Es war von Anfang an ungerecht, dass sich Alexia Barrier und ihr Frauenteam in der Ultim-Disziplin mit den Männern vergleichen lassen mussten. Aber sie hat es so gewollt und hätte wohl ohne Jules-Verne-Bezug keine Finanzierung gestemmt. Warum die Weltumsegelung dennoch ein großer Erfolg ist.
Am Montagmittag hat die achtköpfige Frauencrew von The Famous Project CIC nach 57 Tagen auf See ihre Weltumsegelung beendet – mit nur noch einem Fetzen von Großsegel im Sturm bei weiterhin schwierigsten Bedingungen. Damit benötigte sie gut 17 Tage mehr Zeit als ihr Vorgänger Francis Joyon auf demselben Boot IDEC Sport und wurde auf den letzten Meilen sogar noch vom deutlich später gestarteten neuen Rekordhalter Thomas Coville überholt. Aber diese Vergleiche sind längst hinfällig geworden.
Von Anfang an schien es kaum möglich, den Fabelrekord von 2017 mit demselben Boot IDEC Sport zu unterbieten. Der damals 60-jährige Franzose hatte derart vorteilhafte Wetterbedingungen erwischt, dass es – nach Meinung von Experten auch wegen des Klimawandels – unwahrscheinlich ist, dass sie sich je wiederholen. Deshalb sollte der zehn Jahre alte, nicht foilende Ultim keine Chance haben, den Rekord zu brechen.
Deshalb wurde Alexia Barrier dafür kritisiert, überhaupt die Parole „Jules Verne Trophy“ ausgegeben zu haben. Das galt als Mogelpackung. Vermutlich war es aber auch nur schlau. Denn ohne diesen Anspruch, eine Bestzeit um die Welt erreichen zu wollen, hätte sich das Projekt kaum verkaufen lassen.

Zwei Jahre hatte die 46-jährige Französin aus Nizza dieses Projekt vorbereitet. Zuvor segelte sie mehr als 200.000 Seemeilen und überquerte den Atlantik 18-mal im Rahmen von Regatten, davon fünfmal solo. Bei der Vendée Globe 2020–2021 segelte sie mit dem ältesten Boot der Flotte nach 111 Tagen auf Platz 24 ins Ziel.
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