ebenfalls alleine und nonstop von Yokohama nach San Francisco.

Während seines gestern abgeschlossenen Abenteuers musste di Benedetto jedoch mit Schwierigkeiten kämpfen, die er wohl lieber nicht erlebt hätte. Am 30. März 2010 brach auf seinem Schiff, in einem brutalen, ja menschenverachtenden Sturm vor Chile, nur wenige Tage von Kap Hoorn entfernt, der Mast. Bei den meisten Seglern hätte wohl spätestens dieses Erlebnis zum Ende der Reise geführt. Nicht so bei Alessandro di Benedetto. Zwar überlegte der Segler zuerst, unter Notrigg einen chilenischen Hafen anzulaufen, und die Nonstop-Reise somit zu unterbrechen. Nur wenige Stunden später siegte jedoch der Abenteurer und mutige Held in ihm, sodass er beschloss die Weltumsegelung unter Notrigg fortzuführen – wohlgemerkt, mitsamt einer Kap-Hoorn-Rundung.

Anscheinend handelte di Allessandro gemäß des Namens seines Schiffes: „Hakuna Matata“, eine afrikanische Redewendung der Swahili-Sprache, die so viel bedeutet wie “es gibt keine Probleme” – ein Motto, welches die Einstellung, aber auch die Fähigkeiten di Benedettos widerspiegelt.

Was spätestens seit der Havarie viele Beobachter als unmöglich erachtet haben, hat di Benedetto nun als möglich, ja sogar erledigt abgehakt. Dabei hat er während seines Abenteuers 28.360 Seemeilen zurück gelegt – in einem Boot, in dem man nicht mal Platz hat, sich umzudrehen. Wie mühevoll es gewesen sein muss, den gesamten Atlantik nur unter Notrigg nach Norden zu segeln, können wir uns wohl nur schwerlich vorstellen. Zumal zum Schluss der Reise auch der Autopilot seinen Geist aufgegeben hatte.

Alessandro di Benedetto hat gezeigt, aus welchem Holz er geschnitzt ist, hat ein Abenteuer, welches viele für unmöglich gehalten haben, mit Bravour gemeistert. Fast schon angenehm – und irgendwie auch schade – dass er sich während seiner Reise aufs Segeln konzentriert, und in aller Ruhe einfach sein Ding durchgezogen hat. Er ist jemand, von dem man gerne mehr erfahren hätte – im Gegensatz zu vielen anderen Seglern dieser Tage, deren Abenteuer mehr in Blogs, Zeitungen und TV-Sendungen stattfinden, als auf dem Wasser. Er ist ein Held des Segelns.

Mathias Müller
Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *