Umgang mit dem Treibanker

Airbag für Segler

Susanne Huber-Curphey ist die erfahrenste deutsche Seeseglerin. Niemand hat mehr Meilen im Kielwasser. Die Trans-Ocean-Preisträgerin wurde im April vom renommierten britischen Ocean Cruising Club (OCC) zum Ehrenmitglied ernannt. Umso mehr kann man von ihrem jüngsten Erfahrungsbericht im Sturm lernen.

So funktioniert der JSD-Treibanker. © JSD

Die Alleinseglerin beschreibt in dem bei Trans Ocean veröffentlichten Artikel, wie sie bei 10 Beaufort den von vielen Langfahrtseglern gefeierten Treibanker Jordan Series Drogue (JSD) ausbringt. Dabei handelt es sich in dem Fall für ihr Schiff um eine 80 Meter lange Leine mit 151 daran befestigten kleinen Trichtern. Dieser Widerstand im Wasser soll das Heck den Brechern zudrehen und die Fahrt auf dem Wellenrücken so sehr verlangsamen, dass der Bug nicht in der nächsten Welle unterschneidet.

Huber-Curphey nennt den JSD “meine gut bewährte Lebensversicherung”, andere erkennen in ihm den “Airbag für Segler”. Sie kenne dieses Sturm-Szenario sehr gut, sagt die Skipperin. “In den vergangenen 19 Jahren habe ich den JSD mindestens 21-mal ausgebracht. Ich weiß, dass ‘Nehaj’ dann absolut sicher liegt und auf sich selbst aufpasst, komme was will. Solange wir in tiefem Wasser ohne Land in der Nähe sind und solange mich das AIS vor Schiffen warnt.”

Auch diesmal wettert die Skipperin den Sturm in der Nacht unter Deck ab. Gegen neun Uhr morgens merkte sie, dass etwas nicht stimmt. “Warum sind in den letzten 15 Minuten zwei Brecher fast quer über das gesamte Deck gestürzt? Wie kann das sein?”

Die Erklärung: Trichter und Endgewicht des JSD sind abgerissen. Im TO-Bericht erklärt sie die kritischen Minuten danach.

Der Jordan Series Drogue ist von dem Amerikaner Don Jordan konstruiert worden, einem Luftfahrt-Ingenieur, der sich intensiv mit Fastnet-Race-Desaster von 1979 beschäftigte, als 15 Segler starben und 24 Yachten sanken oder aufgegeben wurden. Er hat

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Carsten Kemmling

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