Expedition: Arved Fuchs kehrt mit Propellerschaden vor Grönland um – zurück nach Island

Ocean Change

Arved Fuchs, Expedition, Grönland

Die “Dagmar Aaen” im Eis – seit Jahrzehnten ein gewohntes Bild © ocean change

Eigentlich wollten sie schon längst in Grönland sein – Stürme, Flauten und zuletzt ein Propellerschaden warfen aber die Terminplanung durcheinander. Doch die Expedition läuft weiter. 

Sie wollen ein neues Kapitel aufschlagen – Arved Fuchs und seine Crew sind wieder auf dm Haikutter „Dagmar Aen“ unterwegs. Am 30. Mai starteten sie in Hamburg zur Expedition „Ocean Change“, mit der Deutschlands bekanntester Polar-Forscher und -Abenteurer in Zusammenarbeit mit wechselnden Klimaforschern, Energieexperten und Biologen ein Statement für Umwelt und Nachhaltigkeit im Hohen Norden abgeben will.

Arved Fuchs, Expedition, Grönland

Die Dagmar Aaen in Fahrt © arved fuchs

Diesjähriges Ziel der Reise ist der nördliche Bereich Grönlands. Bisher hat das speziell für diese Breiten umgebaute und vorbereitete Expeditionsschiff bereits auf Helgoland, beim Offshore-Park Butendiek, auf den Shetland- und Faröer-Inseln und auf Island Station gemacht. 

Auf dem weiteren Weg Richtung Norden, nur 100 Seemeilen vor der grönländischen Küste, mussten Arved Fuchs und seine Crew jedoch vor wenigen Tagen umkehren. Ein elementares Bauteil des Verstellerpropellers war gebrochen – für die Reparatur muss die „Dagmar Aaen“ ins Dock gebracht werden. Und das wäre auf Grönland nicht möglich… 

Also wieder zurück nach Island. Dort wird das schadhafte Teil gegen einen Ersatz – den die Dagmar Aaen übrigens an Bord mitführt – ausgetauscht. „Das bringt unsere Planung zwar durcheinander, ist für eine sichere Fortführung unserer Expedition jedoch unerlässlich,“ schreibt Arved Fuchs von Bord seines Haikutter. „Nur unter Segeln im Eis und in den engen Fjorden zu fahren, wäre zu leichtsinnig. Und Sicherheit geht bei uns in jeder Hinsicht vor!“ 

Zwei große Themen beschäftigen die Seeleute, Forscher und Abenteurer an Bord der „Dagmar Aaen“: Klimawandel und Plastikmüll. 

„Die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich am Beispiel Grönland exemplarisch und für alle Menschen verständlich darstellen,“ unterstreicht Arved Fuchs. „In Film- und Bildbeiträgen, die über die Sozialen Netzwerke verbreitet werden, sollen Veränderungen in der Natur gezeigt und gleichzeitig positive Ansätze zur Lösung des Problems vermittelt werden.“ 

Arved Fuchs, Expedition, Grönland

Arved Fuchs bei der Abfahrt in Hamburg © ocean change

Fuchs und seine Crew wollen direkt vor Ort – vor allem auf Grönland, aber auch bei den anderen Stationen ihrer Reise –  dokumentieren, im Dialog mit den Menschen sogenannte „Best-Practise-Beispiele“ aufzeigen und mit Wissenschaftlern, Jägern und Fischern Erfahrungen austauschen.  

Auch das Thema Plastikmüll soll auf „praktische Weise“ angegangen werden. Neben den omnipräsenten Mikro- und Makro-Plastikteilen werden immer öfter „herrenlose Fischernetze, sogenannte Geisternetze, zur tödlichen Falle für viele Meeresbewohner. Geisternetze können sozusagen unendlich weiter fischen,“ erklärt Arved Fuchs. 

Mit Tauchgängen und den dabei gedrehten Unterwasservideos sowie mit Untersuchungen an Land soll dargestellt werden, in welchem Ausmaß sich der Plastikmüll auch an der Westküste Grönlands nachweisen lässt. 

Die Expedition wird auf gewohnt professionelle Weise dokumentiert. Mit häufigen Videobeiträgen und nahezu täglichen Posts auf der Facebook-Seite können die Fans des Abenteurers mal wieder „hautnah“ dabei sein. 

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Expeditionsschiff „Dagmar Aaen“

Die DAGMAR AAEN wurde 1931 im dänischen Esbjerg auf der N. P. Jensen Werft als Fischkutter mit der Zulassungsnummer E 510 für den Einsatz im Nordatlantik und der Nordsee gebaut. Der Rumpf wurde vollständig aus sechs Zentimeter Eichenplanken auf Eichenspanten gebaut. Der Abstand der einzelnen Spanten ist dabei teilweise so eng gewählt, dass man kaum eine Faust dazwischen legen kann. Dadurch, und durch zusätzlich montierte wasserdichte Schotten,  erhielt der Rumpf eine extrem hohe Festigkeit. Wegen der soliden Bauweise und der ausgesuchten Materialien wurden diese Schiffe auch häufig in der Grönlandfahrt eingesetzt. Fahrten durch Packeisfelder und monatelange Überwinterungen in zugefrorenen Fjorden und Buchten war für diesen Schiffstyp etwas Alltägliches.

Der berühmte grönländische Polarforscher Knut Rasmussen hatte sich für eine seiner Expeditionen ins Polareis deshalb genau für diesen Schiffstyp entschieden. Bis 1977 war die DAGMAR AAEN in der Fischerei beschäftigt. Dann erwarb sie Nils Bach, der sie  umbaute und für Fahrten mit Jugendgruppen nutzte. Arved Fuchs kaufte das Schiff 1988 und baute es in Zusammenarbeit mit der Peterswerft und der Bootswerft Skibs & Bædebyggeri von Christian Jonsson in Egernsund Dänemark, zu einem Expeditionsschiff mit zusätzlicher Eisverstärkung um. Seitdem hat es immer wieder Werftüberholungen und Umbauten gegeben, um das Schiff jeweils an die unterschiedlichen Bedingungen der laufenden Expedition anzupassen.

Baumaterial: 6 cm  Eichenplankenauf Eichenspanten ud für die Eisfahrt zusätzlich gedoppelten Spanten mit Innenbeplankung, Eishaut aus bis zu 6 mm Aluminium, Steven und Kiel mit Stahl verstärkt. 

Lüa: 23, 90 m

Breite: 4, 80 m

Tiefgang: 2, 50 m

Segelfläche: 220 qm

Maschine: Callesen-Diesel, 180 PS

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Ein Kommentar „Expedition: Arved Fuchs kehrt mit Propellerschaden vor Grönland um – zurück nach Island“

  1. avatar sdf sagt:

    Dagmar Aaen…

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