Es sollte die Revolution der kommerziellen Schifffahrt werden, doch nun kämpft das Vorzeigeprojekt der modernen Segelfrachtschifffahrt ums Überleben. Die Reederei TOWT (TransOceanic Wind Transport) wurde vom Wirtschaftsgericht in Le Havre unter Insolvenzverwaltung gestellt. Die Gründe.

TOWT galt als der Hoffnungsträger für einen sauberen Welthandel. Die französische Reederei wollte nicht nur Segel-Konstruktionen auf alte Frachter stellen, um mit der Windkraft ein paar Prozent Treibstoff einzusparen. Sie ließ für rund 35 Millionen Euro zwei 81 Meter lange Schiffe bauen; das erste, die Anemos, absolvierte im Sommer 2024 erfolgreich seine Jungfernfahrt, und mit der Indienststellung der Artemis Anfang 2025 setzte die Reederei weltweit Maßstäbe. Zuletzt wurde das Unternehmen auch in der ARTE-Doku mit Boris Herrmann gewürdigt.
Seitdem sollen die hochautomatisierten Frachtschiffe mit einer Kapazität von rund 1.100 Tonnen 42 Transatlantik-Passagen absolviert und rund 40.000 Tonnen Güter – vor allem Wein, Spirituosen und Kaffee – transportiert haben. Sie ließen sich zu 90 Prozent von der Windkraft antreiben und erreichten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 9,5 Knoten.

Die Erweiterung der Flotte um sechs zusätzliche Schwesterschiffe mit einem Investitionsvolumen von weit über 100 Millionen Euro war beschlossene Sache. Das Geschäftsmodell schien zu funktionieren.

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