DSV: Ehemaliger Hoffnungsträger Generalsekretär Goetz-Ulf Jungmichel freigestellt

"Mit sofortiger Wirkung..."

Als Goetz-Ulf Jungmichel am 1. März 2016 von der boot zum DSV wechselte, galt er als nahezu einziger Hoffnungsträger während der Chaos-Phase beim Verband. Nun ist das Gastspiel endgültig vorbei.

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Jungmichel wechselte von der boot zum DSV © boot

Ex DSV-Präsident Andreas Lochbrunner hatte wahrlich kein glückliches Händchen. Seine  Amtszeit war insbesondere durch die Streitereien mit der Konzeptwerft geprägt. In der Folge gingen die Sponsoren Audi und SAP verloren und als der Mann vom Bodensee immer mehr den Rückhalt im Präsidium verlor, trat er nach dreieinhalb Jahren zurück.

Aber als einer seiner besten Coups galt die Verpflichtung von Goetz-Ulf Jungmichel. Es sorgte in der Branche für große Verwunderung, dass der erfolgreiche Leiter der boot Düsseldorf als Generalsekretär zum Deutschen Segler Verband in ein schwieriges Umfeld mit überwiegend ehrenamtlichen Strukturen wechselte.

Doch gerade der notwendige Umbau zu einer verstärkten Professionalisierung reizte den langjährigen Bundeswehr-Kommandeur und Oberstleutnant d.R. Schließlich war er auch Geschäftsführer der Deutschen Segel-Marketing GmbH, mit der die Vermarktung des Verbandes im Breitensport und besonders dem olympischen Spitzensport entwickelt werden sollte.

Diese Personalie machte Hoffnung, dass dem DSV möglicherweise doch ein Neustart gelingen könnte. Aber schließlich hat es nicht funktioniert. Das änderte sich auch nicht nach der Wahl der neuen DSV-Präsidentin Mona Küppers.

Mitte April gab der Verband das Ausscheiden von Jungmichel zum Ende des Jahres bekannt “aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung des Verbandes zwischen ihm und dem Präsidium”. Die Trennung erfolge “einvernehmlich” hieß es.

Küppers sagte: “Goetz-Ulf Jungmichel hat viel frischen Wind in den DSV gebracht und uns geholfen, alte Strukturen zu überdenken und neu zu definieren.” Und Jungmichel ließ sich so zitieren: „Es waren spannende und herausfordernde zwei Jahre, in denen wir den Grundstein für die Neuausrichtung des Verbandes gelegt haben.“

Aber von Einvernehmlichkeit ist jetzt keine Rede mehr. Und eine geregelte Übergabe kann nicht wie geplant erfolgen.

In einer aktuellen Mitteilung des DSV heißt es: “Im April haben das DSV-Präsidium und der Generalsekretär Goetz-Ulf Jungmichel sich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit zum Jahresende zu beenden. Nach weiteren internen Beratungen hat das Präsidium sich nun dazu entschlossen, Jungmichel mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden und freizustellen.

„Für den Verband ist es wichtig, dass wir ab sofort alle gemeinsam nach vorne schauen und uns ganz darauf konzentrieren, wie wir uns bestmöglich für die Zukunft aufstellen“, erklärt DSV-Präsidentin Mona Küppers den Schritt. „Das Präsidium hat einstimmig beschlossen, Dr. Germar Brockmeyer mit sofortiger Wirkung zum kommissarischen Generalsekretär zu berufen.“

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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