Drogenschmuggel: Kokain im Wert von 700.000 Euro – nach Atlantiküberquerung verhaftet

In letzter Minute

Drogenschmuggel, brighton, Marina

In der Marina von Brighton konnten die Schmuggler festgenommen werden © brighton marina

Wahrscheinlich dachten die beiden mutmaßlichen Schmuggler, das Gröbste sei geschafft. Doch nach der Transat wurde ihr Schiff in Brighton/GBR durchsucht… Alte und neue Schmuggel-Tricks.

Ein 62-jähriger Segler aus St. Lucian und sein 29-jähriger „Vorschoter“ aus Grenada segelten auf der „Tacabanda II“, eine 37-Fuß-Segelyacht Baujahr 1982, von der Karibik nach England.

Als sie letzte Woche in Brighton anlegten, schienen sich ihre kühnsten Hoffnungen zu bestätigen: Auf sie wartete lediglich die übliche Prozedur nach solch einem langen Törn. Einklarieren, endlich festen Boden unter den Füßen, ein paar Bier, ein Schnack mit dem Hafenmeister…

Keiner schien etwas zu ahnen. Doch die Behörden lagen längst auf der Lauer. Sie hatten den Tipp bekommen, dass auf der „Tacabanda II“ Drogen versteckt sein sollen. Doch sie schlugen noch nicht direkt zu. Ein zuständiger Officer: „Wir hofften eigentlich, auch andere Kriminelle, etwa im Zuge einer Drogen-Übergabe, dingfest machen zu können.“

Doch während mehrer Tage und Nächte tat sich nichts Verdächtiges, so dass die Drogenfahnder schließlich aktiv wurden.

Schlecht versteckt

Bei der Durchsuchung der Yacht fanden sie – „schlecht versteckt“ wie ein Fahnder bemerkte – drei Kilo Kokain, jedoch in hochreiner Qualität. „Gestreckt ist das auf dem Markt ca. 500.000 Pfund wert“ stellten die Drogenfahnder klar.

Drogenschmuggel, brighton, Marina

Neue Methoden: Mit U-Booten auf hoher See (hier ein Foto aus dem Jahr 2010) © US-coastguard

Dennoch war man überzeugt, noch mehr Drogen auf dem Schiff zu finden und untersuchte die „Tacabanda II“ Zentimeter für Zentimeter, holte sie ins Trockendock und nahm zudem den Kiel ab. Dort werden häufig Drogen als „zusätzlicher Ballast“ versteckt. Erfolglos.

„Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder es handelte sich hier um einen „kleinen“ Fisch, der sich lediglich seine Rente aufbessern wollte. Oder aber wir haben eine Übergabe des größten Teils der Drogen auf offener See verpasst und die drei Kilogramm waren „nur“ das Honorar für einen weitaus größeren Schmuggel.“

Die beiden mutmaßlichen Täter behaupten übrigens, die Drogen seien ihnen untergeschoben worden, wollen aber mit den Behörden zusammenarbeiten…

Britischen Drogenfahndern zufolge kommt es äußerst selten vor, dass Drogen im Hafen beschlagnahmt werden. „Meistens werden die Schmuggler bereits in der Karibik, in Mittel- oder Südamerika „hops“ genommen,“ wird berichtet. Doch es wird vermutet, dass vor den europäischen Atlantikküsten häufig Drogen im großen Stil von Profis übernommen werden, die als Fischer getarnt auf ihre „Kuriere“ warten. „Die Dunkelziffer ist hoch,“ heißt es seitens der Behörden.

Gut gemachte Doku über kolumbianische Schmuggel-U-Boote

 Mit dem U-Boot auf hoher See

Wie hoch sie sein könnte, wurde kürzlich bei einem Zufalls-Coup der US-Küstenwache in internationalen Gewässern vor El Salvador deutlich. Von einem Suchflugzeug aus entdeckte man ein halb getauchtes U-Boot mit Kurs Nordost. Ein kurz darauf informiertes Boot der Küstenwache brachte das U-Boot auf, das sich offenbar weiterhin sicher wähnte und keinerlei Anstalten zum Abtauchen gemacht hatte. Im U-Boot waren sagenhafte 7,6 Tonnen Kokain im Wert von Hunderten Millionen Dollar gebunkert. Vier Personen waren an Bord und Proviant für mehrere Monate – wohin die Reise gehen sollte, können die Behörden bis jetzt nur mutmaßen. „Wir wissen, dass die U-Boote auch längere Strecken zurücklegen, in der Nähe von Inseln aber immer wieder neuen Treibstoff bunkern müssen,“ sagt einer der Drogenfahnder aus Brighton. „Aber wie und wo sie anlanden – darüber wissen wir nur wenig!“

Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *