Röttgering beim BMW Sailing Cup

"Freude ist Mitsegeln". Schauspieler Hübchen knapp am Sieg vorbei

Der weißhaarige Schauspieler-Promi Henry Hübchen zeigt beim BMW Sailing Cup, dass er auch an der Pinne etwas drauf hat ... © U. Röttgering

Hübchen bei der Leetonnenrundung.© U. Röttgering

BMW Sailing Cup. Das hört sich wichtig an. Wie eine große Regatta. Es gibt echte Pressemitteilungen über die Sieger, Bilder und Videos. So, als würde sich jemand für die Resultate interessieren.

In den Meldungen steht meistens, dass “bei herausfordernden Wind- und Wetterbedingungen exzellenter Segelsport geboten wurde”, was so viel heißt, dass die Boote bei Flaute über den Parcours gedümpelt sind.

Man qualifizieren sich für echte Finals in Deutschland, in Europa, in der Welt. Im vergangenen Jahr fand das Welt-Finale in Neuseeland statt, davor in Dubai.

In diesem Jahr machte der BMW Sailing Cup schon in Leipzig am Cospuder See Station, auf der Hamburger Elbe, in Northeim, auf dem Aasee in Münster und am Wochenende auf dem Wannsee. Das Programm umfasst 17 Veranstanltungen in ganz Deutschland.

Das Besondere: Jeder kann mitmachen. Man meldet als Einzelperson. “Regatta-Erfahrung und der Segelschein sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung zum Mitsegeln”, heißt es in den Meldeunterlagen. Diese Anforderungen erfüllt selbst SegelReporter Uwe Röttgering. Er war in Berlin dabei. Und es ist zu vermuten, dass er besonders von dem Slogan “Freude ist Mitsegeln” angezogen wurde.

Sein Urteil: “Wenig Wind, nicht viel passiert. Gewonnen habe ich auch nicht. Wir (ich war eh nur der Großschoter) haben es bis in den Hoffnungslauf geschafft, der dann wegen Windmangels abgesagt wurde…. Regatten, bei denen man die Segel setzt und dann den Autopiloten anstellen kann, sind mir irgendwie sympathischer… gerade bei Hitze….”

Keine Frage, es ist Klasse, was BMW für den Segelsport tut. Der BMW Sailing Cup ist die größte Amateursegelregatta der Welt. Und das Konzept wurde 2010 sogar mit dem Marketingpreis des Sports ausgezeichnet. Die Teilnehmer sind meist ebenso begeistert wie die Vereine, bei denen der BMW-Tross Halt macht.

Aber es ist schwer, über die sportlichen Erfolge so zu berichten als wären es sportliche Erfolge. Es geht um eine Breitensportveranstaltung. Denn die Mannschaften werden willkürlich zusammen gestellt. Das funktioniert zwar in Deutschland offenbar immer besser. Aber in der Vergangenheit wurden auch bekannte Namen von Seglern in den Ergebnislisten gesichtet.

Die verzerren das Bild. So tauchte beim Weltfinale in Neuseeland plötzlich der Kiwi Phil Robertson auf, einer der besten Nachwuchs Match Racer der Welt. Kein Wunder, dass er gewinnt.

In Berlin ist deshalb vielleicht die interessanteste Nachricht, dass der Schauspieler-Promi Henry Hübchen am Start war und mit seinen 61 Jahren zeigte, dass er richtig gut segeln kann. Er landete auf Platz zwei von 15 Teams. Hübchen gehörte in der DDR zu den Surf Pionieren und gewann 1980 und 81 den nationalen Titel.

Ergebnisse
Internetseite vom BMW Sailing Cup

Carsten Kemmling
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