Video-Fundstück: 49er-Segeln und -Kentern bei Mega-Hack

Bockender Bronco

49er Segler sind die Härtesten. Wer es noch nicht wusste, dürfte sich von diesem Video überzeugen lassen. Die britischen Europameister 2011 Dylan Fletcher und Alain Sign kämpfen sich über einen aufgewühlten Parcours und versuchen, ihren bockenden Bronco zu bändigen.

49er Nose Dive bei Ultra Hack. Die britischen Europameister gehen an die Grenzen.

Das funktioniert nicht immer. Und so ist vielleicht auch zu erklären, warum die Briten bei der WM in Perth als 17. enttäuschend abgeschnitten haben. Ihr Glück, dass die nationale Konkurrenz ebenfalls nicht überragend war.

Deshalb ist der 49er eine der wenigen Bootsklassen für die die Briten noch nicht ihre Olympiafahrkarten vergeben haben. Ein Jury entscheidet, nach den Ergebnissen bei den nächsten World Cups.

Deshalb sind Fletcher/Sign noch einmal an den Ort ihrer Niederlage in Perth zurückgekehrt und haben dort drei Wochen Starkwind-Segeln trainiert. Inzwischen dürften sie die Bedingungen im Video, das vor einem Jahr gedreht wurde, deutlich besser beherrschen. Eigentlich kaum vorstellbar.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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19 Kommentare zu „Video-Fundstück: 49er-Segeln und -Kentern bei Mega-Hack“

  1. avatar Uwe (Finn) sagt:

    “Mega-Hack” oder nur ca. 4-5 Bft 🙂

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  2. avatar Skiffsegler sagt:

    @ Uwe:

    Wenn du mal bei solchen Bedingungen wie im Video 49er segeln willst, kann man das gerne organisieren 😉

    Falls du überlebst, wirst du wissen wie brutal das ist 😛 😀

    Als Finnsegler magst du vielleicht über das Windlimit der 49er nur müde lächeln, aber ich habe bisher niemanden getroffen, der nach seinem ersten Abfallmanöver bei 25 Knoten und Welle an dem Sinn eines solchen geweifelt hat 😀

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    • avatar Rolf Albert sagt:

      Nun, da habt ihr wohl beide ein Stück weit recht. Einmal Uwe, der das als augenscheinlich 4-5 Bft. einschätzt, wie ich auch. Der werte Kollege Skiffsegler natürlich auch. Es können nun mal nicht alle Bootsklassen gleich viel Wind gleich gut ab… Es gibt auch bei uns dieses Windlimit von 25 Knoten. Allerdings stehts i.d.R. nicht in den relevanten Papieren wie Auschreibung oder Segelanweißungen, so dass geneigte, diverse Wettfahrtleiter auch mal drüber wegsehen… A la : “he, die waren 30 Jahre olympisch, die müssen dat abkönnen”… . Meist können es auch die meisten, nur, isses noch faires segeln u. isses das wert, das man angst ums Material haben muß ?

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      • avatar Skiffsegler sagt:

        Da gebe ich dir soweit recht…die Anwendung des Windlimits ist ein ganz anders Kapitel 😉 😀

        Ich weiß nicht wie das im FD ist (bin ich noch nie gesegelt), aber im 49er ist nicht nur oder eher weniger das Material das Problem, sondern die Verletzungsgefahr bei heftigen Abgängen.

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    • avatar Uwe (Finn) sagt:

      @Skiffsegler

      Ich dachte eigentlich, dass “Mega-Hack” klassenübergreifend Windstärken ab ca. 6 Bft bezeichnet.
      Die Problematik des 49er, die sich u.a. darin zeigt, dass es zu wenig Teilnehmer für die Durchführung einer DM gibt sind mir ebenso bekannt wie die Bilder der im Wasser liegener 49er-Segler in Kiel und Quindao.
      Als ich vor ca. 50 Jahren das Segeln begann, galt das Kentern noch als unverzeihlicher Blamage.
      Ich bevorzuge daher auch heute noch Bootsklassen, die etwas stabiler im Wasser liegen, weise jedoch darauf hin, das Vorwindkurse im Finn ab ca. 5 Bft auch nicht “ohne” sind.

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      • avatar Wilfried sagt:

        Früher im Holz-Korsar hab ich auch versucht das Kentern zu vermeiden, weil man danach im besegelten U-Boot unterwegs war. Aber im 420er, Laser oder Doppelbodenbooten- immer ans Limit. Wer im Training nicht kentert geht nicht ans Limit und hat dann auch keine Ahnung wo die Grenzen sind. In diesem Fall sieht es für mich so aus als ob da kräftig Strömung mit im Spiel ist. Meine Vermutung wegen kurzer steiler Welle. Unabhängig darf man nie wenn man Halbwind im Wellental ist abfallen. Dann hebt es das Heck auf den Kamm und der bug unterschneidet. Das Abfallen muss erfolgen wenn man oben ist nur dann hat man die chance das der Bug oben bleibt.

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      • avatar Rolf Albert sagt:

        na ja, die abgänge sind sicher nicht so heftig wie bei euch, weil überschläge eingentlich unmöglich sind. nach luv, wie hier im video, kentert man aber bei fehlerhaftem bootshandlicng oder ner wirklich doofen welle im falschen moment schon auch mal gerne, grins.
        @uwe : warum nur schaukelt die kiste auf dem vorwind so dermaßen… bin schon 2x finn dinghy gesegelt, das kam mir immer am meisten suspekt vor ! aber ich weiß . ich sollte mehr üben, es wäre nicht vollkommen hoffnungslos. 🙂 sagten die herren recken jedenfalls.

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        • avatar Uwe (Finn) sagt:

          Rolf,
          das “Geigen” vorm Wind liegt daran, dass die Luftsrömung wechselweise an der Luv- und Leeseite des Segels abreisst und an der vom Segelkanu stammenden runden Spantform im Heckbereich. Das Finn ist ja ein Segelkanu mit abgeschnittenem Heck.

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          • avatar Rolf Albert sagt:

            ach, wirklich ? grins. ich weiß das schon, uwe, worans thoretisch liegt. was es aber für mich nicht besser macht, hihi. ich find das finn jedenfalls ein geniales boot. übrigens, der miller langt grad bei der euro in der toskana ganz schön hin ! wow. scheint noch nicht hierher zu meinem ehemaligen klassenkollegen carsten gedrungen zu sein.

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          • avatar Uwe (Finn) sagt:

            @ Rolf

            Rolf, Du hast recht. Matthias Miller scheint hoch motiviert zu sein, wie es die Zwischengebnisse der EM gerade zeigen. Seglerisch (Vorwindtechnik ?) hat er sich offenbar verbessern können, so dass er jetzt vorn in der Weltspitze mitsegeln kann.
            Wir hoffen, dass er sich noch für die Olympischen Spiele qualifizieren kann.

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  3. avatar hanseatic sagt:

    Wenn’s mit der 49er-Fahrkarte nicht klappt, können Fletcher/Sign sich vielleicht noch bei den Turmspringern nominieren lassen. Das beherrschen sie auf jeden Fall! 😀

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  4. avatar zufrühgeborener sagt:

    also ich würde mal sagen hier liest man zwischen den Zeilen der Beträge der Segler der älteren Bootsklassen
    eher den Neid das sie halt zu früh geboren wurden und daher die Skiff Generation verpasst haben……
    Jungs – die Zeit geht weiter und es gibt neue Generation von Seglern und rasanten Sport
    Die Mädels sind doch auch alle happy das da jetzt für sie endlich ne neue moderne Olympiadisziplin Skiff Women kommt

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    • avatar Rolf Albert sagt:

      Ahh, so…so ist das also. nun, dem statement ist nichts hinzuzufügen. 🙂 . und alle mädels sind happy. schön, augenverdreh…wie schön.

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      • avatar Rolf Albert sagt:

        ach, und am meisten neid besteht natürlich darüber, dass ich “als segler der älteren bootsklassen”, wie du, lieber zufrühgeborener, dich da vornehm ausdrückst, nicht wie die (vielen) skiffklassen keine deutsche meisterschaft mangels genügend meldungen – 25 müssens sein – segeln darf. so ne idm, du, die ist sowas von frustrierend ! 40, 50 gleichgesinnte, u. alle wollen deutscher meister werden…

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        • avatar Christian sagt:

          während die FDs ja in den letzten Jahren immer mindestens 100 Boote bei der DM an die Startlinie bekommen haben und z.B vor der DM in Warnemünde überhaupt kein bisschen Panik geschoben haben, dass 25 Starter kommen….

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          • avatar Rolf Albert sagt:

            … die aber, mit noch sieben obendrauf, dann doch am start waren, lieber christain. aber recht hast du natürlich, das war dünn, wie bei einigen idm`s in den letzten jahren. mag ein stück weit daran liegen, dass die idm bei uns für viele eben nicht den saisonhöhepunkt darstellt u. im fall w`münde auch an gewissen ost-west – bzw. pro kiel /pro w`münde- befindlichkeiten. die klasse ist hier schon zweigeteilt…wir ossis wollen uns das geniale revier warnemünde erhalten, fahren wegen diverser dinge ungern nach kiel. und manch “ewiger” kiel-fahrer denkt genauso, nur im sinne pro kiel.

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    • avatar Uwe (Finn) sagt:

      @zufrühgeboerener

      Warum bringen die 49er keine DM und keine Rangliste mehr zustande ?
      Wegen zu grossen Interesses oder weil viele Segler frustriert die Klasse verlassen haben, weil sie für den normal talentierten Segler zu anspruchsvoll ist.

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      • avatar Christian sagt:

        @Uwe: Mit letzterem hast du tatsächlich den Punkt getroffen. Die große Mehrheit der 49er-Einsteiger verlässt die Klasse nach ein, zwei Jahren wieder, weil sie überfordert sind, keinen guten Segelpartner haben, weil beim 49er Handlingfehler oft in Bruch münden, weil auf den internationalen Regatten ein extrem hohes Niveau herrscht, bei dem Amateure nichts zu melden haben usw. usf.

        Das spricht aber nicht gegen den 49er an sich. Das Boot ist ausgereift und ermöglicht sensationelles Segeln. Er ist halt nur keine Massenklasse.

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  5. avatar Musto Segler aus der Schweiz sagt:

    Ihr als Finnsegler solltet zuerst mal euer Körpergewicht +Finn zusammen zählen und das mit einem 49er mit Crewgewicht vergleichen und dan vergleichet doch mal noch die Segelflächen!
    Aja Apropo Geschwindikeit hab mal mit einem Mitelfeld Finnsegler gesprochen der hat stolz erzählt wie er 13 kts vorwind gedümpelt ist dan hab ich mir gedacht bei 13 kts find ichs langweilig unter Gennaker weil ich ganz oben im trapez stehen muss!!!
    Vergleich Finn- 49er
    Segelfläche 10m2 – 21 m2 Amwind und 59m2 unter geni
    Bootsgewicht 140kg- 92kg
    Crewgewicht 80-100kg- Crewgewicht 120kg-140kg

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