Einhand-Rekord: Thomas Coville ist mit “Sodebo” zum dritten Mal gescheitert

Die Zeit ist abgelaufen

Thomas Coville liegt in den Doldrums lange in der Flaute und sieht den Rekord schwinden. © Team Sodebo

Thomas Coville hat den Wettlauf mit der Zeit und das virtuelle Duell mit dem Einhand-um-die-Welt-Rekordhalter Francis Joyon verloren. Coville fehlten mit seinem Mega-Trimaran „Sodebo“ 1500 Meilen zum Ziel bei Ushant an der bretonischen Küste als die Zeitvorgabe von Joyon ablief. Der Franzose hatte vor drei Jahren nach 57 Tagen und 13,5 Stunden die aktuelle Bestmarke gesetzt.

Der Rekordversuch von Coville stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Kurz nach dem Start gewann er nach einem spektakulären Fast-Überschlag viel Aufmerksamkeit, geriet aber früh in Rückstand. Denn er musste im Atlantik einen großen Umweg im Vergleich zum Konkurrenten in Kauf nehmen, als ihm das St.-Helena-Hoch den Weg versperrte.

Die Luft ist raus. Der Gennaker hängt schlaff in der Flaute. Die Rekordfahrt scheitert. © Team Sodebo

Dennoch arbeitete er sich wieder heran und rundete gleichzeitig mit Boris Herrmann das Kap Horn. Aber kurz danach rammte er einen Pilotwal und beschädigte den Bug seines Steuerbord-Schwimmers.

Das befürchtete Aus fand aber nicht statt. Der Bug hielt und Coville lag plötzlich unerwartet vor der Zeit von Joyon. Aber dann brach der Unterliekstrecker des Großsegels. Die Reparatur kostete viel Kraft. Und schließlich war sie doch aussichtslos.

Denn die Windbedingungen spielten nicht mit. Während die Barcelona-World-Race-Flotte den Atlantik aufkreuzen muss, kommt auch „Sodebo“ bei den notorischen Gegenwinden nicht mehr auf Speed.

Joyon ist schon im Ziel und "Sodebo" hat noch knapp 1500 Meilen zu absolvieren. Coville kam schon bei der Route du Rhum gegen seinen Landsmann nicht an.

Ungeachtet der großartigen seglerischen Leistung, einen 105 Fuß langen Trimaran alleine um die Welt zu segeln, zeigt sich nun, wie sehr solche Rekordfahrten vom Wetterglück abhängen.

Das Potenzial von Covilles Tri ist nicht größer als das seines Vorgängers. Schon bei der jüngsten Route du Rhum musste er sich Joyon im direkten Vergleich geschlagen geben. Beim ersten Rekordversuch scheiterte er mit Bruch, beim zweiten war er auch langsamer als Joyon und nun hat es wieder nicht funktioniert.

Aber für den Sponsor Sodebo mag sich der Rekordversuch dennoch gelohnt haben. Das Tracking und die Dramen an lieferten Stories und Aufmerksamkeit. Besonders die spektakulären Bilder vom Start halfen bei der Medienpräsenz. Deshalb mag Coville es ein weiteres Mal versuchen. Vielleicht hat er irgendwann einmal Glück.

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Einhand-Rekord: Thomas Coville ist mit “Sodebo” zum dritten Mal gescheitert“

  1. avatar stefan sagt:

    …sowohl Coville als auch Joyon sind mit einem Tri, nicht mit einem Kat um die Welt gesegelt 😉

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  2. avatar Uwe sagt:

    Eine großartige Leistung, Rekord hin oder her.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  3. avatar T.K. sagt:

    Liebe Redaktion,

    wenn Ihr Artikel nach dem online stellen ändert, dann bitte unbedingt einen edit Hinweis am Ende einfügen. So gehört sich das! Sonst kann man Hinweise der User (siehe hier Hinweis “Kat” von Stefan nicht nachvollziehen, auch wenn dieser nebensächlich sein mag!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

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