Drogenschmuggel unter Wasser: Narco-U-Boot in Spanien sichergestellt – neue UFOs?

Marke Eigenbau

Auf was man nicht alles auflaufen kann… Immer mehr Drogen-U-Boote sind auf den Meeren unterwegs. In Spanien wurde erstmals ein Exemplar aus Europa beschlagnahmt.

U-Boote bzw. Halbtaucher, die nicht vollständig abtauchen können, werden vor allem in Mittel- und Südamerika bereits seit Längerem für den Drogenschmuggel eingesetzt. Sogar eigene Bootsbauer, die die Schmuggelboote in abgelegenen Gegenden bauen, sollen die Rauschgiftkartelle angeheuert haben. Schließlich sind die Fahrten lukrativ. Die Boote können meist mehrere Tonnen Drogen auf einmal transportieren und sind schwer zu orten.

Beschlagnahmtes U-Boot im Schlepp. (Für Video Bild klicken)

Die Corona-Pandemie könnte ihrem Einsatz nach Meinung des Sicherheitsexperten H. I. Sutton noch zusätzlich Aufwind geben. „Die Pandemie erschwert den Verkehr auf den üblichen Handelsrouten der Frachtschiffe. Somit sind Drogen-U-Boote nun erst recht eine attraktive Alternative“, wird er vom SRF zitiert.

Beschlagnahmtes U-Boot vorgesehen für den Drogentransport © Europol, Policia Nacional

Schwimmen also auch in Europa bald immer mehr Narco-U-Boote? Jedenfalls scheinen sie bereits hier gebaut zu werden, wie ein spektakulärer Fund der spanischen Polizei in enger Zusammenarbeit mit Europol und Teams aus fünf weiteren Ländern in Málaga klarmachte.

Platz für zwei Tonnen Rauschgift

Erstmals fanden die Behörden ein Halbtauchboot, das auf europäischem Boden für den Drogenschmuggel gebaut wurde – und beschlagnahmten es. Entdeckt wurde es bei einer internationalen Drogenrazzia in einer Lagerhalle. Ähnliche Schiffe, die in der Vergangenheit sichergestellt werden konnten, stammten nach Angaben der Ermittler stets aus lateinamerikanischer Produktion. Ende 2019 etwa wurde ein mit Kokain beladenes U-Boot vor der Küste Galiciens aufgespürt.

Der neun Meter lange und drei Meter breite Halbtaucher aus Málaga war allerdings noch nicht fertiggestellt und daher auch noch zu Wasser gelassen worden. Auf einer Pressekonferenz vor einigen Tagen erklärte Polizeichef Rafael Pérez laut spanischer Medienberichte, dass das Schiff Platz für ungefähr zwei Tonnen Rauschgift biete und vermutlich Drogen zu einem Mutterschiff auf dem offenen Meer hätte transportieren sollen. Rund eine Million Euro seien in den Bau investiert worden.

Die Untersuchungen gegen eine Gruppe von Kriminellen aus Spanien, Kolumbien und der Dominikanischen Republik, die im großen Stil mit Kokain, Haschisch und Marihuana handelt, förderten neben dem Schmuggel-U-Boot auch mehrere Tonnen Drogen, ein Drogenlabor, Bargeld und ein Schnellboot zutage.

Tipp: André Mayer

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