Flüchtlinge: Segelyacht-Crew rettet im Mittelmeer 34 Menschen aus Seenot

Gerettet

65 Meilen vor der libyschen Küste hat der 14 Meter lange Hamburger Zweimaster “Josefa” 34 Migranten aus Seenot gerettet. Sie trieben bei schlechtem Wetter auf einem Gummiboot mit kaputtem Motor im Meer.

Flüchtlinge, Josefa

Der 14 Meter lange Hamburger Zweimaster “Josefa” mit den geretteten Flüchtlingen.

22 Männer, sechs Frauen und ein einjähriger Junge sind am Montag aus dem Mittelmeer gerettet worden. Die Besatzung des 14 Meter langen Zweimaster “Josefa” mit Heimathafen Hamburg nahm die Migranten bei schlechtem Wetter vor der libyschen Küste an Bord. Die Flüchtlinge trieben auf einem Gummiboot im Meer. Der Motor war nicht mehr funktionsfähig.

Die von der Hamburger Hilfsorganisation Resqship betriebene “Josefa” kam dann selber in den internationalen Gewässern in ein Gewitter und geriet mit der überladenen Yacht in Bedrängnis. Der Skipper nahm Kontakt mit der “Ocean Viking” auf, einem unter norwegischer Flagge fahrenden größeren Rettungsschiff auf und bat darum, seine Besatzung zu übernehmen.

Die “Ocean Viking” hatte am Sonntag vor der libyschen Küste bereits 50 Menschen aus Seenot gerettet aber dennoch die Kapazität, weitere Menschen aufzunehmen. Die Übernahme der 34 Flüchtlinge ging schließlich bei strömendem Regen ohne größere Probleme über die Bühne.

Flüchtlinge, Josefa

Die Geretteten winken erleichtert in die Kamera.

Resqship kreuzt seit 2019 mit der gecharterten “Josefa” vor vor der libyschen Küste. zu ihren Zielen schreibt die Organisation auf ihrer Website: “Beobachten und dokumentieren, um auf mögliche Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen. Geplant ist, Boote mit Geflüchteten in internationalen Gewässern zu sichten und in Notsituationen weitere Schiffe zu alarmieren, die die Geflüchteten aufnehmen und in einen sicheren Hafen bringen sollen.”

Seit 2010 sollen nach offiziellen Angaben der UNO Flüchtlingshilfe über 35.000 Menschen im Mittelmeer gestorben sein. Die Dunkelziffer soll weit höher liegen.

Was nun mit den 80 Menschen auf der “Ocean Viking” passiert ist noch nicht klar. Eine Erlaubnis, einen Hafen in Italien oder Malta anzusteuern, gibt es bisher nicht. Ob sich an der italienischen Haltung nach der Veränderung der Machtverhältnisse im Land etwas ändert, ist nicht bekannt.

 

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Carsten Kemmling

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