Flat Earther: Suche nach dem Rand der Erde wird für italienisches Paar zur Segel-Odyssee

Bis ans Ende der Welt

Eigentlich wollten sie mit ihrem Boot nach Lampedusa fahren – und beweisen, dass dort die Erde endet. Aber die Reise zweier italienischer „Flat Earther“ verlief nicht ganz wie geplant.

Ende der Welt? Zwei Italiener machten sich per Boot auf die Suche (Symbolbild) © Robson Hatsukami Morgan, Unsplash

Sogenannte „Flat Earther“ glauben daran, dass die Erde eine Scheibe ist. So auch zwei Italiener, die mit ihrer Geschichte zunächst in Italien und schließlich auch im englischsprachigen Raum für Schlagzeilen sorgten.

Trotz Lockdown wollte das Paar aus Venetien im vergangenen Jahr endlich Beweise für die abstruse Flat-Earth-Theorie erbringen, berichteten unter anderem die Tageszeitungen La Stampa und La Repubblica. Also machten sich die beiden ohne Rücksicht auf die Corona-Beschränkungen von Norditalien auf nach Termini Imerese östlich von Palermo, um von dort per Boot in Richtung Lampedusa zu fahren. Denn direkt an der süditalienischen Insel vermuteten sie nach Informationen der Zeitungen das „Ende der Welt“.

Lampedusa: Hier wollten die „Flat Earther“ die Kante der Erdscheibe finden © Wikimedia Commons, Luca Siragusa, CC BY 2.0

Den Berichten zufolge verkauften sie ihr Auto, erwarben stattdessen ein kleines Boot – und verirrten sich mit diesem sofort. Statt auf der südlichsten Insel Italiens landeten sie auf der Vulkaninsel Ustica nördlich von Sizilien. „Das Komische ist, dass sie sich mit dem Kompass orientierten, einem Instrument, das mithilfe des Erdmagnetismus funktioniert, was sie als Flacherdler eigentlich gar nicht anerkennen dürften“, erzählte Salvatore Zichichi vom Ministerium für See-, Luft- und Grenzgesundheit einige Monate nach dem Vorfall gegenüber La Stampa.

Auf Ustica schritten dann die Behörden ein. Die erschöpften Flat Earther seien samt Boot zurück nach Palermo eskortiert und dort erst einmal unter Quarantäne gestellt worden, so die Medienberichte weiter.

Aufgeben wollten die beiden Verschwörungstheoretiker aber offenbar noch nicht. Ungeachtet der Quarantäneauflagen machten sie sich umgehend wieder mit ihrem Boot auf den Weg. Sogar gleich zweimal versuchten sie laut La Repubblica aus der Quarantäne zu fliehen. Doch auch diese Versuche, doch noch den Rand der nach ihrer Meinung flachen Erde zu finden, misslangen. Erneut wurde das Paar gefasst. Und so musste es einige Tage später unverrichteter Dinge und ohne Beweise den Heimweg antreten.

Ein Kommentar „Flat Earther: Suche nach dem Rand der Erde wird für italienisches Paar zur Segel-Odyssee“

  1. avatar Torsten sagt:

    Schade, eigentlich könnte doch die Insel Lamedusa sie einladen und weiter nach dem Ende der Erdscheibe suchen lassen. Nach der Logik socher Verschwörungsideologen glauben die jetzt vermutlich, dass sie zurückgehalten wurden, weil dunkle Mächte die Wahrheit verbergen wollen.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwei × zwei =