Flucht vor Sturm-Saison: Neuseeländer und Australier gewähren Cruisern keine Zuflucht

"Leben und Eigentum sind in Gefahr"

Jedes Jahr flüchten zu Beginn des Sommers etwa 300 Skipper mit ihren Yachten aus dem Pazifik-Raum vor der Wirbelsturm-Saison nach Australien und Neuseeland. Nun aber werden sie abgewiesen und haben Angst vor der Gefahr.

Delfin Action

Segeln mit Delfinen vor Neuseeland. © BISW

Der Ocean Cruising Club, ein internationaler Verein der die Interessen von Hochseeseglern vertritt, hat große Besorgnis über aktuelle Entscheidungen der neuseeländischen und australischen Regierungen geäußert. Demnach dürfen Fahrtensegler nicht wie gewohnt aus Fidschi, Französisch-Polynesien und anderen Pazifik-Inseln einreisen, um der tropischen Wirbelsturm-Saison zu entgehen.
Der in Großbritannien ansässige Ocean Cruising Club hatte sich mit den neuseeländischen Einwanderungs- und Seefahrtsbehörden in Verbindung gesetzt, um einen sicheren Weg für die rund 300 Yachten und etwa 1000 Segler finden zu können. Aber nun gab es eine Absage.

Beschränkung an den Seegrenzen

Neuseeland schraubt seine Corona-Maßnahmen im Land zwar nach dem Ausbruch im August gerade weitgehend wieder zurück – nur in Auckland gilt noch Stufe 2 des vierstufigen Corona-Notfallplans – aber die strikten Beschränkungen an den Seegrenzen bleiben bestehen.

Das Gesundheitsministerium bestätigt zwar Ausnahmen für ausländische Fracht- und Fischereischiffe, Nachrüstungen, Reparaturen oder humanitäre Notwendigkeiten, aber die Gefahr vor möglichen potenziellen Wirbelstürme in der Zukunft gehöre nicht dazu.

Guy Chester, Kommodore des Ocean Cruising Club, sagt  gegenüber der Radio New Zealand, dass die neuseeländischen Gesundheitsbehörden offenbar “fantastische Epidemiologen” sein könnten, sie verstehen aber nicht, dass mit einer Segelyacht deutlich vor dem Eintreffen eines Wirbelsturms flüchten müsse. Wenn er schon im Anmarsch ist, sei es bereits zu spät. “Deshalb bestehe jetzt die zwingende Notwendigkeit, die Yachten aus der südpazifischen Zyklonzone zu entfernen. “Leben und Eigentum sind in Gefahr.”

Skipper geben Millionen aus

Die Pazifik-Region verfüge nicht über die Einrichtungen, um mit Hunderten von Yachten und Menschen fertig zu werden, die schweren Stürmen ausgesetzt sind. Chester sagte, die Angelegenheit sei nun dringend. Sein Club flehe die neuseeländische Regierung an, die Entscheidung zu überdenken.

Neuseeland habe in den Yachthäfen im ganzen Land bewiesen, dass es in der Lage sei, mit dem jährlichen Zustrom ausländischer Yachten fertig zu werden. Quarantäne- und Selbstisolationsprotokolle seien eingerichtet und jetzt in Kraft. Er räumte ein, dass ein Teil des Problems darin bestehen könnte, dass besuchende Yachten wegen der Pandemie länger als vorgesehen in Neuseeland festsitzen könnten. Das sei wirtschaftlich aber doch vielleicht gar nicht so schlimm. “Die Skipper geben während ihres Aufenthalts Millionen aus”.

Für Australien gilt die gleiche Situation. Cruiser werden auch vor dem Hintergurnd der drohenden Wirbelsturm-Saison nicht ins Land gelassen. Ausnahmen soll es nicht geben.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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