Eco Yacht 110: Luxuriös, innovativ und umweltfreundlich

Das besondere Schiff

Eines ist ganz sicher: Marc Pajots neues Super-Yacht-Projekt kann sich sehen lassen! Allerdings sieht der 110-Füßer nicht nur schick aus, sondern überrascht auch mit Detaillösungen, die man bis dato nur von sehr viel kleineren Yachten kannte, darunter einem Rigg, das ohne Baum auskommt und einer E-Motorisierung, die die Yacht besonders leise und weitgehend autark macht.

© Pajot Yachts Selection

Seit den frühen 1980ern beschäftigt sich der französische Ausnahmesegler Marc Pajot, der 1972 die olympische Silbermedaille im FD gewann und 1982 als erster die Ziellinie der Route du Rhum passierte, mit dem Entwerfen von Multihulls. Seit der Jahrtausendwende widmet er sich darüber hinaus der Vermakelung von Luxus-Katamaranen. Nun hat er in Teamarbeit mit dem bekannten Yachtarchitekten Nicolas Fauroux und den Multihull-Experten Franck de Rivoyre und Christophe Larose einen besonders innovativen Katamaran kreiert, der für Aufsehen sorgt, u. a., weil sein Rigg wegweisend für die Multihull-Entwicklung sein könnte.

Was man bislang nur von kleineren Strand- oder Race-Cats kannte (mit Ausnahme des brandneuen neuseeländischen AC75, der sich im Konkurrenzkampf um die bodenlose Kanne allerdings erst noch beweisen muss), soll auf Pajots neuem, 33 Meter langen und 14 Meter breiten Cruising-Katamaran problemlos funktionieren: ein Großsegel, das ohne Baum auskommt.

© Pajot Yachts Selection

Möglich wird das durch eine radikale Verlegung des Mastes nach achtern. Auf der ECO Yacht steht er noch hinter der Mitte. Durch diese extreme Position und durch die mittschiffs eingebauten Maschinenräume, in denen sich die Batteriebänke und Hydrodynamik-Generatoren befinden, rückt der Schwerpunkt ins Zentrum, was wiederum die Stampfbewegungen des Kats reduzieren und ihm gleichzeitig gute Stabilität beschweren soll. (Die vergleichsweise leichten E-Motoren werden etwas weiter achtern eingebaut.)

Um die Stabilität nochmals zu erhöhen, setzt Pajot auf vermindertes Topgewicht. Folgerichtig erhält sein Kat ein Carbon-Rigg, das besonders leicht ausfällt, weil es keinen Baum hat. Die ungewöhnliche Mast-Position führt dazu, dass das Vorsegeldreieck außergewöhnlich breit und das Groß extrem schmal ausfällt. Dank Squaretop-Schnitt und durchgehenden Latten kann es dennoch effektiv arbeiten. Damit die 180 Quadratmeter große Tuchfläche nach dem Segeln ohne großen Aufwand gestaut werden kann, haben die Designer eine Kammer entworfen, in die sich das Segel von selbst hineinfaltet, sobald das Fall gelöst wird. Damit es nicht zur Seite ausweht, wird es von Lazyjacks in Schach gehalten. Der Segelstauraum ist ins Deckshausdach integriert. Er ist so lang wie das Unterliek und breit und tief genug, um das Groß darin verschwinden zu lassen. Ein Deckel schützt das Segel vor Wind, Regen und vor allem vor den schädlichen UV-Strahlen. Sobald er geschlossen ist, können Polster draufgelegt werden, wodurch eine 100 Quadratmeter große Liegeweise entsteht.

© Pajot Yachts Selection

Selbstverständlich soll auch die Bedienung der Segel einfach zu bewerkstelligen sein, denn die Profi-Crew der Superyacht ist auf vier bis sechs Personen begrenzt. Für die Vorsegel sind Rollanlagen obligatorisch und für die Winschen E-Motoren.

In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist, dass der Außen-Steuerstand, von dem aus auch der Segeltrimm erfolgt, vor den Mast gelegt wurde. Aus zwei Gründen scheint diese Anordnung sinnvoll. Zum einem kann die Profi-Mannschaft separat vom Eigner und seinen Gästen operieren, zum anderen bleibt so mehr Platz für die große Relaxe-Zone, die ansonsten einen Teil ihrer Fläche an die Kommandozentrale abgeben müsste. Ein zweiter Steuerstand befindet sich im Deckshaus.

Erwartungsgemäß wird Komfort großgeschrieben auf dieser Luxus-Yacht. Wie groß, entscheidet der Eigner, denn bei der ECO Yacht handelt es sich um einen Custombau, dessen Interieur- und Decksgestaltung weitgehend auf die Wünsche des Kunden abgestimmt wird. Ob und wie viele Pools er an Bord haben möchte, obliegt seiner Entscheidung, ebenso die Möblierung. Pajot wirbt mit einem maßgeschneiderten Interieur. Zur Verfügung stehen 200 Quadratmeter Wohnfläche, wovon 22 auf die Eignerkabine entfallen. Zwei sehr geräumige VIP-Kabinen sind für den Einbau in den Schwimmerhecks vorgesehen; mit Meerblick und direkten Zugängen zu den Badeplattformen.

© Pajot Yachts Selection

Denkbar ist auch eine Einrichtung, die auf Luxus-Charter abzielt. Mit der Eco Yacht lassen sich die weltweit schönsten Reiserouten absolvieren, selbst entlang besonders flacher Reviere und Buchten, denn dank der Seitenschwerter ist der Tiefgang auf 2 Meter reduzierbar. Um auch vor Anker möglichst lange autark zu bleiben, werden die seitlichen Deckshausränder mit Solarpaneelen bestückt, die zusammengenommen eine Fläche von 70 Quadratmetern abdecken.

Design: Marc Pajot, Nicolas Fauroux
Konstruktion und Rigg: Franck de Rivoyre, Christophe Larose
LüA: 33,50 m
Rumpflänge: 32,10 m
Breite: 14,12 m
Tiefgang: 2,00 – 4,50 m
Verdrängung: 105 t
Gästekojen: 12
Crew-Kojen: 4 – 6
Masthöhe: 40 m
Groß: 180 m2
Genua 1: 265 m2
Genua 2: 115 m2
Stagsegel: 66 m2
Gennaker: 750 m2
Code 0: 450 m2
Näheres: www.pajot-yachts-catamaran.com

Ein Kommentar „Eco Yacht 110: Luxuriös, innovativ und umweltfreundlich“

  1. avatar Kugelfisch sagt:

    Eine 110-Fuss-Luxusyacht kann per se nicht umweltfreundlich sein. Sie ist allerbestenfalls irgendwo hinter dem Komma weniger umweltschädlich.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *