Ex “Rubin” Untergang: Die vor Cuxhaven gesunkene “Sharki” wird doch noch gerettet

Mit viel Herzblut

Der Untergang vor Cuxhaven schien das Ende für die ex Admiral’s Cup-Siegeryacht “Sharki” zu bedeuten. Sie war nicht versichert. Aber nun befindet sich der Havarist doch wieder auf dem Heimweg nach Polen.

25.000 Euro sollte es Cezary Wolski und sein Team kosten, “Sharki” vor dem Ende zu bewahren. Die berühmte Yacht, die als “Rubin” für Hans-Otto Schümann 1973 den Admiral’s Cup gewonnen hat, konnte vom jetzigen polnischen Eigner erst ausgelöst werden, wenn das Geld für Bergung und Reparatur aufgebracht würde.

“Shakti” nach der Bergung mit einem Leck an Steuerbord. © Shakti Crew

Da die Yacht nicht versichert war, schien die Rettung utopisch. Aber Wolski setzte auf den Zusammenhalt der Gemeinschaft. Besonders in Polen ist das Schiff eine kleine Berühmtheit, auch weil seine Geschichte von Herzblut zeugt. Der Eigner baute das Schiff mit seiner Freundin 20 Jahre lang aus und finanzierte es mit regelmäßigen Chartertörns.

Mit einem emotionalen Aufruf bat er in der Yachtie-Community um Hilfe: “Wir haben immer allen geholfen, die Hilfe auf dem Wasser brauchten. Heute brauchen wir sie. Wir sind gezwungen, um finanzielle Unterstützung zu bitten. Alleine schaffen wir das nicht. Wir wissen, dass ‘Sharki’ ihren Platz in den Herzen vieler Menschen gefunden hat. Wir bitten euch herzlich – helft uns sie zu retten.”

“Sharki” unter Segeln. © Sharki Crew

Es hat geklappt. Auf einer polnischen Crowdfunding-Plattform, die Wolski auch mit einem Video der Bergung bestückte, sammelte er umgerechnet rund 11.000 Euro ein. Den Rest brachte er mit viel Improvisationstalent irgendwie zusammen. So baute er selber den Motor mit zwei jungen Leuten aus, brachte ihn nach Polen, zerlegte und reinigte ihn dort.

Wolski selber schaffte es, das Leck im Rumpf so fachmännisch zu reparieren, dass ein Sachverständiger die Seetauglichkeit bestätigt haben soll. Und so befindet sich der Havarist inzwischen wieder auf dem Rückweg nach Stettin. Dort will der Eigner den Winter nutzen, um „Sharki“ wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen.

Hartmut Mester (66) aus Cuxhaven wird von lokalen Medien als wichtiger Helfer genannt, er selbst weist die Blumen aber zurück. Er nennt Celica Peer als einen der wichtigsten Helfer, der jeden Tag am Schiff “malocht” habe.  Vom “Zusammenhalt der Gemeinschaft” zumindest vor Ort, zeigt er sich eher enttäuscht. Noch sei “Sharki” auch nicht gerettet. Die Polen versuchen weiterhin, das fehlende Geld per Spendenaufruf (Kontakt) zusammenzubekommen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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